Generation Remix?
Geklaut für die richtige Sache ist nicht gestohlen?
Ein Kollege hat mich auf diesen Artikel bei Netzpolitik hingewiesen. Ein Bild wurde von einer Fotografin gemacht und die CDU hat es für ein Wahlplakat verwendet und dementsprechend die Fotografin dafür entlohnt. Das Bild kann man für redaktionelle Zwecke verwenden. Allein diese Tatsache hat wohl den Betreiber von Netzpolitik dazu verführt, zu einem Plakat-Remix aufzurufen.
Innerhalb kürzester Zeit wurden über 100 verfremdete Versionen erstellt und im Netz gezeigt. Die Fotografin ist darauf aufmerksam geworden und hat darum gebeten, diesen Wettbewerb zu stoppen und die bereits vorhandenen, satirisch aufgemotzten Bilder zu entfernen. Sie beruft sich dabei auf ihr Urheberrecht.
So weit ich gesehen habe, wurde das Ursprungsbild nicht verändert - allein die Slogans und Unterschriften wurden dem Zweck der Satire angepasst. Nichtsdestotrotz sollte doch klar sein, dass die Fotografin das Recht hat, gegen eine solche Nutzung ihr Veto einzulegen.
Die wenigsten Bilderverbauer verwenden das Bild redaktionell. Meine ich. Was die Titanic darf, sollte nicht gleich jeder dürfen, der DSL und einen Blog hat. Unabhängig von meiner eigenen politischen Überzeugung halte ich dies für gefährlich. Und ich bin sicher, würde ein gleicher Aufruf aus einer braunen Ecke kommen, hätten die Stimmen einen ganz anderen Tenor!
Nichtsdestotrotz wird Herr Beckedahl den Wettbewerb aufrecht erhalten.
Wahrscheinlich stehe ich mit meiner Meinung mal wieder ganz allein auf weiter Flur - Reaktionen auf Twitter zeigen mir diese Tendenz bereits. Ich bin aber der Meinung, dass Fotografen nicht nur Rechte sondern auch Pflichten haben und manchmal sind diese auch “nur ” moralischer Natur. Einer unkontrollierbaren Diffamierung Tür und Tor zu öffnen ist für mich nicht der richtige Weg, berühmt zu werden.
Ich als Fotografin sollte das Recht haben, zu entscheiden, welchem Zweck meine Bilder dienen. Und ich sollte das Recht haben, zu verhindern dass Hans und Franz unter dem Deckmäntelchen der Satire einen Menschen diffamieren. Ich mag Satire und einige der veränderten Plakate, die ich gesehen habe, finde ich ganz schön gut. Schade, dass sie nicht auf dem richtigen Wege in die Öffentlichkeit gefunden haben.
Schade auch, dass Herr Beckedahl den Namen und die URL der Fotografin veröffentlicht hat, sein Aufruf, doch bitte keine bösen Mails an die Fotografin zu senden wird sicherlich genau die Menschen nicht abhalten genau dieses zu tun, die laut schreien, wenn es um die Beschneidung ihrer “Geiz ist geil” - Mentalität geht aber ansonsten nicht lesen, was geschrieben wird. Vielleicht können sie es nicht besser? Aber sie sind zahlreich in den Kommentaren vorhanden….
Generation Remix. Nun ja.
Unter uns Pastorentöchtern…. was passiert eigentlich, wenn diese Angelegenheit tatsächlich gerichtlich dahingehend ausgefochten wird, dass Herr Netzpolitik kein Problem bekommt, da er die Bilder auf seinem Blog redaktionell nutzt, jeder andere Blogger aber bluten muss, weil er nicht redaktionell arbeitet? Wo steht für diesen Fall der Spendentopf? Hm? Ist ja auch unfair….




12. August 2009 at 11:20
Die Verwendung des Materials finde ich als Fotograf grundsätzlich ebenso grenzwertig. Als Fotograf will ich bestimmen was mit meinen Bildern geschieht (und vor allem was nicht). Sicher, der Humor sollte nicht zu kurz kommen; Auch die Fotografin hat ihn bestimmt. Aus welchen Beweggründen auch immer Sie sich gegen die Verwendung Ihrer Bilder stellt, sie hat meines Erachtens auch das Recht dazu. Ob es in diesem speziellen Fall jetzt wirklich um das Bild bzw. die Verwendung des selbigen geht wage ich zu bezweifeln… aber das ist in diesem Zusammenhang auch nicht von Bedeutung.
