Die impossible-Filme „PX 100“ und „PX 600“ erfreuen sich mittlerweile großer Beliebtheit. Auch der „TZ Artistic“, das letzte Produkt der original Polaroid-Fertigung, hat schon lange seine Liebhaber gefunden. Leider kann unsachgerechte Aufbewahrung die Freude an den Bildern trüben. Mit ein wenig Sorgfalt ist das alles jedoch kein Problem.
Gleich vorweg: Der schönste Bilderrahmen für ein Polaroid-Bild ist eine leere Film-Kassette. Hierfür drückt man die Andruckfeder in der Kassette nach unten und schiebt das fertige Pola durch den Auswurfschlitz hinein. Die Batterieschlitze auf der Rückseite sind ideale Aufhänger für die Nägel in der Wand. Aber auf 8 Bilder kommt nur eine leere Kassette. Somit sollten die anderen Bilder gut und sachgerecht verwahrt werden.
Wenn ein Bild an der Wand hängt, ist es im Bildausdruck ziemlich stabil. Zwar gab es schon immer das Phänomen, dass sich die kristalline Struktur von Polaroids verändern kann – aber dies ist ein Teil des Pola-Kultes. Im Softwarebau reden wir schon lange von „Standardfehlern“. Warum soll es das nicht auch in der Fotografie geben? Direkter Sonneneinstrahlung sollte man Polas nicht aussetzen – aber dies schadet sowieso allen Dingen, angefangen beim Perserteppich, über Möbel, bis hin zu Gemälden und Bildern aller Art. Die 100er und 600er Polaroid-Bildern reagierten schon immer auf große Wärme und Druck. Dieser Effekt tritt auch noch Monate nach der Aufnahme manipulierend auf. Was für Manipulationskünstlern angenehm ist, kann andere Fotografen stören. Deshalb sollten die Bilder nicht im Auto unter der prallen Sonne gelagert werden. Und ganz bestimmt stellt man keine Kisten auf die Bilder oder legt dicke Bücher darauf. Alles Selbstverständlichkeiten, die für viele fotografische Erzeugnisse gelten – nur bei der Polaroid-Fotografie wird es oft aus Nachlässigkeit missachtet.
Für ein Problem ganz anderer Art haben Analogfotografen schon lange eine perfekte Lösung gefunden. In der Aufbewahrung, auch Archivierung genannt, sollen Bildergebnisse vor Kratzern und Staub geschützt werden. Vielleicht möchte man auch noch die eine oder andere Notiz anfügen, ohne das Bild selbst zu beschriften. Viele unserer Kunden nutzen dafür die Pergaminhüllen 9×13 cm, wie sie auch von Großformat-Fotografen verwendet werden. Die Hüllen können direkt oder mittels eines zusätzlichen Klebeetiketts beschriftet werden. Auch sollte man die Schachtel der impossible-Filme nicht wegwerfen, da man sie als Etui für fertige Bilder nutzen kann. Wer es ganz perfekt machen möchte, stellt sich ein Scrapbook zusammen.
Nun mögen diese Tipps banal und einfach klingen. Aber wir haben in den letzten Wochen häufig mit Kunden über genau diese Details am Telefon gesprochen. Mit großer Wahrscheinlichkeit sind viele in Foren diskutierte impossible-Fehler auf falsche Behandlungen der Bilder zurückzuführen. Übrigens hatte Polaroid selbst schon vor Jahren mit diesen „Problemen“ zu kämpfen. Dies war auch ein Grund dafür, die erheblich unempfindlicheren Filme vom Typ „Image“ resp. „Spektra“ zu erfinden. Leider wurde die Polaroid-Fotografie aus Sicht eingefleischter Pola-Fans dadurch auch ein wenig langweiliger. Aber all das ist Ansichtssache.
Noch ein Tipp zum Abschluss: Auf dem Blog von Tilla Pe ist eine Erklärung zu finden, welche Kamera welchen Sofortbildfilm braucht. Da von Polaroid eine fast unüberschaubare Modellvielfalt gefertigt wurde, wird es auch noch ein paar Modelle geben, die dort nicht aufgeführt wurden. Aber auch dafür gibt es Tipps, wie man trotzdem den richtigen Film wählt. Und leider gibt es auch Kameras, für die es schon seit Jahrzehnten keine Filme mehr gibt. Tilla gibt auch da einen hervorragenden Überblick.


