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Statusmeldung zur BA

Samstag, 09. Januar 2010

Ich hab ja nicht mehr dran geglaubt, dass noch irgendeine Reaktion von der British Airways kommt.
Ich habe schon angefangen, an Wunder zu glauben, als ein beschwichtigendes Kärtchen an Tillatochter im Briefkasten landete, welches sie darüber informierte, dass an dem Vorgang gearbeitet würde. Seitdem ist viel Wasser durch deutsche Flüsse geflossen und eine Menge Gepäck über die Bänder in Heathrow gerollt.

Gestern kam dann ein Anruf mit dem Ergebnis, dass Tillatochter zumindest einen monetären Ersatz für den ganzen Stress und Kummer, Aufwand und Ärger zu erwarten hat. Entgegen sonstiger Gepflogenheiten bekommt sie den Wert der gestohlenen Klamotten, die Telefongebühren und die Fahrtkosten nach Ansbach komplett ersetzt. Chapeau, BA - das hätte ich nicht gedacht!

Ein besonderer Dank geht an Oliver, der mir die Adresse der zuständigen Lady im Management als Kommentar gepostet hatte.

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Wenn einer einer Reise tut…

Sonntag, 25. Oktober 2009

… dann kann er was erleben!

Tillatochter ist ja am 15.10.2009 nach mehr als einem Jahr als Au-Pair in fremden Landen aus den USA zurückgekommen. Und wie das so ist, wenn man bei einer Flugreise umsteigen muss… es fehlte ein Gepäckstück! Ausgerechnet das Gepäckstück, in das sie, weil es als Handgepäck geplant war, ihre liebsten und wichtigsten Dinge gepackt hatte. Dummerweise durfte sie die Armytasche dann doch nicht als Handgepäck mit an Bord nehmen, sondern musste das gute Stück als normales Gepäck einchecken.

Es kam wie es kommen musste, ausgerechnet die Armytasche fehlte, als sie sie Frankfurt ankam. In Heathrow stehen geblieben. Das wusste man also schon, denn die Dame am Counter hatte Tillatochters Meldung schon erwartet. Gepäckverlustmeldung gemacht und darauf gehofft, dass eine Fluggesellschaft wie British Airways es gebacken bekommt, das fehlende Gepäckstück nachzuliefern. Wie ihr euch an dieser Stelle denken könnt, kam alles anders, denn sonst würde ich keine Worte darüber verlieren müssen.

Zuerst kam der versprochene Anruf nicht. Man wollte Bescheid sagen,  wann Tillatochter mit einer Lieferung der Tasche zu rechnen habe. Der 15. verging, der 16. verging - kein Anruf. Daraufhin haben wir angerufen, denn in der Tasche befand sich unter anderem das Netzkabel zum überlebenswichtigen MacBook. Nun muss man wissen, dass sich British Airways ihren Service etwas kosten lässt, nämlich genau 0,14 Euro pro Minute. Bei diesem Anruf kam dann nach einer stattlichen Anzahl dieser kostenpflichtigen Minuten heraus, dass das Gepäck noch gar nicht lokalisiert war, man aber annehme, dass es sich noch in London befände. Nun gut. Handynummer hinterlassen, denn am Wochenende wollten wir woanders sein.

Das Wochenende verging ohne British Airways am Handy, der Montag verging ebenso klanglos. Etliche Lieblingsstücke wurden jetzt schon schmerzlich vermisst. Das Internet teilte uns am Dienstgmorgen mit, dass das Gepäckstück jetzt lokalisiert sei. Daraufhin haben wir ein weiteres Mal das Sparschwein der British Airways gefüttert (20 Minuten à 0,14 Euro) um dann letztendlich erfahren zu dürfen, dass das  Gepäck, sobald es lokalisiert sein (Hä? Angeblich war es das doch schon?) dann auch nach Frankfurt geflogen würde und wir Bescheid bekommen.

Am Dienstagspätnachmittag dann bekam Tillatochter einen Anruf. Allerdings nicht von der British Airways, sondern vom unbekannten Soldaten. Ein Angehöriger des US-Militärs teilte ihr mit, dass er ihre Tasche hätte und fragte ganz hilflos, was er denn jetzt damit machen sollte. Glücklicherweise spricht Tillatochter ja fließend amerikanisch und so stellte sich heraus, dass der gute Soldat bei seiner Ankunft in Frankfurt aus Versehen und in Hektik die falsche Tasche vom Gepäckband geschnappt hatte. Es ist jetzt allerdings nicht der Fall, dass der Gute nun Tillatochters Lieblings-T-Shirts anziehen muss, weil sein Gepäck in Frankfurt ist. Nein, er hat auch seine eigene Tasche. Als er nämlich den Fehler bemerkte ist er zurückgeeilt in den Flughafen und hat versucht, die Tasche von Tillatochter gegen seine einzutauschen. Nachdem er die Situation erklärt und Tillatochters Tasche vorgezeigt hat, wurde ihm seine eigene Tasche ausgehändigt, die Annahme von Tillatochters Tasche wurde ihm jedoch verweigert! So musste er mit zwei Taschen seinen Weg in die Base antreten. Glücklicherweise ist er in Ansbach stationiert und nicht auf der Durchreise nach Afghanistan! Allerdings ist Ansbach auch noch locker 200 km einfach von uns entfernt!

