Letzte Woche hat die Ankündigung des ersten und einzigen Fotomagazins für die analoge Fotografie für Aufsehen gesorgt – ab September 2012 kommt PhotoKlassik in den Handel. Wie angekündigt, haben wir uns um eine Abo-Möglichkeit für Frühbucher gekümmert. Der Versand des Abos ist auch nach Österreich und in die Schweiz möglich – andere Länder auf Anfrage. Intensive Gespräche mit den Herausgebern Wolfgang Heinen und Thomas Maschke haben uns gezeigt, wie groß ein Magazin-Projekt in der Analogfotografie ist und welche Herausforderungen bereits überwunden wurden, bzw. noch zu überwinden sind. Einmal hinter die Kulissen zu schauen, ist mit Sicherheit interessant. Das Gespräch haben wir mit Wolfgang Heinen geführt.
Spürsinn: Wie kommt es, dass sich die beiden, in der Digitalfotografie so bekannten Journalisten und Herausgeber, Wolfgang Heinen und Thomas Maschke, plötzlich mit einem rein auf die analoge Fotografie bezogenen Print-Magazin an den Markt wagen? Der Weg vom Saulus zum Paulus?
Heinen: Keineswegs! Thomas und ich haben eine lange Geschichte in der Analogfotografie. Thomas ist Autor vieler Fachbücher, die das Analoge von A bis Z erklärt haben und mir war die Fotografie schon immer wichtiger als die Technik. Ich habe sogar einmal einen Bildband herausgebracht! Da war ich noch jung, alles analog und den Druck habe ich von meinem letzten Geld finanziert.
Spürsinn: War das Buch ein Erfolg?
Heinen: Leider nein. Im Keller stehen noch einige Kisten.
Spürsinn: Wie kam es zum Projekt „PhotoKlassik“?
Heinen: Wer aufmerksam die Fotolandschaft beobachtet, bemerkt die beständige Zunahme an analog entstanden Bildern und Interesse an dem Thema. Studenten, aber auch viele andere junge Menschen lieben immer stärker das Handwerkliche und das Gefühl, Originale zu produzieren. Und unter den Älteren gibt es bekannterweise immer noch eine riesige Menge an Interessierten an analoger Fotografie.
Spürsinn: PhotoKlassik ist also „nur“ ein Kulturfolger?
Heinen: Das klingt aber böse! Selbstverständlich sind wir Kaufleute und ergreifen die sich bietenden Chancen. Aber die wichtigste Motivation ist unsere Leidenschaft für das Thema. Wir lieben die Fotografie. Ideale Voraussetzungen, wie wir finden.
Spürsinn: Noch einmal zurück zum Saulus-Paulus-Thema. Ist ein Print-Magazin für die Digitalfotografie, mit einigen analogen Verweisen nicht wesentlich lukrativer?
Heinen: Nein. Wir wollen keine Mischformen. Die aktuelle Fotografie zeichnet sich dadurch aus, dass unglaublich viele Fotografen beide Arten der Fotografie betreiben. Aus journalistischer Sicht gleicht ein Magazin über Beides einem Gemischtwarenladen und ist in der Sache nur halbherzig.
Spürsinn: PhotoKlassik entsteht nur deshalb, weil einer der nach allen Seiten offen ist, nicht ganz dicht sein kann?
Heinen: Es bringt für alle Leser Vorteile, wenn sich eine fachlich einwandfreie Berichterstattung auf ein Thema konzentrieren kann. Dabei wird PhotoKlassik kein Dogma aufstellen. Wir machen das Magazin für alle, die nur analog fotografieren. Aber vor allem auch für alle diejenigen – und die sind in der Mehrheit – die sowohl digital als auch analog fotografieren.
Spürsinn: Also entsteht ein Fachmagazin, dass sich um alte Kameras und theoretische Abhandlungen über technische Aspekte dreht?
Heinen: Nein! Das sind genau die Artikel, die wir nicht bringen werden. Kurvendiskussionen langweilen. Wir wollen unterhalten, informieren und über die aktive Fotografie auf Film berichten – auch Sofortbildfilm und andere. Da sind wir in alle Richtungen offen. Aber eines muss immer gewährleistet sein: Vom Praktiker, für Praktiker. Und auch Einsteiger müssen sich wiederfinden können.
