Archiv für die Kategorie ‘Mach mit!’

Rettungsanker Haiti

Sonntag, 17. Januar 2010

Spendenaufrufe verursachen mir immer ein klein wenig Unbehagen, denn ich weiß nie, ob das Geld tatsächlich da ankommt, wo es hin soll. Schuld daran sind sicher unter anderem Meldungen in den verschiedenen Medien, die einem klar machen, was für ein Verwaltungsaufwand hinter so mancher Hilfsorganisation steht und die Information, dass dieser Aufwand aus genau den Geldern bezahlt wird, die den Opfern von Katastrophen gespendet werden, aber im eigenen Land bleiben um Papierkram zu finanzieren.
Ein anderes ungutes Gefühl ergibt sich aus dem Bewusstsein, dass es ja “nur Geld” ist. Die eigene Hilflosigkeit wird mir in solchen Momenten so sehr bewusst, dass ich versucht bin, die Katastrophe und eben auch meine damit aufkommende Hilflosigkeit zu verdrängen. Ich arbeite daran, diese Scheuklappen los zu werden.
In vielen Kommentaren an anderen Stellen habe ich Begriffe wie “moderner Ablasshandel”, “das Gewissen beruhigen” und “sich von der Verantwortung frei kaufen” gelesen. Begriffe, die mir tatsächlich nicht in den Sinn kommen, wenn ich daran denke, dass eine Katastrophe wie in Haiti geschehen, Menschen in Situationen stürzt, die wir uns in unseren schlimmsten Träumen nicht für uns vorstellen können. Wenn der “schnöde Mammon” hilft, ist es mir ziemlich egal, ob ich einen “modernen Ablasshandel” unterstütze. Und “freikaufen” von diesem ohnmächtigen Gefühl kann sich doch auch nur derjenige, der eh nur spendet “weil man das so macht” - und genauer betrachtet selbst das nicht, denn diese Menschen haben ein solches Gefühl nicht auf ihrem emotionalen Plan.

Jetzt habe ich doch wieder mehr geschrieben, als ich ursprünglich wollte.

Hier also der Aufruf von Spreeblick mit der Bitte an Euch, inne zu halten und die eigene Gefühlswelt erst einmal zu scannen.

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Blogparade: Dieses Bild

Freitag, 16. Oktober 2009

Ich habe sehr viele Bilder, an denen mein Herz ganz besonders hängt und die ich in 40 Jahren noch in der Hand halten werde. Deswegen war es für mich tatsächlich sehr schwierig, eines für die Blogparade vom Leumund herauszusuchen.

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Dieses Bild stammt aus dem Nachlass meiner Großmutter und zeigt meine Mutter. Fotografie liegt bei uns in den Genen.

Falls ihr auch bei der Blogparade mitmachen wollt,  nehmt euer ganz spezielles Bild, schreibt einen Text der mit Dieses Bild… anfängt und in ca. 140 Zeichen sagt warum dieses Bild für euch besonders ist. (Kann auch ein Bild auf Flickr oder ein Twitpic bei Twitter)
Schickt einen Trackback an diese Adresse oder setzt den Link zu eurem Artikel manuell in die Kommentare beim Leumund.

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Auffe Fresse, ey?

Donnerstag, 01. Oktober 2009

Zu meiner Schulzeit nannte man es schlicht “hänseln”. Gehänselt wurde, wer aus irgendwelchen Gründen anders war. Dicker, dünner, schlauer, dümmer, größer, kleiner, schüchterner, ärmer, langhaariger, kurzhaariger…… eben anders als die Masse. Es wurde geschubst, gelästert, man bekam wenig schmeichelhafte Spitznamen dazu gerne mal Kloppe… wer gehänselt wurde, der war eine arme Sau und konnte sich meist auch nicht wehren.

Unterstützung gab es nicht. Weder von Lehrern noch von Eltern, am wenigsten von Gleichaltrigen. Und suchte man nach dem Grund, dann meist bei sich selbst. Fragte man andere, so wurde nur bestätigt, dass man eben nicht “gut genug” war, um von der Gruppe anerkannt zu werden.