12. August 2009 at 11:31
Hallo Tilla,
Du hast leider nur zu recht. Und, was noch viel schlimmer ist, die Veranstalter dieses Wettbewerbes tun sich und ihrer Sache keinen Gefallen mit solch einer Vorgehensweise:
Man kann nicht für die Erhaltung der Freiheit kämpfen und damit gleichzeitig (sozusagen für den Guten Zweck) in die Freiheit eines Dritten eingreifen. Dies ist eine absolut unglaubwürdige Handlungsweise, gerade wenn man bedenkt, dass hier ja für die Erhaltung der persönlichen Freiheiten Stellung bezogen werden soll.
Grüße
Michael
12. August 2009 at 11:59
“Was die Titanic darf, sollte nicht gleich jeder dürfen, der DSL und einen Blog hat.”
Das versteh ich nicht. Redaktionelle Nutzung verstehe ich vor allem als Nichtkommerzielle/dokumentarische Nutzung. Ich gebe zu, ich bin Laie, aber ich weiss nicht warum Privatpersonen keine Satire veröffentlichen sollen dürfen. Ich muss sagen, als ich die Plakate gesehen hab, dachte ich mir als aller erster: Oh, die kann man prima remixen, ganz unabhängig von netzpolitik.org.
Das wäre mMn auch nicht anders, wenn der Remix-Aufruf aus der rechten Ecke käme, denn die würden schlichtweg ignoriert werden. Wenn es typische rechte Parolen wären, würden sie evtl. sogar verboten.
Aber das ist hier nicht der Fall. Der Grund weswegen die aktuellen Remixe sich aber so schnell verbreiten, liegt ja daran, dass sie (in der Masse) zwar überspitzt, aber recht treffend sind. Und damit Satire par excellence. Diffamierende Remixe habe ich noch nicht gesehen.
Ich denke es wäre etwas anderes, wenn netzpolitik sich irgendwo das Foto genommen hätte und aufgerufen ein Plakat daraus zu basteln. Sie haben aber das Plakat genommen, was aus der Kombination Text und Bild besteht und durch das Remixen entsteht ein neues Werk. Es geht inhaltlich um das Plakat und nicht um das Foto. Es ist ja auch nicht so, dass z.B. jetzt eine andere Partei das Foto für ihren Wahlkampf verwenden würde, dann hätte die Fotografin sicherlich Einspruchsrecht. Aber wenn hier versucht wird mit Hilfe des Urheberrechts gegen Satire vorzugehen, finde ich das höcht bedenklich, ob die nun von privatpersonen im Internet veröffentlicht wird, oder von Journalisten in gedruckter Form.
12. August 2009 at 12:26
Nachtrag:
Ich finde, wer seine Arbeit für politische Zwecke hergibt, muss damit rechnen, dass sich andere damit auseinandersetzen. Beispiel:
Wenn jemand eine Politikerrede satirisch kommentiert, zusammenschneidet, oder eine übersetzung von “Wahlkampf zu Deutsch” macht, kann auch nicht der Redenschreiber dagegen vorgehen und sagen: “Ich will nicht, dass sich jemand mit Hilfe meiner Rede über Politiker XY amüsiert.”
Ich finde, das ist durch Zitat und Meinungsfreiheit abgedeckt und das ist auch richtig so.
12. August 2009 at 12:44
Nachtrag zwei:
Meine Einschätzung ist laienhaft und rein intuitiv, vielleicht auch etwas verwirrend geschrieben. Eine sehr ausführliche, gute, Begründung die im Prinzip das wiedergibt was ich meinte, steht auf lawblog.de
12. August 2009 at 12:56
Liebe Tilla,
in der Tat konkurrieren hier zwei Rechte, die meinem Verständnis nach legitim sind. Das Recht auf Satire und das Recht am Foto.
“Was die Titanic darf, sollte nicht gleich jeder dürfen, der DSL und einen Blog hat.”
… und das ist der Knackpunkt. Selbstverständlich muss jeder dasselbe dürfen! Und gerade bei Parteienwerbung ist imho die Auslegung sinnvoll, hier auch bei Beiträgen von Bloggern Satire zu vermuten. Dahinter sollte das Recht der Fotografin zurückstehen, dass sich Menschen mit Aussagen der Volksparteien auch visuell auseinandersetzen können.