Jetzt, liebe Leser, glaubt aber nicht, dass British Airways es für nötig gehalten hat, uns über diesen Vorgang zu informieren! Die haben einfach ohne Authorisierung eine private Telefonnummer an einen wildfremden Menschen herausgegeben und gemeint, damit habe sich die Sache erledigt!

Es wurde also ein Fax an British Airways geschrieben, in dem wir unmissverständlich klar gemacht haben, dass Kundenservice anders aussieht und Datenschutzverletzungen durchaus einen Rechtsverstoß darstellen. Außerdem haben wir eine Frist gesetzt, in der sich diese Fluggesellschaft zum einen zu dieser Angelegenheit äußern, zum anderen die Tasche herbeischaffen sollte. Die Gepäckverlustbehandlungsstelle der British Airways sitzt übrigens in Italien. Der auf das Fax nun folgende Anruf bei uns sprach Bände. Man sehe sich nicht verpflichtet, die Tasche herbeizuschaffen, denn es wäre ja ein Versäumnis des Frankfurter Flughafens und kein Fehler der British Airways gewesen, dass die Taschenannahme verweigert wurde. Und der amerikanische Soldat solle die Tasche gefälligst an den Wohnort von Tillatochter schaffen, für sie wäre die Sache jetzt erledigt, die Tasche sei ja aufgetaucht.

Für uns ist die Sache noch lang nicht erledigt, liebe British Airways, denn schließlich habt ihr den mit Euch geschlossenen Transportvertrag nicht erfüllt. Und was Eure Erfüllungsgehilfen am Flughafen betrifft - mit denen haben wir keinen Vertrag und sehen uns daher nicht veranlasst, eine weitere Baustelle aufzumachen!

Da der Inhalt der Tasche jetzt dringend benötigt wurde und  die Gepäckverlustbehandlungsstelle der British Airways in Italien sich als äußerst stur und unnachsichtig zeigte, machte sich Tillatochter am Freitag, den 23.10. nun mit einer Freundin und deren Auto auf den Weg nach Ansbach, um ihre Tasche zu holen. Die Kosten für diesen ungeplanten Ausflug werden wir der British Airways in Rechnung stellen. Während meine Tochter also einen ganzen Tag auf der Autobahn verbrachte, rief plötzlich der unfreundliche Mensch aus Italien wieder an, der wissen wollte, ob die Tasche wieder da sei. Ich erklärte ihm, dass wir gerade mit der Heimholung beschäftigt wären und dass er mir bitte per Fax denjenigen nennen solle, an den wir die Regressansprüche und die Tankbelege schicken müssten, damit diese leidige Geschichte aus der Welt geschafft werden könne. Wie sollte es anders sein, der Mensch verweigerte mir die Nennung eines Namens, die Nennung einer Adresse oder Faxnummer und erklärte mir süffisant, er würde den Teufel tun und mir irgendetwas faxen.

Tillatochter holte unterdessen also die Tasche und machte sich wieder über 200 Kilometer auf den Heimweg um dann festzustellen, dass der Inhalt der Tasche durchwühlt wurde  und etliche Stücke fehlten. Aber nicht etwa die externe Festplatte oder die teuren Kabel - nein, es fehlten ein Paar Pumps, drei T-Shirts mehrere T-Shirts, die einen extrem hohen emotionalen Wert haben und eine Markenjacke mit Buttons, an denen das Herz von Tillatochter ebenfalls sehr  hängt! Der amerikanische Soldat hat diese Dinge mit Sicherheit nicht aus der Tasche genommen, das steht fest.

Wir sind gespannt, wie uns British Airways diese Angelegenheit erklären will und wie sie gedenken, damit umzugehen.

Fest steht, dass wir uns rechtliche Schritte wegen der Verletzung des Datenschutzes vorbehalten. Fest steht auch, dass wir British Airways nicht weiterempfehlen, oder gar noch einmal das Wagnis eingehen werden und dort einen Flug buchen.

Ein großes Lob geht an den amerikanischen Soldaten, der sich wirklich bemüht und gekümmert hat und gleichfalls mit diversen kostenpflichtigen Anrufen das Sparschwein der British Airways gefüttert hat, nur um zu erfahren, dass er plötzlich für einen Transport aufkommen soll, an dem er nun wirklich die geringste Schuld trägt. Er hätte ja auch einfach die Tasche irgendwo stehen lassen können. British Airways macht das ja auch.

Update: Wir haben soeben von dem amerikanischen Soldaten erfahren, dass die Tasche bereits mit dem nächsten Flieger am 15.10. in Frankfurt war!

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