Fakten, Datenblatt und neue Möglichkeiten

Im April 2011 kam die zweite Generation unseres HCD auf den Markt. Mittlerweile gehört der „HCD new“ zu den beliebtesten Schwarzweiß-Entwicklern in Deutschland. Auch im europäischen Ausland hat er schon eine treue Stammkundschaft gefunden. Damit könnten wir eigentlich zufrieden sein, wenn uns nicht die bisher unerkannten Potentiale weiter treiben würden. So haben wir jetzt für Ilford-Filme weitere Entwicklungszeiten ausgetestet und sind über die neuen Möglichkeiten sehr begeistert. Das aktuelle Datenblatt ist im Download-Bereich zu finden.

Ilford gilt schon lange als der aktivste Hersteller im Schwarzweiß-Bereich. Neben den altbekannten Standards wie „Pan F“, „FP4+“ und „HP5+“ finden wir auch den Spezialisten für Filterfotografie „SFX 200“ und die Flachkristall-Filme „Delta 100“, „Delta 400“ und „Delta 3200“ im Lieferprogramm. Allesamt ganz eigene Persönlichkeiten, was den Bildausdruck angeht. Gerade jetzt im Mai erfreut sich der „SFX 200“ einer starken Nachfrage, da Infrarot- und Rotfilter-Fotografie die Domäne dieses Films darstellen. Aber auch auf Orange-, Gelborange- und Gelbfilter spricht er sehr gut an. Sogar Grün- und Grüngelb-Filter steigern beim SFX den Bildeffekt deutlich. Es ist eben ein speziell auf die Farbfilterfotografie ausgelegtes Material, daran geht kein Weg vorbei. Und da beim Filtereinsatz die Lichtkapazität zum Teil erheblich eingeschränkt wird, ist eine Push-Entwicklung stets willkommen. Mit dem „HCD new“ ist dies bis ISO 3200 problemlos möglich. Aber auch mit der Pull-Entwicklung lassen sich herrliche Effekte erzielen – besonders in der Landschafts- und Architektur-Fotografie. Mit ISO 32 und Rot- oder Orangefilter werden die Belichtungszeiten dann so lang, dass man prägnante Darstellungen von ziehenden Wolken einfangen kann. Der SFX in ISO 32 plus Filter ist unser absoluter Tipp für außergewöhnliche Schwarzweiß-Bilder.

Flachkristall-Filme mit Feinkörnigkeit gleich zu setzen ist eine nicht unbeschränkt richtige Schlussfolgerung. Gerade der „Delta 400“ ist ein gutes Beispiel für eine etwas „raue“ Bilddarstellung, die jedoch noch weit entfernt vom groben Korn ist. Der „HCD new“ ist kein ausgesprochener Feinkorn-Entwickler, aber auch kein Grobkorn-Entwickler (dafür gibt es den DOM). Der HCD zeigt das, was ein Film in sich hat. Ganz natürlich, ganz normal. Aber eines bringt die 2Phasen-Entwicklung in HCD-S (der optionale Starter) und HCD-2 (dem eigentlichen Entwickler): Unvergleichliche Schärfe und herausragende Detailkontraste. Freunde des harten, prägnanten Bildes können den „Delta 400“ jetzt bis ISO 12800 treiben. Und am anderen Ende der Skala stehen nun im Datenblatt die Zeiten für ISO 25, ISO 32 und ISO 50. Erstaunlich, wie fein sich der „Delta 400“ mit „HCD new“ steuern lässt. In diesen niedrigen ISO-Werten erhält man eine bisher nicht gekannte Durchzeichnung in den Schatten und der raue Geselle wird fein und nahezu kornfrei. Und wem dies doch ein wenig zu unruhig ist, der greift zum „Delta 100“.

Der „Ilford Delta 100“ ist der vielleicht am feinsten abzustimmende Film in der Schwarzweiß-Liga. Hier macht es wirklich Sinn, in 1/3 Blenden das Material genau so anzuwenden, wie man es benötigt. Von ISO 12 bis ISO 400 kann der Fotograf alles machen, was er im Sinn hat. In der Analogfotografie geht es immer weiter. Heute stoßen wir in Bereiche vor, die bisher nicht für möglich erschienen. Auch die Geschichte der Push- und Pull-Entwicklung müsste eigentlich neu geschrieben werden, wenn man sich anschaut zu welchen Bildern die „HCD new“ verwendenden Fotografen heute kommen.

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