Das neu definierte Lochkamera-Erlebnis
Die Lochkamera fasziniert und polarisiert in der Fotografie immer wieder aufs Neue. Erstaunlich, da die Technik dieser Kamera schon weit älter ist, als die Fotografie selbst. Das Funktionsprinzip der Bildprojektion wurde schon im 5. Jahrhundert v. Chr. im Chinesischen Reich in Texten erwähnt. Aristoteles beobachtete im 4. Jahrhundert v. Chr. Erscheinungen, die auf dem Lochkamera-Prinzip beruhten, die er allerdings nicht erklären konnte. Leonardo Da Vinci beschrieb in seinen Aufzeichnungen zu optischen Phänomenen erstmals das grundlegende Funktionsprinzip der Camera Obscura: “Wenn die Fassade eines Gebäudes, oder ein Platz, oder eine Landschaft von der Sonne beleuchtet wird und man bringt auf der gegenüberliegenden Seite in der Wand einer nicht von der Sonne getroffenen Kammer ein kleines Löchlein an, so werden alle erleuchteten Gegenstände ihr Bild durch diese Öffnung senden und werden umgekehrt auf der Wand erscheinen”. So altehrwürdig die Lochkamera auch ist, so interessant sind immer wieder die Neuigkeiten, die dieses Thema stets jung halten. Im Jahr 2010 wird Spürsinn die Lochkamera-Fotografie fördern und neue, interessante Produkte an den Markt bringen. Die erste Neuerung ist die „Diana Multi-Pinhole Operator“.
Eine fast unausrottbare Legende ist, dass eine Camera Obscura der erste Fotoapparat gewesen sein soll. Richtig ist dagegen, dass bereits im 15. Jahrhundert die Camera Obscura mit Linsen ausgestattet wurde. Die meisten Maler erleichterten sich ihre Arbeit mittels dieser linsenbewährten Projektionseinrichtung um mittels klarer, deutlicher Projektion erheblich besser Konturen nachzuzeichnen. Die ersten Kameras der Fotohistorie waren mit Linsen ausgestattet. Erst einige Zeit später kamen experimentierfreudige Fotografen auf die Idee, die „linsenlose“ Kamera für fotografische Aufnahmen zu nutzen. So mancher Fotografenstreit wurde durch die Lochkamera ausgelöst. Die Meinungen dazu sind vielfältig, wie auch die Namen dieser einzigartigen Geräte: Camera Obscura, Laterna Magica, Pinhole, natürliche Kamera, linsenlose Kamera, Lochkamera.
Die Lochkamera ist das ideale Arbeitsgerät für die experimentelle Fotografie. Wie bereits angekündigt, werden wir uns in diesem Jahr verstärkt für die Lochkamera-Fotografie einsetzen. Den Reigen eröffnet die „Diana Multi-Pinhole Operator“, eine Lochkamera aus dem Hause Lomography, Wien, auf Grundlage der Diana. Als Filmformat nutzt sie Rollfilme vom Typ 120. Kompromisslos wurde sie auf die Lochkamera-Fotografie ausgerichtet und verfügt als einzige Kamera dieser Preisklasse über drei unterschiedliche Lochblenden, die jederzeit durch eine Hebelstellung gewechselt werden können – selbstverständlich ohne die Kamera zu öffnen. So kann jedermann dem Lochkamera-Vergnügen mit einem, zwei oder sogar drei Löchern frönen. Bei diesem Apparat sind die Macher jedoch noch einen Schritt weiter gegangen. Es liegen Farbfilter bei, mit denen das Lochkamerabild beeinflusst werden kann.
Sechs unterschiedliche Farbzonenfilter ermöglichen das kreative Arbeiten mit der „Diana Multi-Pinhole Operator“, weit über das bisher Bekannte hinaus. Für Aufnahmen mit der Zwei- und Dreilochblende liegen jeweils drei passende Filter bei, die für die Farbfotografie und sogar für die Schwarzweißfotografie erstaunliche Effekte ergeben. Aber nicht nur diese „inneren Werte“ machen die „Diana Multi-Pinhole Operator“ interessant. Durch die Einbettung in die Diana-Produktfamilie sind weitere Besonderheiten verfügbar, die diese Kamera vom einfachen Plastikspielzeug abheben. Über das passende Sofortbild-Rückteil (Diana Instant Back) können die erstellten Aufnahmen unmittelbar betrachtet werden. Bilder dieser Art sind eindeutig Unikate. Zudem kann auch das Diana Kleinbild-Rückteil angebracht werden um Lochkamera-Bilder auf das begehrte Sprockethole-Format zu bannen.
Nach unserer Ansicht ist die „Diana Multi-Pinhole Operator“ eine der interessantesten Lochkameras am Markt und dafür außergewöhnlich preiswert. Ausgeliefert wird sie mit einem kleinen Instruktionsbüchlein, das nicht nur die Handhabung erklärt, sondern auch zugleich Einsatzbeispiele und Bildideen liefert. Diese Kamera ist wirklich eine würdige Eröffnung des Pinhole-Jahres 2010!
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