Die Geister, die ich rief…

06. März 2010

Schon Goethe ließ seinen Zauberlehrling ausrufen :

Die Geister, die ich rief
werd’ ich nun nicht los

Einer meiner Lieblingsfotografen, Michael K. Trout, hat sich erbarmt und tatsächlich das mir gestern angepriesene Werk gelesen und besprochen.

Wann begreifen Firmen endlich, dass ein geschenkter Gaul immer noch ein ansehnliches Gebiss haben sollte, wenn er als Werbegeschenk für Wohlwollen und Reputation sorgen soll?
(Und wann lernen Blogger endlich, Geschenke nicht unreflektiert und unbesehen in die Welt zu blasen?)

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Nutzlose Bauchpinseleien

05. März 2010

Heute gab es mal wieder elektronische Post der besonderen Art.

Diesmal von einem Online Media Manager, der sich sogleich bemüßigt fühlte, mir im ersten Satz den Bauch zu pinseln.

Auf der Suche nach einem qualitativ hochwertigen Blog zum Thema Fotografie, Bildbearbeitung, Design sind wir auf Ihren Eintrag aufmerksam geworden.

Dann kommt er aber auch gleich zur Sache:

Im aktuellen Monat März bietet Pixxsel – die Webseite des Franzis Verlag mit Auflistung aller Buch- und Softwareprodukte aus dem Bereich Bildbearbeitung, Kameratechnik und Fotografie, das E-Book „Digitale-Fotografie- Basisiwissen“ (Autor: Christian Haasz, 160 Seiten) mit einem Gutschein zum kostenlosen Download an.
Wenn Sie in dieser Nachricht einen Mehrwert für Ihre Leser sehen, würden wir uns freuen wenn sie diese, frei nach nachfolgender Pressemitteilung, bei sich veröffentlichen würden.

Sehr geehrter Herr Bruckner,
ich sehe keinen Mehrwert darin, meinen Lesern ans Herz zu legen, ihre Daten bei Ihnen abzugeben.
Desweiteren sehe ich auch keinen Sinn darin, mir ein solches Angebot zu unterbreiten, ohne auf eine Entlohnung für meine von Ihnen erhoffte Werbetätigkeit für Ihr Unternehmen einzugehen. Hätten Sie sich nur 10 Minuten mit den Inhalten meines Blogs beschäftigt, so dürfte Ihnen aufgefallen sein, dass ich meine Inhalte (Neudeutsch: Content) in den meisten Fällen selbst erarbeite und meine Leser gewiss nicht mit vorgefertigtem Brei  zu langweilen gedenke.
Ich werde also den Teufel tun und mich in die breite Front der Wiederkäuer einreihen, denen selber nichts mehr einfällt.
Auf Ihrer Suche nach Wasserträgern sollten Sie nicht so tun als wäre Ihnen an meiner persönlichen Arbeit gelegen. Viel zu breit haben Sie ihre gleichlautenden Bittschreiben gestreut. Hätten Sie aufmerksam gelesen, wäre Ihnen nicht entgangen, dass mein Wissen und meine Betrachtung der Fotografie erheblich tiefer geht als das von Ihnen angepriesene Machwerk. Bereits die ersten fünf Sätze dieses E-Books müssten Ihnen beim oberflächlichen Vergleich mit den Inhalten meines Blogs deutlich gemacht haben, dass Leser meines Blogs an diesem Werk maximal aus Sicht der unumwundenen Belustigung Interesse haben könnten.
Wie Sie sehen haben Sie mit Ihrer E-Mail genau das erreicht, was Sie wollten: Erwähnung. Aber wie sagt bereits ein altes Sprichwort: “Jeder ist zu etwas nutze, und wenn er nur als schlechtes Beispiel dient”.
Umsichtige Blogger arbeiten übrigens wie gute, freie Journalisten - sie lassen sich nicht vorschreiben, in welcher Couleur gefärbt sie schreiben, was sie schreiben.
Sie können übrigens davon ausgehen, dass das von Ihnen angepriesene Werk aufmerksam gelesen und an anderer Stelle ausführlich besprochen wird.
Merke: Blogger sind vernetzt und selten allein.
Mit freundlichen Grüßen,
Tilla Pe
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Quick & Dirty

02. März 2010

Nachdem es anscheinend jetzt Kult wird, “unbearbeitetes” Material zur Schau zu stellen, will ich auch mal.

