Acurol und Ilford Pan F

Der „Ilford Pan F“ wird seit vielen Jahrzehnten von Fotografen geliebt oder gehasst. Dazwischen gibt es nicht viel. Für die Einen ist es der ideale, feinzeichnende Film für Landschaft und Portrait, die Anderen werden mit ihm nicht warm, weil er etwas zickig auf Entwickler reagiert und nicht in jedem Entwicklungsprozess seine versprochene Schärfe zeigt. Zudem hat er nur ein begrenztes Push- und Pullvermögen, was moderne Analogfotografen auch nicht sehr schätzen. Und trotzdem ist der „Pan F“ aus der Analogfotografie nicht wegzudenken, weil er doch der Gentleman unter den Niedrig-ISO-Filmen ist. Wir haben ihn mit „SPUR Acurol“ getestet und sind zu erstaunlichen Ergebnissen gekommen.

Bisher war im Acurol-Datenblatt lediglich eine Entwicklungszeit für „Pan F“ @ ISO 12 nach dem Zonensystem enthalten. Zunächst gab sich dieser Film etwas behäbig in Acurol. Jetzt haben wir ein Verdünnungsverhältnis mit einer Entwicklungszeit herausgefunden, die wunderschöne Ergebnisse bringt, bei fast ISO 50. Beachten muss man dabei, dass der „Pan F“ sehr stark auf den Kipprhythmus anspricht und die schönsten Negative bei langem Rhythmus entstehen. Das ist mit Acurol nicht ungewöhnlich, aber beim „Pan F“ besonders prägnant. Und was noch beeindruckender ist als die Plastizität, ist die enorme Schärfe.

Das obenstehende Bild wurde einfach vom Negativ gescannt und nicht weiter korrigiert. Nettes Bild, keine fotografische Großtat. Interessant wird es aber, wenn man das kleine Abus-Vorhängeschloss an der Kette heraus vergrößert. Vom gesamten Bild ist das nur ein sehr winziges Detail, aber es ist erstaunlich, wie scharf und detailreich dieser Ausschnitt noch ist.

Aber Acurol ist nicht der einzige Entwickler, mit dem man spannende Dinge mit dem „Ilford Pan F“ anstellen kann. Am Montag zeigen wir, wie sich dieser Film in „HCD new“ auf ISO 200 pushen lässt – das ist etwas, was normalerweise gar nicht gehen dürfte und doch funktioniert. Der „Pan F“ taugt also zu mehr, als ihm allgemein zugetraut wird. Es kommt eben doch auch auf den Entwickler an.

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4 Antworten auf Acurol und Ilford Pan F

  1. Dirk sagt:

    Verratet ihr auch wie dieses Rezept aussieht? ich habe eine rolle mit ISO25 fotografiert, da viel Licht und hoher kontrast war. danke.

  2. spuersinn sagt:

    Sehr gute ISO 25 mit PAN F+ erreicht man bei folgender Entwicklung:
    1+100; 20 min Entwicklungszeit – 30 sec permanent kippen, dann alle 5 Minuten kippen (Kleinbild 1x kipp, Rollfilm 2x kippen).

  3. Dirk sagt:

    Danke. Ich war nah dran :) Habe 22min probiert mit gleichen kipprythmus. Auf dem ersten blick sah es sehr kontrastreich aus. aber nach dem scannen sehr schoen.

  4. spuersinn sagt:

    Das ist sowieso eine tolle Eigenschaft des Acurol-N. Sogar leicht über- oder unterentwickelte Negative lassen sich vorzüglich scannen. Aus unserer Sicht ist die Verdünnung 1+100 für die meisten Filme das Ideal.

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