“Stell Dich nicht so an!”
“Du musst Dich eben ändern, dann mögen Dich die anderen auch.”
“Was machst Du denn, dass die immer auf Dich los gehen?”

Heute heißt es nicht mehr “hänseln” - heute hat das Kind einen Namen.

Mobbing

Aber geändert hat sich nicht viel. Eltern sind entweder hilflos oder blind, Lehrer überfordert oder auch unwissend, Kinder leiden noch genau so wie vor über 30 Jahren unter dem Spott, der Häme und auch der tätlichen Angriffe derer die da mobben.

Gewundert wird sich, wenn so ein Kind oder so ein Jugendlicher dann mal ausrastet. Und dann sind auch nur die Killerspiele schuld daran, nicht etwa der gesellschaftliche Rahmen und der Umgang miteinander.

Für Mobbingopfer, deren Eltern und auch für Lehrer gibt es seit 2007 eine Seite im Internet, initiiert von dem Verein Seitenstark e.V.

Die Seite heißt schlicht “Mobbing - Schluss damit” und ist eine Hilfe für Kinder und Erwachsene, die von der Thematik betroffen oder auch “nur” an ihr interessiert sind.

Diese Seite steht jetzt vor dem Aus
und braucht dringend Unterstützung!

Zeigt mal, was in Bloggern und Twitterern steckt und wenn ihr nicht Pate werden könnt , dann bloggt, erzählt und verbreitet die Information, damit die Seite weiter bestehen kann. Macht Euch ein Bild.

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Zwischenruf # 16 Zensur und das echte Leben

Freitag, 08. Mai 2009

Vor ein paar Tagen wurde ich gefragt, warum ich gegen die Maßnahmen der Frau von der Leyen bin. Schließlich ginge sie ja damit gegen Kinderpornographie vor. Das Argument der Frau Ministerin zieht also tatsächlich wunderbar bei den Müttern kleinerer Kinder, die das Internet gerade mal nutzen, um im Internetauktionshaus das ein oder andere Schnäppchen zu machen oder alte Klassenkameraden in einem Netzwerk zu suchen.

Ich weiß nicht, ob meine Erklärungen und Beschreibungen, die ich mit Händen und Füßen versucht habe, plakativ zu gestalten, tatsächlich angekommen sind.Ich bilde mir ein, dass die Blicke zweifelnd waren, eine Fraundin meinte sogar, dass ich die ganze Sache zu eng sähe, aber das läge wohl daran, dass ich so viel im Internet unterwegs sei. Nun, ich bin nicht gern mit missionarischem Eifer unterwegs, aber mich hat schon geärgert, an dieser Stelle als “Online-Freak” abgeurteilt zu werden.

Ich weiß nicht, ob ich dieser Freundin meine Intentionen begreifbar machen kann. Sie ist nicht oft im Netz und wenn, dann nur auf “einschlägigen” Seiten, die sie kennt und deren URLs sie sich auf einem Klebzettel notiert hat. ;)

Aber ich weiß, dass viele Diskussionen und Erklärungen abschreckend wirken, weil sie für Menschen verfasst wurden, die, wie nennt man das? internetaffin sind?!

Aebby hat sich jetzt die Mühe gemacht und eine Erklärung als .pdf online gestellt, die ich einfach klasse finde. Ich werde sie ausdrucken und an diejenigen weiterreichen, die eher Papier als Informationsträger akzeptieren.

Wie funktioniert das mit den Sperren? Hier wird es erklärt.

Die E-Petition habe ich bereits gezeichnet. Die 50.000 sind überschritten, was nicht bedeutet, dass jetzt alles gut wird. Das zu glauben, wäre mehr als blauäugig. Trotzdem halte ich es für eine gute Sache, aufzustehen und mit Zeichnung zu sagen “Das ist so nicht in Ordnung”. Ich habe auch kein Problem damit, meinen Namen und meine Adresse zu nennen. Wer heute noch glaubt, das Internet funktioniere anonym, der sollte seine Äußerungen lieber seinem Tagebuch anvertrauen und es jeden Abend in einem feierlichen Akt verbrennen.

