Bedient Euch
Die Urheberrechtsdiskussion und auch das ausführliche Telefonat mit einem Piratenkapitän haben mich auf die Idee gebracht, auszuprobieren, ob Menschen tatsächlich, wie an so vielen Fronten erklärt, bereit sind, für Fotografie im Internet zu zahlen.
Ich stell Euch jetzt an dieser Stelle ein Bild in einer ordentlichen Auflösung unter CC Lizenz zur Verfügung, das man auf A4 mit einem handelsüblichen Tintendrucker auf Fotopapier ausdrucken kann. Also ein echtes Bild. Auf meine Signatur müsst ihr in diesem Fall verzichten, aber ich denke, das kann man verschmerzen.
Ihr dürft dieses Bild für Eure private Verwendung herunterladen und auch ausdrucken. Ihr entscheidet, was es Euch wert ist und wenn ihr bereit seid, dafür zu zahlen, dann benutzt den PayPal-Button oder schickt eine Mail an tilla[punkt]pe[ät]gmx[punkt]de - ich würde Euch dann meine Kontoverbindung mailen.
In ein paar Wochen lasse ich Euch wissen, wie oft das Bild heruntergeladen wurde und wie viele Menschen beschlossen haben, es monetär zu würdigen.
Es ist ein Experiment für mich und sicher auch für viele Fotografen.
Das Vorschaubild:
Dieses Bild steht unter folgender Creative Commons Lizenz ![]()
Und hier könnt ihr einen Betrag bezahlen, der Euch überlassen ist:
Tags: analog, avaiable light, CC-Lizenz, Creative Commons, Download, for free, Fotografie, Interesse, Kultur, Kunst, Mittelformat, Piraten, Piratenpartei, Umsatz, Urheberrecht, Versuch





26. Juni 2009 at 13:37
Liebe Tilla - eine grandiose Idee!
Bin ich gespannt auf das Ergebnis. Und möglicherweise lade ich es auch herunter - mal sehen
LG,
Moni
26. Juni 2009 at 14:09
hab’ den Austausch mitverfolgt und verfolge jetzt interessiert dieses Experiment. Mein Lieblingsbild auch noch. Der freiwillige Betrag allerdings macht mich unwohl. Was ist angemessen? Kenn’ mich da nicht so aus. Hätte lieber ‘ne klare feste Summe. Klare Sache, kurzer Prozess.
grüsst,
Sinta
26. Juni 2009 at 14:17
@Sinta
Es ist gar nicht Dein Lieblingsbild *ätsch* aber es ist eines aus der Serie.
Eine klare, feste Summe wäre hier kontraproduktiv - ich will ja herausbekommen, was es dem einzelnen wert ist. In diesem Fall betrachte ich das als angemessen.
26. Juni 2009 at 14:19
Die Idee find ich auch toll. Ich bin mir aber nicht ganz sicher, inwiefern das Ergebnis repräsentativ sein wird. Ich könnte mir schon vorstellen, dass sich manche Leute durch den Aufruf dazu “gezwungen” fühlen etwas zu zahlen, was sie sonst vielleicht nicht machen würden. Ein interessantes Experiment ist es aber trotzdem!
PS: Außerdem bin ich mir nicht sicher, ob das Bild jedermanns Geschmack ist…
26. Juni 2009 at 14:22
@Moondragon
Das Ergebnis wird sicher nicht repräsentativ sein - aber dennoch aussagekräftig für mich.
Und meine Bilder sind wirklich nicht “jedermanns Geschmack” und darauf bin ich stolz!
26. Juni 2009 at 15:19
Liebe Tilla,
ich bin ebenfalls gespannt was dabei herauskommt und ich denke, dass das Ergebnis durchaus representativ sein wird. Ich habe die Erfahrung gemacht, das meine Bilder gern mit einem Rechtsklick auf dem Rechner des Besuchers verschwinden, für einen kleineren Ausdruck reicht die Auflösung allemal. So gut es ging habe ich dann sämtliche Kopierfunktionen unterbunden und gleichzeitig eine Kaufoption angeboten. Weder Paypalbutton noch druckfrische Prints in Größen bis A1 wurden angenommen (abgesehen von einigen wenigen Verkäufen). Auf den Punkt gebracht: Ich finde es schade das die Arbeit des Fotografen oft ignoriert und quer durch die “Wolke” kopiert wird. Damit müssen wir dann wohl oder übel leben … noch tut es ja nicht weh ;). Ein wunderschönes Wochenende … .