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Klick macht big

Okay - ich habe geschummelt. Ich habe nämlich folgende Bearbeitungen gemacht:

  • Ich habe mich entschieden, die Pentax MEsuper mit dem 50/1.4 zu verwenden
  • Ich habe wohlüberlegt einen Spürsinn U125 eingelegt
  • Ich habe durch den Sucher geschaut, den Bildausschnitt gewählt, mich für die Blende entschieden und fokussiert
  • Ich habe ausgelöst
  • Ich habe den fertigen Film in Spürsinn HCD gebadet und mir natürlich die Entwicklungszeiten überlegt
  • Ich habe ihn nach dem Trocknen gescannt
  • Ich habe Gimp aufgerufen und ein paar Fussel weg gestempelt
  • Ich habe mein Bildbearbeitungsprogramm überredet, die ganze Datei zu verkleinern und als JPG zu speichern.

Und?

Übrigens mache ich selten mehr. Nicht, weil ich es nicht kann, sondern weil ich zu faul bin. Hier ein bisschen am Tonwert gedreht, dort mal in die Gradation geschaut und gut ist es. Unterschiedliche Interpretationen eines Bildes interessieren mich nicht, ich gehöre zu denen, die wissen, welches Material und welches Werkzeug annähernd das Bild entstehen lassen, das ich im Kopf habe. Deswegen weiß ich, wie mein Bild aussehen soll, mache es so und  muss keine zig Variationen davon stundenlang mit der Maus traktieren.
Aber das ist meine Art zu arbeiten.

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Küss mich, Muse!

01. März 2010

Ich kenne das mit dem kreativen Loch. Logisch. Jeder, der einen Anspruch an seine kreative Tätigkeit hat, kennt die fehlende Inspiration, die Suche nach der küssenden Muse, der allheilbringenden Idee, dem selig machenden Geistesblitz. Und jeder hat  unterschiedliche Vorgehensweisen, diesem Gefühl der Ideenlosigkeit entgegenzuwirken. Auf die Idee, mein Werkzeug einerseits einer Funktion zu berauben und ihm im gleichen Zug die Bearbeitung meiner Bilder zu überlassen, bin ich allerdings noch nie gekommen. Und mir im Nachgang zu verbieten, die Ergebnisse nicht mehr anzurühren, auch nicht. Ich binde mir ja auch nicht den rechten Arm auf den Rücken, wenn ich als Rechtshänderin eine dreistöckige Hochzeitstorte backen will. Es sei denn, ich kann das Brautpaar nicht leiden und brauche eine Entschuldigung dafür, warum die Torte so mistig und  lieblos hingeklatscht aussieht.

Warum geht also einer los und klebt das Display seiner Kamera ab, verpflichtet sich gleichzeitig, in einem Modus zu fotografieren, in dem die Kamera die Bearbeitung mehr schlecht als recht gleich selbst übernimmt und verbietet sich im Nachgang noch Hand an seine Ergebnisse zu legen? Auf der Suche nach dem eigenen Können?  Fehlende Inspiration? Falsch verstandene Reduktion von Möglichkeiten?

Wenn mir  so gar nichts mehr einfällt, dann gönne ich mir als erstes eine Kameraabstinenz. Das bedeutet, ich fasse keine Kamera an, habe keine dabei, auch keine “Notkamera” im Kofferraum oder den Action-Sampler in der Tasche. Ich lege nicht fest, wie lange diese freiwillige Abstinenz andauern muss, ich setze mir weder Ziele (Du musst es drei Wochen ohne aushalten) oder Fristen (Du darfst erst wieder, wenn…) sondern lasse einfach dieses Extra Körperteil weg. Je nach Intensität meiner Ideenlosigkeit dauert es ein paar Stunden oder auch mal 1 bis 3 Tage, bis ich anfangen kann zu genießen, die Kamera nicht dabei zu haben. Irgendwann kommt der Moment, in dem ich Netzhautbilder mache und mich daran freue, diese Momente nicht auf Film zu bannen, nicht auf Film bannen zu können. Denn ich habe ja kein Werkzeug dabei.
Und irgendwann kommt dann auch der Moment, in dem ich freudig eine Kamera auswähle und liebevoll in meine Tasche stecke, das ist dann der Moment, in dem mich Bilder anfliegen, Ideen anspringen und Konzepte im Kopf Gestalt annehmen. Die Krise ist überwunden. Es kommt dann durchaus vor, dass die nächsten Tage gar nicht ausgelöst wird, aber ich könnte, wenn ich wollte ohne zu müssen.

