Artikel mit ‘Kameras’ getagged

Brückengezwitscher

Sonntag, 10. Januar 2010

2009 lag auch schon mal Schnee. Kurz. Zumindest in Darmstadt. Genauer gesagt: am 12.12.

Also fix die “Projektbank” und die Noblex ins Auto geladen und sich mit einem willigen Twitterer getroffen.

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(klick macht big)

Location: Brücke Seitersstraße Richtung Löwentor, Rosenhöhe Darmstadt
Kamera: Die Noblex UX150
Film: Universal 200
Projektbank: Flohmarkthighlight 2009 (Weitere Opfer immer willkommen)
Twitternder: Benjamin
Temperatur: Extrem fußkalt
Die Blicke der Spaziergänger: unbezahlbar


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Absolut analog!

Freitag, 01. Januar 2010

Absolut Analog Workshop from Monika Andrae on Vimeo.

Ich liebe dieses Video! Und es interessiert mich gerade gar nicht, ob ich Euch damit nerve :)

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Alle Jahre wieder

Freitag, 13. November 2009


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Wer kommt auch?

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Der Herbst naht

Montag, 21. September 2009

Der Herbst naht, ich sehe ihn kommen.
Auf leisen Sohlen schleicht er sich in mein Gemüt.
Die Wärme des Sommers in den Fingerspitzen
erwarte ich ihn freudig.

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wie immer: ein klick vergrößert

Film: U200
Modell: die wunderbare Lie
Musik: Edith Piaf “Autumn Leaves”


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Boxenluder

Donnerstag, 20. August 2009

Sie schaute mich an, zwinkerte mir zu und ich konnte ihr nicht widerstehen. Sie durfte mit. Im Auto hatte sie den Platz auf meinem Schoß, sie wurde begutachtet, gestreichelt und schmiegte sich in meine Hände, einen Platz in meinem Herzen hatte sie in Windeseile erobert.

So gut sah sie eigentlich nicht mehr aus. Ein bisschen blind, ein bisschen rostig, staubig und abgegriffen. Nichts, was man nicht mit ein bisschen liebevoller Pflege und ein paar geheimen Mittelchen wieder hinbekommen könnte. Nach der Behandlung durch die kundigen Hände des Lieblingsmenschen erstrahlte sie in neuem Glanz. Sogar ihre Typbezeichnung, zart in das  schwarze Leder geprägt, ist wieder sichtbar geworden.

Der volle Name meines neuesten Mädchens lautet:

Zeiss Ikon Box-Tengor (I) 54/2

Das alte Mädchen hat mich ganz schön schwitzen lassen, denn eine Box, an der man etwas einstellen kann, hatte ich noch nie.

Gebaut in den 30er Jahren verfügt sie über die Möglichkeit, 3 verschiedene Entfernungen (1-2m, 2-8m, 8 bis unendlich) und drei Blenden (f11, f16, f22) einzustellen! Also wieder ein Schätzchen, mit dem man üben kann, Entfernungen abzuschätzen.

Also habe ich die alte Dame mit einem Universal 200 geladen und bin letzte Woche früh am Morgen mit ihr losgezogen. Einen Belichtungsmesser habe ich verweigert - wo kommen wir denn da hin, Boxfotografie und Belichtungsmessung? Entweder das Licht reicht oder das Licht reicht nicht. Zumindest war ich es so von meinen anderen Boxkameras gewohnt.

Vom Ausflug zurück wurde der Film gleich gebadet. Historische Kamera, kreativer Ausflug - also war der neue Spürsinn-Entwickler “Spürsinn HCD” die erste Wahl.

Und was kommt dabei heraus, wenn man mit einer noch unbekannten, über 70 Jahre alten Box mit Einstellungsmöglichkeiten loszieht und den belichteten Universal 200 in Spürsinn HCD im Verhältnis 15+1 bei 22 Grad Celsius und 12 Minuten Standentwicklung badet?