12. August 2009 at 12:57
Ich werd’ mich jetzt nicht großartig dazu äußern… Allerdings zitiere ich, was auch viele bei Netzpolitik zitiert haben:
“Alle Bilder auf http://www.bilder.cdu.de können für redaktionelle Zwecke unter Angabe des Bildnachweises
(Foto: http://www.bilder.cdu.de) sowie des Fotografen (soweit genannt) kostenlos verwendet werden.
Wir bitten um Übersendung eines Belegexemplares.”
Die Fotografin mag mit der CDU einen Lizenzvertrag/whatever haben. Allerdings scheint sich die CDU selbst ja nicht danach zu richten, oder? Sonst müsste dort schließlich etwas anderes stehen. Markus Beckendahl sowie die anderen Blogger haben also eigentlich keine Probleme. Sie haben die Bilder von der Website der CDU. Und eigentlich müsste diese den Rechtsstreit mit der Fotografin austragen, sollte es soweit kommen. Immerhin hat die CDU die falschen Angaben gemacht.
Allgemein ist dazu auch der heise-Beitrag zu empfehlen:
http://www.heise.de/newsticker/Satirewettbewerb-zu-Schaeuble-Wahlplakat-entfacht-Urheberrechtsstreit–/meldung/143378
Das Recht steht hinter Netzpolitik und den Bloggern.
12. August 2009 at 13:20
[...] die Titanic darf, sollte nicht gleich jeder dürfen, der DSL und einen Blog hat.” formuliert Tilla und stolpert in ein nicht hilfreiches entweder-oder, eine Einteilung der Publikation in Blogs in [...]
12. August 2009 at 14:16
Es tut mir leid, aber ich verstehe die ganze Diskussion nicht mehr. Warum soll ich weniger dürfen als die Titanic? Warum darf Sixt ungefragt mit Ulla Schmidt werben, ich aber keine Satire veröffentlichen, weil irgendeine ‘Lizenz’ fehlt? Warum werden den Profis in Werbung, Journalsimus und Satire mehr Rechte eingeräumt als mir, dem unbescholtenen kleinen Bürger ohne Rechtsabteilung? Erinnert sich eigentlich keiner mehr, wie es ‘damals’ war? Wurde den roten Funken verboten, ihre Uniformen zu tragen weil der Designer der kölner Stadtsoldaten diese nur für diesen Zweck lizensiert hatte?
Ich versteh es alles nicht mehr - ganz ehrlich … und verweise einfach mal auf: http://randomfoo.net/oscon/2002/lessig/
12. August 2009 at 14:38
Ich fang mal hinten an
@Julius
Ich beziehe mich hier eindeutig nicht auf geltendes Recht sondern auf mein Bauchgefühl. Eine redaktionelle Nutzung beinhaltet meiner Meinung nach mehr als ein Bild aus dem Netz zu ziehen und einen neuen, flotten Spruch draufzubappen. Die Titanic steckt Arbeit in ihre satiren… und ist schon so oft verklagt worden, dass sie streckenweise am Rande des Ruins stand. Eine Lizenz muss man in den meisten Fällen käuflich erwerben, im besten Fall bekommt man sie für lau, wenn man lieb fragt. Die Profis haben mehr Rechte, weil man sie leichter zur Verantwortung ziehen kann und weil sie ziemlich genau wissen, auf was sie sich einlassen.
@Laesha
Warum zitierst Du nur? Mir wäre es lieber, Du würdest Dich in eigenen Worten zu dem Thema äußern. Ist irgendwie ehrlicher und zeigt den Lesern, dass sich jemand mit dem Gelesenen auch auseinandersetzt,.
@ring2
Ich als Fotografin habe mir etwas bei dem Bild gedacht/habe es im Auftrag für einen ganz bestimmten Zweck gemacht/ habe eine entsprechende Lizent erteilt bzw. verkauft und unter dem Deckmäntelchen der satire sollen nun mene Rechte auf Bestimmung und meine Rechte auf Entlohnung hinfällig sein? Das kann so nicht gehen!