26. Juni 2009 at 15:49
Du bist Dir bewusst, dass Du mit der CC-by-nc-nd weitaus mehr erlaubst, als das, was Du im Text beschreibst?
Hätte ich ein rein privates Blog, könnte ich das Bild jetzt dort reinstellen, solange ich Dich als Urheberin und die Lizenz dazu angebe. Ich müsste nicht einmal etwas von Deinem Paypal-Button erwähnen.
Über Freie Lizenzen, (die ich, wie im Kommentar zum anderen Artikel schon gesagt habe, wichtiger finde als die Diskussion um das Urheberrecht) haben Robert Basic und ich uns schon vor zwei Jahren Gedanken gemacht (andere sicher noch früher und wahrscheinlich auch ausführlicher
http://stefan.waidele.info/2006/05/09/kreatives-schaffen-durch-teilen/
26. Juni 2009 at 15:51
@Stefan
Das gehört quasi mit zum Feldversuch.
Ja, ich bin mir dessen bewusst - auch wenn meine Kenntnisse der CC-Regularien momentan noch in den Kinderschuhen herumtapsen
26. Juni 2009 at 19:29
Super Idee, so was ähnliches haben einige Restaurants mal gemacht, also zahl was es dir wert ist. Der Vorteil der Restaurants ist nach meiner Meinung das man dem Kellner Auge in Auge sagen muß das man nichts bezahlen will. Diesen Vorteil hast du hier nicht… Bin mal auf deinen Bericht gespannt.
LG Heiko
26. Juni 2009 at 19:35
Ich bin nicht sicher, ob der Versuch mit einem Bild allein eine wirklich repräsentative Aussage treffen kann.
26. Juni 2009 at 20:23
@André
Mir reicht es, wenn der Versuch eine Aussage trifft, die ich persönlich für mich und meine weitere Handlungsweise verwerten kann. Natürlich ist “repräsentativ” etwas anderes.
@Heiko
Unter uns - es wird ausgehen, wie es auf so vielen Plattformen ausgeht. Frag mal die Softwareentwickler, die einen Donation-Button haben. Aber ich wurde “angefixt” verschiedene Möglichkeiten auszuprobieren…. dies ist eine davon.
26. Juni 2009 at 23:10
Es ist schon böse von dir
aus bestimmten Gründen kann ich das Bild nicht so “verwerten” wie ich gerne würde (sprich aufhängen) und vor allem kann ich mir nicht leisten, das zu zahlen, was es mir wert wäre 
Darum werde ich es mir nicht speichern, es würde nur auf der Platte versauern. Lieber komme ich öfters wieder vorbei und seh’ es mir hier an
26. Juni 2009 at 23:15
Hier ist ein Softwareentwickler mit Spendenknopf. Viel kommt nicht, aber andererseits wurde ich auch bereits völlig autonom gefragt, wo man denn etwas spenden könne - Das war dann ein glatter Zehner.
Ich finde Micropayment auch aus Kundensicht prinzipiell sehr angenehm.
27. Juni 2009 at 23:02
[...] Pe wagt in Ihrem Blog ein Experiment, sie versucht herauszufinden, ob Menschen bereit sind für Kreativ-Content (in [...]
29. Juni 2009 at 13:25
Leider denken die meisten nach dem Motto: “Was nichts kostet ist nichts wert.” und bedienen sich aber trotzdem fleißig.
Da viele die Arbeit eines richtigen Fotografen nicht werten können, oder dank “geiz-ist-geil-Einstellung” und eigener DSLR der Meinung sind, dass dies jeder könne, wird sich daran leider nicht viel ändern.
Ich bin aber trotzdem ziemlich neugierig, was dabei rauskommt (also als Erkenntnis).
Vielleicht fühlen sich durch Deinen Beitrag einige ertappt und angesprochen und nutzen den Spendenknopf nun auch bewusst.
30. Juni 2009 at 19:34
Also ich finde das Projekt klasse, Ich habe natürlich auch keine Ahnung was Tilla´s Bilder sonst für Preise verlangt, allerdings gehe ich hier einfach von einem Bildabzug aus und habe mal das gespendet was ich bei einem befreundeten Fotografen zahlen würde (Shooting ist klar teurer). Ich bin einer der User die früher viel geleecht haben (hätte ich aber auch alles nicht kaufen können) jetzt hab ich ein erträgliches Auskommen und schreib über myspace schon auch mal Bands an wo ich ihre MP3s kaufen kann.