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Alle Bilder werden größer, wenn man sie anklickt :)

Hier findet man übrigens das Datenblatt zu dem Entwickler - die Leute von Spürsinn sind sehr an Euren Erfahrungen interessiert!


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Neugiernasen #2

Dienstag, 02. Juni 2009

Und wieder hat sich das ein oder andere auf meinem Spickzettel unter der Überschrift “Was suchen die Leute, wenn sie auf meinen Blog tapsen” angesammelt.

Der erste Renner ist die Suche nach der hübschen, kleinen, bunten Kamera, die ich auch schon in mein Herz geschlossen habe. Die Blackbird.fly.

Blackbird.fly, zweiäugig Kleinbild, Kleinbild 24 x 24, Wie Filmlöcher am Rand aufs Bild , wo gibt es Blackbird.fly, undsoweiterundsofort.

Dazu gibt es jetzt einen Bezugs-Link, der Licht ins Dunkle bringen sollte und für alle lieferbaren Farben stellvertretend steht.

Platz zwei wird von der bangen Frage besetzt:

Mittelformat Fotografie, quadratisch, welcher Film für Mittelformat, 6×6, große Negative, Mittelformat und Dia, Gibt es noch Rollfilm? usw.

Nun, Mittelformat nennt man die Negativgrößen von 6×4,5 cm bis hin zu 6×9 cm. Wir reden hier von Zentimetern, das bedeutet, ein Mittelformatnegativ ist so groß, dass man sich schon einen Kontaktabzug locker an die Wand hängen kann ;)
Mittelformat ist nicht zwingend quadratisch, wird aber gerne mit einem Bild im  Quadrat assoziiert. Der klassische Mittelformatfilm wird “Rollfilm” oder 120er Film genannt. Er passt für alle Mittelformatkameras, und reicht je nach Format  für 8 bis 16 Bilder.

  • 6×4,5 = 16 Bilder (z.B. Holga, Mamiya 645, Zenza Bronica RF645 ect.)
  • 6×6 = 12 Bilder (Hasselblad, Rolleiflex (außer Babyrolleiflex),
    Kiev 60, Kiev 88, Holga, Zenza Bronica SQ Baureihe, Agfa Isola ect.)
  • 6×7 = 10 Bilder (Pentax 67, Zenza Bronica GS Baureihe,
    Mamiya RB67 ect.)
  • 6×9 = 8 Bilder (”Klappfalter”, Laufbodenkameras, Agfa Clack, Agfa Click, Agfa Box, viele Boxkameras ect.)

Es gibt noch einen weiteren Rollfilm, der doppelt so lang ist wie der 120er und der sich 220er nennt. Dieser Film wird kaum noch konfektioniert, er passt auch nur in dafür ausgelegte Kameras und da er kein durchgehendes Schutzpapier hat, kann man ihn nicht in Kameras verwenden, die ein rotes Fenster für die Kontrolle des Filmtransports haben.

Auch wenn der Fotohändler an der Ecke behaupten sollte, es gäbe keine Rollfilme mehr - noch nie war das Angebot so vielfältig wie heute. Rollfim ist in schwarz/weiß, in Farbe und auch als Diafilm in zahlreichen Empfindlichkeiten unter anderem bei Spürsinn erhältlich.

Top 3 der Suchworte kann ich kurz und bündig abhandeln.

kleine, nackte Mädchen

Die gibt’s hier nicht.


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Flieg, schwarzer Vogel

Sonntag, 05. April 2009

Sie kam über reichlich Wasser zu mir geflogen und wollte getestet werden.
Die japanische Blackbird fly aus dem Hause Superheadz.

Ich bin ja ein kleines Ungeduld, lange hatte ich auf das mir angekündigte Schmuckstück gewartet. Nicht nur, weil ich schon immer mal eine knallrote Kamera haben wollte, sondern weil ich noch nie in meinem Leben eine zweiäugige Kamera gesehen habe, die mit Kleinbildfilm fotografiert!
Also nicht lang den Karton gedreht, sondern fix aufgemacht. In der Schachtel hockte eine durchsichtige Plastikglocke und unter dieser Plastikglocke präsentierte sich mir mit einem knallroten Vorderteil die Blackbird fly. Wow!