Nun, da bin ich eben anderer Meinung
@Tim
Auf der Seite der CDU steht ziemlich genau, wie die Bilder/Plakate verwendet werden dürfen und wer der Urheber ist. Wer sich darüber hinwegsetzt, der muss damit rechnen, dass er angegangen wird. Und wer seine Arbeit für politische Zwecke macht, der muss damit rechnen, dass sie ihm geklaut wird? Wer seine Bilder ins Internet stellt, der weiß ja auch, dass sie ihm geklaut werden? Ist das gerecht?
Ich denke mal, der Knackpunkt wird die Entscheidung sein, ob und was satire ist und ob sich die Rechte des Urhebers dem Recht der Meinungsfreiheit unterordnen müssen. Gefühlt fände ich es ganz schön scheiße, sollte der zweite Fall passieren.
@Michael
Ach - ich bin hin-und hergerissen. Ich finde Satire gut und ich bin auch der Meinung, dass Satire ein wichtiger Punkt in unserer Kultur und Politiklandschaft ist. Aber der Aufruf zur Satire auf Kosten eines Schaffenden, dessen Rechte klar missachtet werden, finde ich nicht gut.
@Frank
Richtig. Ich möchte bestimmen können, was mit meinen BIldern passiert. Das wird nicht immer gelingen, aber diese Diskussion zeigt ja, dass es immer eine Ausrede gibt, wenn es darum geht, etwas für umme zu bekommen und sich selbst damit zu profilieren. Klar, das ist jetzt böse, böse, böse…. aber mich pisst die Lässigkeit, mit der da gehandelt wird doch schwer an.
12. August 2009 at 14:51
Das ist doch der Punkt: “Urheberschaft bedeutet nicht absolute Werkherrschaft” schreibt einer der Kommentatoren auf http://netzpolitik.org/2009/wahlwerbung-remixen-sollte-legal-sein/
Wir alle kennen den Lizenzvertrag zwischen der CDU und der Fotografin (noch) nicht. Ich mutmaße aber, dass darin (wie bei den meisten solcher ‘Knebelverträge’) sämtliche Rechte an den Auftraggeber (Schäuble oder CDU) abgetreten werden. Selbst wenn das nicht so wäre, so sollte man erstmal klären, um welche Rechte es sich genau handelt, die durch den Remix angeblich verletzt werden — denn in dieser Diskussion werden die verschiedensten Rechte durcheinandergewürfelt.
Es stimmt, das Urheberrecht ist nicht übertragbar, aber das bedeutet eben nicht, dass auf unbestimmte Zeit über die Nutzung verfügt werden kann. Selbst wenn die Fotografin das Foto (welches scheinbar sogar aus dem Jahre 2006 stammt) nicht generell, sondern nur für diese aktuelle Wahlwerbung freigegeben hat, dann hat sie keine Handhabe, hinterher zu wimmern, für eine Satire hätte sie das Bild nicht hergegeben. Egal, ob man das nun redaktionell nennt oder nicht.
Anders ausgedrückt: Als Fotograf/in hat man von vorneherein sämtliche Möglichkeiten! Die fangen z.B. da an, für einen Psychopathen wie Schäuble oder die anderen Flachzangen der CDU erst gar nicht zu arbeiten. Als nächstes kann man allgemeine Knebelverträge ablehnen. Und bei der Bildauswahl kann man auch noch entscheiden, welches Motiv man freigibt. ABER, WENN es freigegeben ist, dann kann ich es nicht nach Gutdünken wieder zurückpfeifen, weil jemand mit dem Plakat, auf dem es verwendet wurde, Satire betreibt.
12. August 2009 at 15:27
@josh
Urheber und Nutzung sind klar definiert:
Und man kann die Nutzung eingrenzen
12. August 2009 at 20:13
Find ich auch nicht schön.
Die rechtliche Seite hingegen empfinde ich als unklar: wann ist ein Werk Satire? Wann Redaktionelle Nutzung?
Allerdings halte ich das für bedenklich. Ansonsten könnte ich ja auch das Foto von irgendwem von seiner Webseite nehmen, ihn im Bild lächerlich machen, und behaupten, das wäre Satire.
Wo sind da die Grenzen?
13. August 2009 at 05:45
Eigentlich wollte ich mich aus der Diskussion raushalten, muss jetzt aber doch ein paar Gedanken loswerden.