Spürsinn: Also keine Zonensystem- und Schärfe-Abhandlungen?
Heinen: Wenn es reinpasst, dann wird auch einmal ein solcher Artikel erscheinen, aber gewiss nicht das ganze Heft beherrschen.
Spürsinn: Der Einzelpreis von 9,80 Euro pro Heft klingt fair. Wird sich das ganze Magazin durch Werbung finanzieren?
Heinen: Genau das wollen wir nicht. Wer als Magazin große Anzeigenkunden hat, muss in der Berichterstattung auch freundlich mit ihnen umgehen und auf deren Bedürfnisse eingehen. Wir sind unabhängig von Fotoindustrie, Herstellern und Handel und wollen das auch bleiben. Natürlich gibt es auch die Möglichkeit Anzeigen zu schalten, aber der analoge Bezug muss gewahrt bleiben und deutlich sein. Zudem ist Werbung eine wichtige Informationsquelle für unsere Leser, um Bezugsquellen für das Eine oder Andere zu finden. Deshalb sind wir auf viele Leser, eine echte Fangemeinde, angewiesen, um dieses Projekt zu finanzieren.
Spürsinn: Hehre Ziele! Wird das aber der kaufmännischen Realität standhalten?
Heinen: Wir haben sauber gerechnet und es sieht ganz gut aus. Was wir aber auf jeden Fall brauchen, ist bereits ein vom Start weg stabiler Abonnentenkreis. Deshalb sind wir sehr dankbar, dass Ihr uns dabei unterstützt.
Spürsinn: Vielen Dank für die offenen Worte und viel Erfolg!



Eine schöne Möglichkeit, die Finanzierung von solchen Projekten sicherzustellen sind z.B. Kickstarter-Kampagnen. Das verbreitet sich dann leichter, als nur ein Abo-Formular bei einem Händler. Auch wenn das eine klasse Sache ist, keine Frage.
Trotzdem würde ich auch die Kickstarter (oder ähnliches “crowd funding”) in Betracht ziehen, wenn es wirklich noch an der Finanzierung hapern sollte.
Beste Grüße,
CS
Was Carsten schreibt schoss mir auch schon durch den Kopf. Von der Idee bin ich begeistert.
Ich hatte mir erhofft, dass die angegebene URL des geplanten Magazins mehr Aufschluss bringt. Da steht auch nichts … sicherlich sind das Anlaufschwierigkeiten. Aber wenn jemanden die Namen der Macher nichts sagen, dann ist das keine “vertrauensbildende” Maßnahme bereits jetzt ein Abo abzuschließen. Hier ist die Starthilfe eine “sichere” Alternative.
PS: Ich fänds auch gut, wenn die Adresse, wohin das Abo-Ticket geschickt werden soll, groß lesbar wäre …
Eine Fax oder Mailadresse, um das Formular zu senden, wäre in der Tat hilfreich…
Ach, die aus den Mediadaten? O.k….
Kann man die Mailadresse von der letzten Seite der Mediadaten nutzen?
Es wäre aber wirklich klarer, wenn Mail- und Postadresse auch hier http://www.spuer-sinn.net/blog1/?page_id=5093 und/oder auf dem Formular stehen würden.
Wir sind gerade dabei, den Verlag um eine nochmalige, klarere Änderung des Formulars zu bitte. Ihr könnt eine Abobestellung bis dahin auch an uns senden, wir leiten dann einfach weiter, okay?
Wie sehen die Preise fürs Ausland aus? In meinem Fall in die Schweiz.
Bankeinzug wird nicht funktionieren. Rechnung?
E-mail der Mediendaten benützen?
Ja, das würde mich auch interessieren. Kann ich als Abonnent mit Wohnsitz Schweiz eine Vorauszahlung leisten, oder per Rechnung bezahlen?
Ich möchte die Zeitschrift abonnieren, wohne jedoch in der Schweiz. Wie muss ich vorgehen? Vielen Dank
Für alle Schweizer, Österreicher und weitere Interessenten hier die aktuelle Abomöglichkeit
Ich finde die Idee sehr gut, da habe ich lange drauf gewatet. Habe das erste Heft in der Hand und werde sehr wahrscheinlich Abo bestellen