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Ich beraubte sie ihrer Unschuld Haube und drehte sie in den Händen. Besser verarbeitet als ich dachte. Toy-Kameras geht ja schon ein etwas schlechterer Ruf voraus, “Plastik”, “bunt” und “edel” geht nach meinem Empfinden nicht so zusammen, hier war ich überrascht und hatte sofort den Gedanken, dass die Leutchen von Superheadz, die dieses bunte Teil entwickelt und gebaut haben, mit Liebe und Leidenschaft an die Arbeit gegangen sind.

Die Blackbird hat einen Lichtschachtsucher, in dem man tatsächlich etwas sieht. Bei meiner russischen Lubitel 166B verbringe ich mehr Zeit mit lustigem Motiv erahnen als mit tatsächlichem Motiv sehen. Die Klappen sind sogar nummeriert, damit man den Lichtschacht auch ja in der richtigen Reihenfolge wieder zusammenklappen kann. Selbstverständlich hat auch dieses Schätzchen einen Sportsucher! ;)

An meiner Rolleiflex Automat habe ich das Bildzählwerk sehr zu schätzen gelernt und tatsächlich besitzt auch diese kleine, japanische Kiste ein Bildzählwerk. Naja, mit einem roten Fensterchen wäre einem auch nicht gedient - hier wird ein Kleinbildfilm geladen, da nutzt einem kein Fensterchen. Wegen des Kleinbildfilms ist die Blackbird auch mit einer kleinen Kurbel ausgestattet - irgendwie muss man den Film ja zurück in die Patrone bekommen. Er kam mir ja schon ein wenig “gakelig” vor - hat aber beim Praxistest voll und ganz bestanden.

Der spannendste Moment war die Öffnung der Blackbird um einen Blick auf das Innenleben zu werfen und den ersten Film einzulegen. Oh.  Ich brauche nicht oft eine Gebrauchsanweisung, um einen Film einzulegen, aber in diesem Fall habe ich dann doch beschlossen, mir Rat in dem kleinen Heftchen zu holen, das bei lag. Ein bisschen umständlich ist es ja schon, aber der Film muss sich ja quasi einmal in der Kamera wenden, damit die richtige Seite vor dem Verschluss liegt und dieses Problem ist sehr hübsch gelöst.

Bevor man den Film einlegt, sollte man sich erst für das gewollte Format entscheiden. Die Blackbird kann nämlich das ganz normale Negativformat belichten, außerdem jedoch mit Hilfe einer Maske Bilder in 24 x 24 mm und 36 x 36 mm machen. Bei dem Format 36 x 36 werden die Filmränder mit belichtet.
Wenn man so schusselig ist wie ich und die Maske für 24 x 24 falsch herum einlegt, dann bekommt man Bilder im Format 35 x35 - bei denen ist dann nur der halbe Filmrand mit belichtet ;)
Im Lichtschachtsucher sind die verschiedenen Formate markiert, man kann also wunderbar den Bildausschnitt wählen. Und bei einer Brennweite von 33mm bekommt man sogar richtig was drauf aufs Bild!

Die Blackbird arbeitet mit nur zwei Blenden, Blende 7 und Blende 11. Kenntlich gemacht durch ein Wölkchen (Blende 7) und eine kleine Sonne (Blende 11). Außerdem  fokussiert man nicht mit ihr, sie arbeitet über eine Entfernungseinstellung und die beginnt bei 80 cm.

