Wir alle kennen die Geschichten, in denen Alchemisten ihre Wunderwässerchen gegen Schlangenbiss, Migräne und böse Geister anpreisen. Ein Wasser für alle Zwecke – sozusagen für und gegen das Kinderkriegen. Auch Fotochemie wird mancherorts in ähnlicher Weise angeboten. Doch jene Anpreisungen sind keine Scharlatanerie – oder waren es zu mindest in früheren Jahren nicht. Da gab es tatsächlich Universal-Entwickler, die jeden Schwarzweiß-Film bei gleicher Entwicklungszeit bis zur tatsächlichen Nennempfindlichkeit ausentwickeln konnten. Bei heutigen Entwicklern sind wir da jedoch nicht ganz sicher, ob das tatsächlich funktioniert – bis auf eine Ausnahme: Eine spezielle Rezeptur unserer MixTour.
Rezeptzettel_110412 (1)
Ein Entwickler, eine Entwicklungszeit, ganz viele unterschiedliche Filme in eine Dose und alles wird gut? Mit der MixTour-Rezeptur „Feinkorn V2“ können wir sagen: Alles ist gut! Wir haben es ausprobiert. Ein „efke R 25“, ein „efke R 100“, ein „Kodak Tri-X 400“ und ein „Rollei 80 S“ zusammen in eine große Entwickler-Dose (verwendet haben wir die JOBO 1510 mit der Modul-Verlängerung) und nach 25 Minuten Entwicklungszeit waren alle Filme optimal entwickelt. Zauberwerk? Wer hier die Stirn kraus zieht, wird bei den Erfahrungsbericht von Chris Marquardt noch skeptischer drein blicken. Für ihn ist diese MixTour-Rezeptur eine echte Offenbarung, wenn er mit seiner Pinhole-Kamera loszieht. Der sich aus dem Entwicklungsprozess ergebende Blendenspielraum ist enorm. Es ist durchaus zu verstehen, wenn er nach dem Sinn des Belichtungsmessers fragt, wenn er seine Pinhole-Fotografien in „MixTour Feinkorn V2“ entwickelt. Und die Bildergebnisse sind nicht irgendwie „nett“, sondern richtig gut, wie das nachfolgende Bild zeigt (aufgenommen auf efke R 100 – Holga Weitwinkel-Pinhole).
Die MixTour-Rezeptur „Feinkorn V2“ schafft nicht nur die wirkliche Universalentwicklung, sondern wirkt auch noch als echter Ausgleichsentwickler. Um ehrlich zu sein, eine wissenschaftliche Erklärung für diese Eigenschaften können wir nicht liefern. Es ist auch egal, weil es am Ende doch nur auf das gute Bild ankommt. Wie groß der Ausgleichsfaktor ist, können wir am nachfolgenden Bild zeigen. Die gezeigte Belichtungssituation dürfte in der IR-Fotografie eigentlich nicht gehen – Belichtungsmessung in den Schatten und die Bildlinie führt ins helle Licht, das durch einen Schwarzfilter IR715 das kurz- und mittelwellige Licht sperrt. Bei solchen Negativen hat ein Entwickler eine Menge zu leisten.
Streng nach Datenblättern und ehernen Fotoregeln dürfte das alles nicht möglich sein. Aber wen interessiert die Theorie, wenn die Praxis beste Ergebnisse bringt? Das dabei höchste Qualität zustande kommt, zeigt eine Fotogeschichte am Rand. Im Baum des unten gezeigten Bildes hat ein Spaßvogel eine Spiegelscherbe befestigt. Sie ist nicht groß und zum Teil schon ein wenig matt. Aber wer genau hinsieht, erkennt den Fotografen exakt in der Bildmitte. Direkt darunter ist die extreme Vergrößerung dieses Bildausschnittes zu sehen. Logisch, besonders scharf kann das nicht sein, zumal es eine Kleinbildaufnahme ist. Deutlich erkennt man aber, dass der „efke 25“ mit dem Wunderwasser „MixTour-Rezept Feinkorn V2“ absolut keine Lust hat, Korn zu zeigen. All dies ist nur ein kleiner Ausschnitt der Entdeckungstour, auf die man sich mit MixTour begeben kann.







Ich finde gerade den KB-Ausschnitt ganz erstaunlich. Selbst wenn es mit der “Wunderwaffe” Zeiss Ikon aufgenommen ist – die glaube ich nämlich ebenfalls im Ausschnitt zu erkennen
Sehr spannende Sache, ich werde mich vermutlich dem Einstieg in die Wunderwasserpanscherei nicht verwehren können!
Boris, die ZI mit ihren phantastischen Objektiven kann viel, aber nicht alles
Ganz besonders in der Filmentwicklung will es da nicht so richtig klappen (die Suppe läuft immer raus *lach*).
Ganz im Ernst, die MixTour ist ein spannendes Spielfeld. Sicher gibt es spezielle Entwickler, die bei bestimmten Filmen noch weitaus höhere Kantenschärfe bringen (z.B. der SPUR HRX-3 http://www.spuersinn-shop.de/index.php?page=product&info=310 ) oder Feinkorn weiter auf die Spitze treiben. Unterm Strich benötigt man aber für jede Art der Negativ-Entwicklung einen gesonderten Entwickler. Bei der MixTour liegt es vollkommen in der Hand des Fotografen, was er wie entwickelt. Mal so, mal anders man ganz speziell.
Aber Vorsicht! Das Suchtpotential ist groß
Trotzdem freuen wir uns schon darauf, wie sich Deine Sucht ausprägen wird *zwinker*
Klasse Idee! Was mir noch im PDF fehlt, sind die Kipprhythmen. Oder macht ihr Standentwicklung?
Robby, das Thema der Kipp-, Schüttel- oder Standrhythmen werden wir in einem der nächsten Blog-Artikel noch einmal aufnehmen. Im Grunde kann es jeder machen wie er will.
In der Regel werden Entwicklungszeiten bis 10 Minuten durch Agitation unterstützt. Längere Entwicklungszeiten werden entweder im Stand entwickelt oder alle 4 bis 5 Minuten geschüttelt.
Im Grunde hat aber jeder “Alchemist” seine eigene Methode. Wie gesagt, demnächst mehr dazu