Die 50.000 Zeichnungen, die notwendig sind, damit über die Indizierung und Sperrung von Internetseiten in einer Sitzung des Petitionsausschusses  verhandelt wird, sind in 4 Tagen erreicht worden. Das ist sensationell, aber kein Grund, sich zurückzulehnen und Däumchen zu drehen. Noch wird die Thematik viel zu selten außerhalb des Netzes angesprochen.

Ich wünsche mir, dass auch Menschen, die das Internet nur begrenzt nutzen, über Sinn und Unsinn und vor allem die Folgen einer solchen Maßnahme informiert werden. Lesbar und verständlich. Ein Job, den die “Offline-Medien”  endlich übernehmen müssen. Interessant wird es für die jedoch erst, wenn sich viel, viel mehr Menschen gegen die Pläne der Bundesregierung aussprechen!

Nachtrag vom 09.05.2009

Gestern wurde ein Bericht über die E-Petition in der Tagesschau gesendet.  In der Ausgabe von 14:00 durfte unser Wirtschaftsminister ein paar Worte zu dem Thema sagen, die mit die Sprache verschlagen haben.

“Es macht mich schon sehr betroffen, wenn pauschal der Eindruck entstehen sollte, dass es Menschen gibt, die sich gegen die Sperrung von kinderpornographischen Inhalten sträuben. Das ist nun wirklich einer der wichtigsten Vorhaben in vielerlei Hinsicht.”

Die Ausgabe von 17:00 war dagegen ein wenig entschärft, da auch Frau Leutheusser-Schnarrenberger zu Wort kam. An dieser Stelle möchte ich auf den Artikel auf netzpolitik.org hinweisen und Euch bitten, auch die Kommentare durchzulesen.

Gestern flog außerdem die Meldung durch Twitter, dass über die Petition erst nach der Bundestagswahl entschieden wird. Ein Schelm der Böses dabei denkt….


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#15302

Dienstag, 05. Mai 2009

Ich habe gezeichnet.

Bis zum 16.06.2009 sollte dort eine Zahl stehen, die Nummer 50.000 hinter sich gelassen hat!

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Rolleiflex - my love

Freitag, 24. April 2009

Ich nenne sie liebevoll “Lady”, weil sie all das verkörpert, was in meinen Augen eine Lady ausmacht.
Sie ist jetzt schon über 50 und zeigt immer noch Klasse. Dabei ist es egal, ob sie dekorativ herumsteht, mit mir zusammen irgendwo herumliegt oder durch Wind und Wetter geschleppt wird. Sie schaut mit zwei Augen in die Welt, zickt niemals herum,  zeigt sich in jeder Situation edelmütig und versiert. Filme in allen Varianten wurden schon durch ihren Bauch gezogen, orthochromatisch, panchromatisch, superpanchromatisch, bunt, Dia, schwarzweiß, abgelaufen, frisch - immer ist sie zuverlässig, nie versucht sie sich zu verweigern. Empfindlichkeiten kennt sie nicht, sie nimmt von 25 ASA bis 1600 ASA alles gelassen hin und macht jeden Blödsinn mit. Ich habe Pferderennen in strömendem Regen mit ihr fotografiert, sie hat menschliche Nacktheit in allen Ausprägungen gesehen, Sand und Staub sind ihr um die Augen geflogen, sie ist auf Bühnen herumgestrichen und hat die ein oder andere Safari miterlebt und festgehalten. Sie hat Gipfel erstürmt und Seegang durchgestanden. In den letzten Jahren stand sie oft in einer Reihe mit ihren neumodischen digitalen Kollegen und hat sich nicht einschüchtern lassen, sondern brav das getan, wofür sie gebaut wurde.

Wenn ich sie in die Hand nehme, schmiegt sie sich an und mich durchläuft ein wohliges Gefühl. Sie kennt meine Sichtweisen und ist die Verlängerung und ausführende Kraft dessen, was sich in meinem Kopf formt.