Ich zog also mit dem Trout an meiner Seite und einem knallroten Kasten vor dem Bauch quer durch Mannheim. Seltsame, belustigte und interessierte Blicke waren mir sicher, sobald ich aus dem Auto stieg. Die ersten Leute fragten “Ist das auch eine Kamera?” und die Reaktionen erstreckten sich von abfälligem Schnaufen bis hin zu begeistertem Staunen. Ein junges Mädchen fragte: “Gibt es die auch in anderen Farben?” Na klar. Pink allerdings bekommt man erst ab etwa Mai ;)
Man bekommt die Blackbird fly in schwarz (wenn man nicht auf den ersten Blick auffallen will, ist es sicherlich die beste Wahl), rot, weiß, orange, blau, gelb und wie gesagt demnächst dann auch in pink.

Ich mag die Blackbird. Ich bin ja sowieso schon lange ein Fan von  Kameras mit Lichtschacht, weil man mit ihnen Perspektiven findet, die man mit einer anderen Kamera so gar nicht sieht oder nur sehr umständlich einfangen kann. Die Möglichkeit, bis zum nächsten Filmwechsel 36 Aufnahmen machen zu können, gibt mir hier eine Leichtigkeit, die sich für mich schon fast digital anfühlt. ;) Ich steh auf Quadrat. Ich mag belichtete Filmränder. Ich behalte das knallrote Schätzchen!

Die Kurzversion:

  • Blackbird fly, zweiäugige Kleinbildkamera von Superheadz
  • Erscheinungsform: grandios edelwitzig
  • Film: normaler, handelsüblicher Kleinbildfilm
  • Formatwahl: Wer die Wahl hat, hat die Qual! 24 x 24, 24 x36, 36 x 36 (oder eben das Schusselformat 35 x 35)
  • Film einlegen: Sehr ungewohnt, nach dem ersten Mal aber unproblematisch.
  • Blenden: 7 und 11
  • Brennweite: 33mm
  • Verschlusszeit: 1/125 oder “bulb”
  • Entfernungseinstellung: 0,8m bis unendlich
  • keine Doppelbelichtungssperre
  • Blitzanschluss
  • Farben: schwarz, rot, weiß, orange, blau, gelb - demnächst auch in pink

Kaufen kann man sie ab sofort bei den Leuten von Spürsinn.

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Blackbird Fly im “Schusselformat” 35×35 auf R3@400ASA

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Analoge Krabbenbrötchen

Samstag, 04. April 2009

Sie saßen am Hafen auf der Mole und ließen die Beine baumeln. Er streckte die Nase in den salzigen Wind, sie kämpfte mit den Haaren, die ihr der Wind  immer wieder ins Gesicht wehte und gleichzeitig damit, einen neuen Film in ihre Kamera einzulegen ohne dass dieser dem strahlenden Sonnenschein ausgesetzt wurde.

“Du sag mal”, fragte er “wäre es hier nicht viel praktischer mit einer digitalen Kamera zu fotografieren?” Sie ließ mit einem erleichterten Seufzen die Rückwand der Kamera zuschnappen und drehte sich zu ihm. “Praktischer? Vielleicht schon.” meinte sie. “Vorausgesetzt, ich hätte ausreichend Platz auf meinem Chip und volle Ersatz-Akkus in der Tasche. Jedes Werkzeug hat seine Vor- und Nachteile.”

Er runzelte die Stirn. “Ja, aber so musst du Unmengen an Film mitschleppen. Und nicht nur von einer Sorte. Du brauchst Kleinbild- und Rollfilm. Du brauchst Bunt- und schwarz/weiß Film. Und dann noch die unterschiedlichen Eigenschaften und Empfindlichkeiten!” Sie lachte auf. “Bei dem Gewicht der unterschiedlichen Kameras und Objektive fällt das doch kaum noch ins Gewicht! Aber Du hast schon Recht - ich habe immer eine ausgesprochen große Handtasche dabei.” “Also warum reicht es dir nicht, mit einer Handvoll Akkus und einer vernünftigen, digitalen Kamera loszuziehen?”