Ich denke so wie mir gehts vielen Usern, seit dem es bequem geht MP3s zu kaufen und keine DRM Mist kaufe ich lieber als dass ich suche wo ichs leechen kann.
Ich gehe also von dem Guten im Menschen aus und denke wenn sich bei den Usern endlich Medienkompetenz breit macht können auch Künstler von ihren Arbeiten lesen.
06. Juli 2009 at 09:18
Grundsätzlich bin ich der Meinung, das es mir völlig gleich ist, ob jemand mit dem rechten Mouseklick ein Bild von mir speichert und bei sich an die Wand hängt. Wenn er mit der Web-Auflösung zufrieden es, dann soll es mir recht sein. Ich bin daher auch nicht der Meinung, das man für jede (private) Verwendung meiner Bilder zahlen sollte oder muß. Auch macht es mir relativ wenig aus, wenn Bilder mit meinem Namen in anderen Blogs auftauchen, da kann ich mit leben, behalte mir aber gerne das Recht vor, hier unter Umständen negative und positive Ausnahmen zu machen. Sofern das möglich ist.
Ich sympathiere zwar mit der CC-Lizenz, aber habe bei Bildern, auf denen Menschen (Models, Freunde etc.) sind, mit dieser Lizenz Probleme. Ein generelles Recht meine Bilder unkommerziell mit Namensnennung zu verwenden, würde auch bedeuten, das sie theoretisch auch auf Blogs erscheinen können, mit denen ich weder politisch, noch ethisch oder moralisch konform gehe.
Irgendwie möchte ich das Gefühl haben, das ich einen gewissen Einfluss habe bzgl. des Kontexts in dem meine Bilder erscheinen, und diesen auch vertreten kann. Müßte ich z.b. einer Freundin erklären, warum sie plötzlich auf einem Pornblog oder einem rechten Blog erscheint und das das einfach so sei, ich nichts mehr dagegen tun könnte und dem zugestimmt hätte, dann wäre das schon ein Grund für Bauchschmerzen.
Grundsätzlich gehe ich davon aus, das - wenn man es über eine freiwillige Spende laufen läßt - die Menge der Zahlenden unter 10% liegen dürfte (ausgehend von der Menge der Dowloader). Reich wird man kaum davon werden, als Anerkennung könnte man es verstehen.
Es gibt in Deutschland eine verhältnismäßig zurückhaltende Kultur der Be- und Entlohnung auf freiwilliger Basis. In Ländern wie z.b. Amerika, in denen Trinkgeld ein freiwilliger (aber dennoch “Must”) Bestandteil der Rechnung ist, stelle ich mir sowas einfacher und erfolgversprechender vor.
06. Juli 2009 at 14:29
Eine sehr interessante Aktion! Ich würde mir das Bild auch herunterladen und Dich dafür entsprechend entlohnen, wenn ich es aufhängen würde. Da ich aber keinen Platz hätte, wo es zur Geltung kommen würde, habe ich keine Verwendung.
Bei der Musik hat sich gezeigt, dass Gratis-Songs auch sehr häufig gekauft werden (http://www.tonspion.de/neues/neueste/333945). Würde mich interessieren, ob Leute durch diese Aktion auf das Originalformat aufmerksam werden und es bei Dir ordern.
16. Juli 2009 at 16:01
Toi, toi, toi!!!
18. Juli 2009 at 16:08
[...] Vergleich: Der Stand gestern zu meinem “Bedient Euch” war 89 Downloads und in der Sammelbüchse befinden sich 69,50 Euro. Diese knapp 70 Euro [...]
19. Juli 2009 at 13:04
[...] Tilla einen Versuch, angeregt durch die Diskussion um die CC-Lizenzen, und rief Menschen zu „bedient Euch“ auf. Letztendlich ist der Versuch gescheitert, wie sie jetzt konstatieren [...]
04. August 2009 at 09:50
[...] ob Menschen bereit sind, “für Fotografie im Internet zu bezahlen”. “Bedient Euch” ist das Blogpost überschrieben und bietet folgendes “Geschäft” an: “Ich [...]