Das Unternehmen, in dem sie gebaut wurde, ist seit März dieses Jahres vorläufig insolvent. Für die Brüder und Schwestern der Lady besteht dennoch Hoffnung, Spürsinn hat den Verkauf der Rolleiflex übernommen.

Mir persönlich liegt sehr viel daran, dass das Unternehmen Franke & Heidecke gerettet wird, zu gerne würde ich sehen, dass wieder mehr Fotografen mit einer eigenen  Lady durch die Landschaften und Städte ziehen und sich ebenso wie ich in ihr Werkzeug verlieben. Leider liegt es nicht in meiner Macht, Franke & Heidecke zu übernehmen, aber ich kann sie vielleicht ein wenig unterstützen, indem ich die Werbetrommel rühre und meine Leidenschaft kund tue.

Meine Lady braucht keine Batterien. Sie ist robust und zuverlässig, sie braucht nur Bewegung und ein bisschen Film in ihrem Bauch. Eine Kamera, die in den 50er und 60er Jahren für Reportagen, Mode und Glamour eingesetzt wurde, darf nicht in einem Studio herumstehen, sie muss auf die Straße. Dort kann sie zeigen, was in ihr steckt und ihren Besitzer fordern, lehren und begeistern. Ja, auch lehren. Meine Lady hat mich Perspektiven gelehrt, von denen ich nicht wagte zu träumen. Sie hat mir gezeigt, was mit Fotografie machbar ist, hat mir bewiesen, dass Fotograf und Kamera eins sein müssen, wollen sie gute Bilder zusammen machen.

1929 wurde die Rolleiflex eingeführt. Sollten 80 Jahre später tatsächlich die Totenglocken läuten? Oder finden sich tatsächlich begeisterte Fotografen mit einer wohlgefüllten Brieftasche, die sich eine, dem Anlass entsprechend auf 80 Stück limitierte, Jubiläumsedition leisten und vielleicht sogar in das Unternehmen investieren? Finden sich genug Kollegen, die die Nachricht in die Welt tragen und diejenigen darauf aufmerksam machen, die sich die Schmuckstücke leiden können? Finden sich viele, viele Rolleiflex-Besitzer, die ihre Schätzchen abstauben und damit auf die Straße gehen, um der Welt zu zeigen, dass die Ladies noch da und bereit sind? Zeigen diese Fotografen, was sie aus ihren Ladies holen? Ja, das ist jetzt ein Aufruf!

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Weitsichten 2009

Samstag, 03. Januar 2009

Soeben bei Olaf Bathke gefunden… wir lesen im Kaffeesatz,wahlweise in der Entwicklerbrühe und spielen den Fotodradamus für 2009! :)

Was wird also passieren?

  1. Analoge Fotografie gewinnt wieder mehr an Bedeutung!
  2. Gute Fotografie gewinnt wieder mehr an Bedeutung!
  3. Ich veröffentliche ein Buch.
  4. Vielleicht auch zwei.
  5. Ich stelle in einem Museum aus.
  6. Ich besuche den giftzwerg und nadja und mache mit den beiden ein Nylon-Shooting vom Feinsten!
  7. Ich bekomme die kleine, süße Linhof, die ich auf der Fotobörse angehimmelt habe!
  8. Ich fotografiere Campino Sean Connery Mario Adorf Angela Merkel.
  9. Ich kann die Halle mieten, auf die ich so scharf bin (und beheizen)
  10. Ich wechsele den Beruf und werde Kamerafrau.

Na, dann wollen wir doch ma sehen - nächstes Jahr um eine ähnliche Zeit, was draus geworden ist….

Dies ist ein Fotografiererstöckchen, wer mag, der hebt es auf und trackbackt bei Olaf ;)

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Alles für die Kunst!

Freitag, 12. September 2008

Im April 2008 habe ich ein Projekt für Menschen für Menschen angezettelt, in dem ich darum gebeten habe, mir altes Filmmaterial zuzusenden. (weiterlesen…)

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