Photonen-Wurfholz
Freitag, 12. März 2010Herr Olsen wirft mit Holz nach mir und anderen.
Da ich zurzeit eh an der Aufstockung meines Karmakontos arbeite und das Holz sehr gut geschnitzt ist, mach ich mich mal dran
- Dieses Motiv habe ich verpasst und das ärgert mich
Diese Feststellung kann ich nur zur Hälfte abnicken. Vor ein paar Wochen befanden wir uns auf einer Autobahnausfahrt, auf der Suche nach einem bekannten Großmarkt für Gewerbetreibende in unbekannteren Gefilden. Die Ausfahrt war spiegelglatt, der Fahrer war hochkonzentriert und bemüht, nicht anhalten zu müssen. In der Kurve hinter einer rot/weißen Schranke ein gefrorener Schneehaufen, auf dem ganz viele (bestimmt 30) zerzauste Krähen saßen, etliche mit den Köpfen unter den Flügeln und zusammengerückt, sichtlich frierend. Das Licht war kaltes und dennoch gleißendes Winterlicht (minus 15 Grad und fahler Sonnenschein), es war ein schwarz-weiß-Bild, wie gemalt. Ich hätte es gerne aufgenommen. Allein die verkehrstechnische Situation sprach dagegen. Und die Annahme, dass die zerzausten Viecher sicher auch nicht sitzen geblieben wären, hätten wir den Versuch gemacht, auf vereister Autobahnausfahrt einen Parkplatz zu finden. Beim Aussteigen hätte ich außerdem mit hoher Wahrscheinlichkeit einen fulminanten Fall auf den Allerwertesten gezeigt und mich dann den schwarzen Geschöpfen nähern müssen - ich wette, sie wären längst entschwunden.
Das Motiv also habe ich verpasst - aber es ärgert mich nicht, denn ich werde es nicht vergessen und so manches Netzhautbild ist mehr wert als sein fotografischer Abklatsch. - Wenn es eine einzige Foto-Regel für mich eine gibt dann:
Lass Dich nicht dummschwätzen von all den Regelverbrechern Regelverfechtern und “Besser fotografieren”-Listenerstellern, die meinen alles besser zu wissen, weil sie mal ein Buch gelesen haben. Lies mehr Bücher als sie, am besten kapitelweise und versuche in die Praxis umzusetzen/zu übertragen, was Du da liest. Sieh zu, dass Du mehr Zeit mit Ausprobieren als Lesen verbringst! Versuche nicht aus den Erfahrungen zu lernen, die andere für Dich aufschreiben, mache Deine eigenen Erfahrungen! - Die Kamera ist für mich:
Ausdrucksmittel, Erzählhilfe, Kopfbefreier, Begleiter, Spielzeug, Arbeitswerkzeug, Muckibudenersatz. - … würde ich niemals fotografieren.
Schwierig. Ich würde niemals nie sagen, weiß aber von mir, dass es Situationen gibt, in denen ich die schussbereite Kamera sinken lasse. Ich habe vor ein paar Jahren Bilder auf der Galopprennbahn gemacht und hatte bei einem Rennen in Frankfurt Pferd und Reiter im Visier, die gerade dabei waren als erste durchs Ziel zu gehen. Das Pferd stürzte auf den letzten Metern, überschlug sich, der Jockey knallte an eine Aluminiumlatte, die der Messung des Zieleinlaufs diente. Ich habe nicht ausgelöst, sondern die Kamera runter genommen.” Sensationsgierige” Bilder kann ich wohl nicht machen. Deswegen wäre ich eine miserable Pressefotografin. (Der Jockey hat übrigens schwerverletzt überlebt, das Pferd musste noch auf der Rennbahn eingeschläfert werden) - Mein überflüssigstes Fotozubehör ist:
Diverse Blitze, die ich zusammen mit meinen Kameras bekommen habe. Gibt es irgendwo ein Heim für herrenlose Blitze? - Ehrlich: Schonmal hemmungslos kopiert?
Ich arbeite noch dran! Ich habe ein Postkartenmotiv im Kopf, das ich gerne hemmungslos kopieren würde, es hat sich nur noch nicht das passende Modell gefunden. In dieser Sache zähle ich ja sehr auf Herrn Schmidt, der mir zugesagt hat, Modell zu stehen. Ob er das auch für diese Idee bestätigt, wird sich irgendwann zeigen. - Besonders stolz (fotografisch gesehen) bin ich auf:
viele Bilder. Die meisten darf ich nicht zeigen, sei es aus Jugendschutzgründen oder weil die Nutzungsrechte nicht bei mir liegen. - Dieses Foto hätte ich mir sparen können:
Es gibt kein Foto, dass ich mir hätte sparen können. Auch ein grottenschlechtes Foto kann immer noch als schlechtes Beispiel dienen.Den Knüppel lasse ich hier mal herumliegen, wer mag, hebt ihn auf und verheizt ihn auf seine Art und Weise