Das ist der springende Punkt. Meist verlässt mich die Muse und geht los, jemand anderen zu küssen, wenn sie das Gefühl hat, bei mir küssen zu müssen. Das erkenne ich zwar oft erst im Nachgang, aber ich erkenne es.
Erkenne ich es tatsächlich rechtzeitig dann heißt es ganz schnell “Dampf ‘rausnehmen”. Müssen muss ich nämlich gar nichts. Zwang, auch eigener innerer Zwang führt bei mir immer zu mittelmäßigen bis grottig schlechten Bildern.
Die Frage an mich lautet in diesen Momenten “Will ich sensationell, hervorragende, aus der Masse heraus stechende Bilder machen oder reicht es mir für diesen Moment auch, einfach frei  fotografieren zu dürfen?” Wird die Frage beantwortet mit “Ich will das Bild machen - mir fehlt aber die zündende Idee” dann kommt es zur Abstinenz. Will ich jedoch einfach frei Bilder machen, dann greife ich meist zu einem Werkzeug, das mir gar keine Möglichkeit gibt, hier noch ein bisschen zu drehen oder dort noch ein wenig zu schrauben sondern einfach nur dazu geeignet ist, frei zu fotografieren. Oft ist es eine Box, manchmal der Action Sampler oder ein anderes “Spielzeug” aus meiner Sammlung. Und siehe da - die meisten Bilder, die so entstanden sind, mag ich sehr gern. Sie sind nicht zwingend etwas Besonderes im Sinne von außergewöhnlich, innovativ, bestechend anders sondern einfach nur  Bilder, die mir in dem Moment ” zugeflogen” sind, als ich auslöste und die mir jedes Mal wieder zeigen, dass ich ganz besondere Talente habe.

Der Zweifel an meinem Können, meinem Talent und meinem Wissen ist es oft, der die kreativen Löcher auf den Plan ruft. Nun ist es so, dass mein Verstand mir durchaus sagen kann, was ich kann und was nicht. Ich weiß, dass ich viel weiß. Ich weiß aber auch, was ich alles (noch) nicht weiß, wo es hängt und was ich gerne noch können/machen/wissen möchte. Der Verstand ist sich seiner Sache sehr sicher.
Ich wäre aber nicht die Fotografin, die ich bin, würde ich alles aus dem Verstand abhandeln. Viele meiner Bilder tragen Emotionen, leben von den Emotionen, die eingefangen werden oder denen, die sie auslösen. Und so ist es auch nicht der Verstand, der mein fotografisches Handeln bestimmt, sondern meine Seele, die so oft eine richtig kleine Mimose sein kann und in diesen Momenten die Zweifel zulässt und nährt. Nicht, dass ich das als falsch empfinde. Nein, ganz im Gegenteil. So sehr mich die Mimose in mir nervt, so lästig mir manchmal die Zweifel sind, so sehr wichtig ist diese Komponente auch für mein Handeln und Tun, für meine Gedanken und damit eben auch bestimmend für meine Bilder.

Mit dieser Erkenntnis kann ich leben. Ich kann damit fotografieren und ich kann es auch sein lassen. Ich kann vor mir und anderen zugeben, dass es so ist wie es ist.
Ich kann aber auch trotz dieser Erkenntnis jammern und fluchen und um den Kuss der Muse betteln. Und ich kann mich darin suhlen, wenn das kleine Miststück sich besonnen hat und zu mir zurückkommt, küssend, schmeichelnd, inspirierend.

Manchmal werde ich gefragt, wie man aus einem kreativen Loch wieder heraus kommt. Ich sage oft genau das, was ich oben beschrieben habe.
Nichtsdestotrotz muss jeder seinen eigenen Weg, seinen eigenen Umgang mit der drohenden Ideenlosigkeit, der Verzweiflung und der Unlust finden. Oft ist es auch so, dass man gestärkt und mutig aus solchen Phasen herauskommt. Ein Buddhist würde wahrscheinlich sagen, dass man die nächste Stufe erreicht hat :)

Für absolut falsch halte ich es aber, sich den rechten Arm (für Linkshänder: den linken Arm) auf den Rücken zu binden, seiner Kamera die Bearbeitung zu überlassen und dieses Ergebnis dann als Ergebnis seines eigenen Schaffens zu präsentieren. Das ist kein Projekt, das ist Augenwischerei.

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Eseleien

25. Februar 2010

Nur ein Hinweis: Betrachtenswert!

