Licht besteht aus verschiedenen Wellenlängen - kurz, mittel und lang. Kurzwelliges Licht nehme wir als blau wahr, langwelliges als rot. Das mittelwellige Licht lasse ich jetzt mal unberührt.
Der Rollei Ortho25 ist ein so genannter orthochromatischer Film, was bedeutet, er ist unsensibel rotem, also langwelligem Licht gegenüber.
Nun stellt sich die Frage - wo ist bei einem schwarz/weiß Film bitte das Rot zu suchen?
Antwort: Die Rottöne finden sich bei einem schwarz/weiß Film normalerweise in den Grautönen wieder. Der übliche schwarz/weiß Film ist heutzutage rotsensibel.
Fehlt dem Material die Rotsensibilität, so kommen die roten Töne auf dem Bild nicht grau, sondern schwarz zum Vorschein. Das Ergebnis sind wunderbare Schwärzen und tolle Kontraste.



(Rollei Ortho 25@50ASA)
Normalerweise sind geringe Fimempfindlichkeiten nicht mein Spielfeld. Hier habe ich den Film für Spürsinn und aus Neugierde getestet und bin tatsächlich sehr angetan von den Ergebnissen. Für mich war es eine neue und spannende Erfahrung, an einem Frühjahrsnachmittag, an dem langwelliges Licht vorherrscht, einen Film zu verwenden, den das rote Licht nicht wirklich interessiert. Die nächste Tat wird sein, ihn als Rollfilm in eine Kamera aus den 30er Jahren zu packen und damit Menschenfotografie zu betreiben. Das spannende an der Idee: Als diese Kamera modern war, gab es nur orthochromatisches Material. Sie müsste sich also in ihre Hochzeit zurückversetzt fühlen 