Zur rein rechtlichen Lage, die Lizenzregelung auf der CDU Webseite ist klar. Wenn ich bis zum Ende des Jahres redaktionell über den Wahlkampf berichte darf ich die Plakatmotive wie abgebildet verwenden. Redaktionelle Berichterstattung bedeutet eine schriftliche Auseinandersetzung mit dem Wahlkampf, die eine gewisse Schöpfungshöhe erreicht. Wenn ich einen solchen redaktionellen Text veröffentliche, muss ich ein Impressum angeben … in diesem speziellen Falle ist die Verwendung erlaubt.
Wenn ich das Plakat satirisch verfremde, wird es Sache eines Gerichtes sein zu prüfen ob meine satirische Meinungsäußerung hier höher zu bewerten ist als das Lizenzrecht. Hier wird auch die Schöpfungshöhe eine Rolle spielen. Ein satirischer Artikel über den CDU Wahlkampf, der mit ein oder zwei geänderten Plakatmotiven angereichert wird, ist hier anders zu bewerten als das Austauschen des Slogans. Auch hier gilt wieder die Impressumspflicht.
Die Aktion auf Netzpolitik ist jedoch etwas anders gelagert, es wurde gewissermaßen zur Verbreitung, Modifikation und technischer Spiegelung der Bilder aufgerufen. Viele der Slogans variieren nur geringfügig, das Thema Schöpfungshöhe ist also bei manchen kritisch zu bewerten. Soweit ich sehen konnte steht nicht hinter jeder der gezeigten Änderungen ein Autor mit Impressum. Das persönlich identifizierbare Eintreten für seine Meinung gehört zur Satire eben auch dazu. Insofern halte ich das Anliegen der Fotografin für sehr berechtigt. Wohlgemerkt es geht um die weitere Verbreitung und den Aufruf dazu. Wenn Netzpolitik oder ein anderer großer Politblog die Bilder nur innerhalb eines Artikel verwendet hätten, läge der Fall anders.
Ich sehe da aber eine ganz spannende andere Frage. Ausgehend von einem geschützten Werk erstelle ich - geschützt durch die Meinungsfreiheit - eine Satire mit ausreichender Schöpfungshöhe. Darf ich dieses neue Werk dann unter CC weitergeben? Müsste das Prinzip der “gleichen Bedingung” nicht in beide Richtungen gelten.
13. August 2009 at 16:12
Grundsätzlich finde ich die Plakataktion nicht sehr spannend, eher ein wenig kindisch. Das ist allerdings jedesmal so, wenn Satire nicht einer bestimmten Genialität, sondern eher einem Wettbewerb oder Peerdruck entspringt. Was nun die Fotos anbelangt: Satire baut zu großen Teilen auf Verfremdung, und ich würde ungern darauf verzichten, das man Fotos, Darstellungen oder auch nur Logos auf diesen Weg entlarvt. Ohne es jetzt böse zu meinen: Ich habe - wie so oft - das Gefühl, das Künstler ihre Bilder nicht loslassen können bzw. nicht immer eine schützende Distanz dazu erlangen. Es ist schlichtweg das Ende der Satire, wenn sie sich nicht mehr dem öffentlichen Material bedienen und dieses verfremden darf. Und es wäre eine Form der Zensur, die man als Werkzeug benützen könnte, um Proteste einzudämmen.
13. August 2009 at 22:05
Politiker sind öffentliche Personen. An ihnen besteht ein erhöhtes Interesse. Jegliche Satire (auch versucht oder im Ansatz) sollte (meiner Meinung nach) dementsprechend erlaubt sein. Wenn man für eine öffentliche Person arbeitet, muss man mit so etwas rechnen. Plakate verfremden ist nichts neues. Wahlwerbung, welche subjektiv als sinnfrei empfundene Parolen streuen, ist gerade zu eine Einladung.
Das Foto ist “nur” die Grundierung.
Auch ich kenne das Gefühl, dass nicht lossgelassen werden kann. In Bezug auf meine Bilder kann ich es ebenso nachvollziehen.
Wo beim Slogan die Schöpfungshöhe ansetzt ist eine gesonderte Frage.
Wenn die Aktion aus der brauen Ecke kommen würde, könnte ich mir auch vorstellen, dass alles aufschreit.
Dies ist der Punkt auch die Braunen dürfen das. Freiheit gilt für jeden, es hat auch negative Einschläge und die muss man tolerieren. Alles andere wäre Doppelmoral.