Mit dem gestrigen Blog-Artikel konnten wir das klären, dass die Analogfotografie keine kurzlebige Retrowelle ist. Nun stellt sich die Frage, wie Interessierte schnell und unkompliziert in die analoge Fotografie einsteigen können. Tatsächlich ist dies möglich und man braucht kein enormes Fachwissen, um wundervolle Bilder zu bekommen. Auf den ersten Blick funktioniert eine Analog-Kamera wie eine Digital-Kamera, es muss lediglich ein Film eingelegt werden, der später dann entwickelt wird. Und auch die Bildbearbeitung kann man so halten, wie man es durch die Digital-Fotografie gewohnt ist, wenn die Filmstreifen gescannt werden. Dienstleister dafür gibt es fast an jeder Ecke. Aber man kann auch weiter gehen, die Entwicklung selbst machen und noch viel weiter geht man, wenn die Bilder in der eigenen Dunkelkammer abgezogen werden. In dieser kleinen Artikel-Serie werden wir erklären wie das alles geht – von einfach und schnell bis hin zum perfekten und voll analogen Prozess.
Am Anfang steht die Kamera. Fast unendlich viele Kamera-Modelle stehen dem analogen Einsteiger zur Verfügung. In fast jedem Haushalt wird sich noch das ein oder andere Schätzchen finden. Konzentrieren wir uns auf die Kleinbild- und Rollfilm-Kameras. Es gibt einfache Point ‘n’ Shoot Ausführungen, also jene, bei denen man keine Entfernung einstellen muss Diese haben auch häufig keine großartigen Verstellmöglichkeiten bezüglich Blende und Verschlusszeit Trotzdem funktionieren sie. Box-Kameras gehören auch zu dieser Gattung, waren bis in die 1950er Jahre sehr beliebt und es dürfte noch mehrere Millionen funktionierender Apparate im deutschsprachigen Raum davon geben. Etwas anspruchsvoller sind all jene Kameras, die viele Verstellmöglichkeiten haben. Da gibt es Modelle mit und ohne Belichtungsmesser, mit und ohne Wechselobjektive und auch unterschiedlichste Bauweisen. Alle haben Vor- und Nachteile und es würde den Rahmen dieses Artikels sprengen, auf all diese Spezifika einzugehen. In unseren Kamera-Geschichten stellen wir ab und an interessante Modelle vor, aber mit großer Wahrscheinlichkeit wird der Einzelne dann doch eine andere Kamera „finden“. Wie gesagt, es gibt eine gewaltige Fülle an unterschiedlichen Modellen und Ausführungen. Eines haben alle gemeinsam: Sie funktionieren und machen Spaß.
Nun stellt sich für den Einsteiger die Frage, welches Filmformat in die Kamera passt. Dazu öffnet man die hintere Klappe. Dort sieht man dann das „Fenster“, das für die Belichtung zuständig ist. In der Regel kann man da mit einem Zollstock die Höhe und Breite des Bildausschnitts abmessen. Wenn das Maß der kleineren Zahl so ungefähr 24 mm misst, dann hat man eine Kleinbildkamera und benötigt Filme des Typs 135-36; wenn die kleinere Zahl ungefähr 40 mm beträgt, benötigt man 127er Film und wenn die kleinere Zahl ca. 56 mm beträgt, dann braucht man 120er Film. Das Feststellen des Filmformates ist also ganz einfach. Und wenn man eine Kamera hat, die noch ganz andere Maße aufweist, dann ruft man bei uns an.
Jetzt könnte man einfach einen Film bei uns bestellen und es kann losgehen. Aber zuvor hat man die Qual der Wahl. So unheimlich viele unterschiedliche Filme, so viel Auswahl, machen den ersten Bestellvorgang dann doch schwieriger als gedacht. Im Analogen muss man sich zunächst entscheiden, ob es Schwarzweiß oder Farbe sein soll. Als Einsteiger-Farbfilm empfehlen wir den „Kodak Ektar 100“, den es im Typ 135-36 und Typ 120 gibt. Für den Schwarzweiß-Einstieg ist der „Kodak Tri-X“ empfehlenswert, der gleichfalls als Typ 135-36 und Typ 120 zu Verfügung steht. Wer jedoch eine Kamera für das Format 127 besitzt, kann leider nur noch den Schwarzweiß-Film „efke 100“ verwenden. Alle drei empfohlenen Filme können übrigens von jedem Labor an der Ecke entwickelt werden. Ideal ist es, wenn man für seine ersten Schritte auch gleich Scanns der Negativstreifen mitbestellt. Diese Dateien können dann wie gewohnt am Rechner bearbeitet werden und man hat somit seine ersten Bilder vom ersten Film aus der alten Kamera.
Im nächsten Teil dieser Artikel-Serie wird die Belichtungsmessung behandelt und wir erklären, welche Unterschiede es zwischen dem Digitalen und Analogen gibt.
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