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Hatz4

23. Februar 2010

Nein, ich habe kein “r” in der Überschrift vergessen.

Wenn ich mies drauf bin, denke ich immer, ich sei von lauter dummen Menschen umgeben.

Momentan bin ich eher gut gelaunt. Ich spüre den Frühling in den Knochen und auch in der Luft, Sonne gab es auch schon, ich habe ein kleines (ganz winzig kleines, aber sichtbares) Plus auf meinem Konto und der Monat ist schon weit fortgeschritten, also alles so wie es sein soll. Nun sollte man meinen, ich hätte kein Problem mit den Menschen, denen ich täglich so hier und da begegne. Stimmt aber nicht. Ich hab ein Problem.

Wo ich mich auch herumtreibe, sei es auf der Straße, beim Bäcker, im Supermarkt oder in einer Kneipe, mir begegnet Dummheit. Geballte Dummheit.
Es ist nicht so, dass ich mich absichtlich unter dummen Menschen herumtreibe. Und es ist auch nicht so, dass man ihnen die Dummheit an der Nasenspitze ansehen kann, niemand von diesen Leuten trägt seine Unterhose auf dem Kopf, weil er schlicht und ergreifend zu dumm ist, sie richtig anzuziehen. Nö Nö. Das klappt alles schon. Man kann auch oberflächlich normale Gespräche mit diesen Menschn führen. Alles ganz unauffällig. Bis dann das ein oder andere Wort fällt. Regelrecht antriggert und dazu führt, dass Parolen herausgeschmettert werden, die jeder Grundlage entbehren, einzig und allein nachgeblökt werden, weil unser Vize-Kanzler ja so Recht hat.

Spitzenreiter in meiner persönlichen Liste sind die Worte “Westerwelle” und “Hartz 4″. Und ich stehe sprachlos daneben und kann nicht fassen, wie viele Menschen, die ich eigentlich durchaus als fähig einschätzte, den Kopf zu benutzen, sich plötzlich in geifernde, sich ereifernde Hyänen verwandeln, die meinen, dass der Nachbar, der seit zwei Jahren keinen Job hat, ihnen ganz persönlich grinsend ins Portemonnaie greift.

Ich habe nie verstanden, warum meine Großeltern vor vielen Jahren einem kleinen, geifernden Mann in seiner Argumentation gefolgt sind. Ebenso erschüttert mich jetzt, wie plötzlich Menschen um mich herum einem anderen, geifernden Mann in seiner Polemik folgen. Ich stehe dem tatsächlich hilflos gegenüber, denn meine Argumentationen werden mit einem Handstreich vom Tisch gefegt. Ich sei dumm, heißt es dann.

Das musste mal raus.

Ein Dankeschön an @manomama, die mich auf das Video aufmerksam gemacht hat.

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Walker Evans

22. Februar 2010

Ich müsste mal wieder etwas bloggen.

Nicht nur, weil hier schon lang nichts mehr passiert ist, sondern weil Bloggen den eigenen Gedankenfluss sortiert, anregt und von Ballast befreit. Ist dies geschehen, hat man den Kopf wieder frei um ihn mit Ideen, Weltanschauungen und Bildern zu füllen.

Hier gibt es  zurzeit keine Bilder zu sehen und das hat unterschiedliche Gründe. Aber es gibt jede Menge Bücher voller Bilder von fantastischen Fotografen. Ihr erinnert Euch? Bücher, das sind diese Dinger aus Papier, die man ohne DSL ins Bett mitnehmen und lesen kann. Neben meinem Bett liegt zurzeit mal wieder der Bildband von Diane Arbus “Magazine Work”. Hervorragend zu diesem “Bilderbuch” passen würde der Bildband mit Bildern von Walker Evans “Decade by Decade” erschienen beim Hatje-Cantz Verlag.
Vorgestellt hat ihn letzte Woche Michael Kirchner auf seinem Blog Fotografr.de - dort kann man auch ein Exemplar des Buches gewinnen, wenn man, wie ich jetzt einen Blogbeitrag dazu schreibt.

Dann schau ich doch mal, ob mir die Glücksfee hold ist oder ob ich mein Sparschwein schlachten muss, um diesen Bildband neben mein Bett legen zu dürfen. ;)

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Reich durch die Fotografie

07. Februar 2010

In der aktuellen Wirtschaftskrise wurden Gold und Silber zu den stabilsten Gütern.
Analog arbeitende Schwarz-Weiß-Fotografen sitzen direkt an der Quelle zum Reichtum.

