Das gewaltige Potential der Box-Kameras

In Zeiten der Hochtechnologie wird oft technischer Purismus als minderwertig angesehen. Natürlich ist in manchen Situationen der Fotografie Technik-Unterstützung der Schlüssel zu besseren Bildergebnissen. Aber nicht alles muss in Perfektion erstrahlen, um große Bildwirkung zu erlangen. Manchmal gibt gerade das Unperfekte den Bildern eine ganz besondere Würze. Für diese spezielle Art der Fotografie stehen Box-Kameras, die nahezu 50 Jahre lang als die Kamera des Volkes galten.

Blende und Verschlusszeit sind bei allen Box-Kameras eher Nebensache – Entfernungseinstellung in der lockeren Daumenschätzung kann als Regel gelten. Viele Box-Kameras verzichten sogar vollkommen auf die Fokussierung. Trotzdem sind Box-Bilder keinesfalls minderwertig. Hier zwei Beispiele aus einer „Agfa Box 44“, unter Verwendung des „Rollei R3“ auf ISO 100.

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In über 50 Jahren gab es weltweit eine nahezu unüberschaubare Fülle unterschiedlicher Box-Kameras. Wer sich einen Überblick der Deutschen Box-Geschichte verschaffen möchte, wird mit dem Buch „Box-Cameras made in Germany“ viel Freude haben. Zudem sind die Boxen ein interessantes Spiegelbild der Deutschen Gesellschaftsgeschichte. Übrigens sind die historischen Box-Kameras die Urväter der heute in der lomografischen Fotografie begehrten Plastik-Kameras. Das Beschäftigen mit der Box ist also in mehrerer Hinsicht interessant.

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