Die Schwarz-Weiß-Entwicklung  ist auch als “Entwicklung nach dem Silberhalogenidverfahren” bekannt. Da steckt er schon drin - der Schlüssel zum Reichtum: Silber!
Wie kommt nun der arme, fotografische Künstler an die Silberbarren?

Wir wissen, dass in einem Schwarz-Weiß-Film Silber in Form von Silberhalogeniden steckt. Ohne diese wäre es schlicht ein Weiß-Film, denn das Silber ist für die schwarzen Stellen auf dem Negativ hauptsächlich verantwortlich zu machen. Bei der Entwicklung werden die Silberkristalle in der Emulsion aufgebrochen. Wer es ganz genau wissen will, der schaut bei Franz-Manfred Schüngel.

Haben wir unseren Film fixiert, so bleiben Silberpartikel in der Fixierbrühe zurück. Dieses Wissen sollte jedem Fotografen Herzschmerz bereiten, entsorgt er doch mit dem gebrauchten Fixierer den Grundstein seines Reichtums. Doch es gibt Abhilfe, denn dieses Silber lässt sich zurückgewinnen!

Man nehme:

10 Liter stark verbrauchte Fixierbadlösung und erwärme diese auf 60 Grad Celsius. Dann werden 85g Natriumcarbonat wasserfrei (calcinierte Soda oder auch E 500) und 85g Natriumhydrosulfit eingerührt.  Nach einigen Stunden hat sich das reduzierte Silber am Boden des Topfes abgesetzt. Die darüberstehende Flüssigkeit kann nun vorsichtig abgesaugt werden. Die so gewonnenen Silberrückstände können  dann in einer Metallscheideanstalt aufgearbeitet werden.

Wie oft dieser Prozess durchführt werden muss, bis man einen Barren zusammen hat, kann ich euch jetzt aber noch nicht sagen - ich arbeite selbst noch am ersten ;)

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Rettungsanker Haiti

17. Januar 2010

Spendenaufrufe verursachen mir immer ein klein wenig Unbehagen, denn ich weiß nie, ob das Geld tatsächlich da ankommt, wo es hin soll. Schuld daran sind sicher unter anderem Meldungen in den verschiedenen Medien, die einem klar machen, was für ein Verwaltungsaufwand hinter so mancher Hilfsorganisation steht und die Information, dass dieser Aufwand aus genau den Geldern bezahlt wird, die den Opfern von Katastrophen gespendet werden, aber im eigenen Land bleiben um Papierkram zu finanzieren.
Ein anderes ungutes Gefühl ergibt sich aus dem Bewusstsein, dass es ja “nur Geld” ist. Die eigene Hilflosigkeit wird mir in solchen Momenten so sehr bewusst, dass ich versucht bin, die Katastrophe und eben auch meine damit aufkommende Hilflosigkeit zu verdrängen. Ich arbeite daran, diese Scheuklappen los zu werden.
In vielen Kommentaren an anderen Stellen habe ich Begriffe wie “moderner Ablasshandel”, “das Gewissen beruhigen” und “sich von der Verantwortung frei kaufen” gelesen. Begriffe, die mir tatsächlich nicht in den Sinn kommen, wenn ich daran denke, dass eine Katastrophe wie in Haiti geschehen, Menschen in Situationen stürzt, die wir uns in unseren schlimmsten Träumen nicht für uns vorstellen können. Wenn der “schnöde Mammon” hilft, ist es mir ziemlich egal, ob ich einen “modernen Ablasshandel” unterstütze. Und “freikaufen” von diesem ohnmächtigen Gefühl kann sich doch auch nur derjenige, der eh nur spendet “weil man das so macht” - und genauer betrachtet selbst das nicht, denn diese Menschen haben ein solches Gefühl nicht auf ihrem emotionalen Plan.

Jetzt habe ich doch wieder mehr geschrieben, als ich ursprünglich wollte.

Hier also der Aufruf von Spreeblick mit der Bitte an Euch, inne zu halten und die eigene Gefühlswelt erst einmal zu scannen.

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Die andere Seite

14. Januar 2010

Mein Modell, der Brückenzwitscherer, hat mir erlaubt, seine Sicht der Dinge zu veröffentlichen :)

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(c) Benjamin Berneaud

Kamera: iPhone
Film: “Tilla & Noblex in Eis und Schnee”
Musik: Grauzone “Eisbär”

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