Sie wurde plötzlich ganz ernst. “Ich will fotografieren. Die Bilder, die ich machen möchte, habe ich schon ungefähr im Kopf, wenn ich los ziehe um zu fotografieren. Zu diesen Bildern, nennen wir sie mal Entwürfe, gehören Eigenschaften, die ich mit dem Einsatz von ganz bestimmten Kameras erreichen kann. Also muss ich diese Kameras dabei haben. Das gilt auch für das Filmmaterial. Habe ich nicht dabei was ich brauche, so kann ich nicht das Bild machen, was als Entwurf in meinem Kopf schwebt. Und unglücklicherweise habe ich nur Bilder im Kopf, die analog umzusetzen sind, nicht digital. Deswegen musst du immer ein oder zwei Kameras mit tragen, wenn du dabei bist.” Sie grinste. “Ist es das, was dir Sorgen macht? Dass ich Dich zum Kameramuli degradiere?”
“Quatsch!” Er schüttelte den Kopf. “Ich verstehe es nur nicht so ganz. Andere Menschen machen digital mit nur einer Kamera gute Bilder.”

“Das streite ich ja nicht ab, aber es passt eben nicht zu meinen Bildern und zu den Bildern, die ich machen will. Schau, es gibt Maler, die benutzen Pinsel aus Rotmarderhaar. Sie malen damit Aquarelle oder in Öl und benutzen dafür das Werkzeug, was am besten mit dem harmoniert, was sie schaffen möchten. Und es gibt Maler, die wunderbare Bilder schaffen, indem sie Schulpinsel oder ihre Hände benutzen. Für sie sind eben diese Schulpinsel das beste Werkzeug. Neben ihren Händen. Würden die ersteren jetzt Schulpinsel benutzen und die zweiten die teuren Rotmarderhaarpinsel, dann wären die Bilder nicht mehr so wie die, für die sie ihr Lieblingswerkzeug einsetzen.
Daneben gibt es natürlich auch Maler, die benutzen das Teuerste vom Teuren und ihre Bilder sehen aus wie “Malen nach Zahlen”.
Das würde sich wahrscheinlich auch nicht ändern, würden sie ein anderes Werkzeug benutzen. Mit meiner Fotografie ist es ähnlich. Würde ich digital fotografieren, dann würden meine Bilder nicht mehr so aussehen, wie ich will, dass sie aussehen. Es wäre ein anderes Werkzeug.”

Sie standen auf, schlenderten an den Kuttern vorbei und steuerten die nächste Bude mit Fischbrötchen an.  Hering für ihn, Krabben für sie. “Du meinst tatsächlich, deine Handschrift als Fotografin wäre nicht mehr da, wenn du digital fotografieren würdest?” Sie schüttelte den Kopf. “Natürlich wäre meine Handschrift noch da. Es ist ja nicht das Werkzeug, was das Bild macht. Aber es wäre für mich nicht das Ergebnis, was ich mir wünsche. Es würde zuviel von dem fehlen, was ich in meinen Bildern sehe.”
“Kannst Du das genauer beschreiben?” fragte er und biss herzhaft in sein Brötchen. Sie puhlte nachdenklich die Krabben aus ihrem Brötchen und legte sie der Reihe nach auf ihre Serviette.
“Schau mal” sagte sie. “Wollte ich jetzt diese Krabben fotografieren, würde ich wohl eine zweiäugige Kamera auswählen, die Spielzeugcharakter hat. Vielleicht die Lubitel. Geladen mit einem unmaskierten Farbfilm. Mit der Kamera wähle ich ein Werkzeug, das für mich höchst charmante Unzulänglichkeiten aufweist, mit dem Film ein Material, bei dem ich weiß, wie ich die Farbgestaltung im Stil der 60er Jahre beeinflussen kann. Außerdem hat Film andere Eigenschaften als ein Chip. Beim Film habe ich das Korn und die Tiefe im Farbraum. Ich kenne diese Eigenschaften und setze sie bei der Fotografie natürlich bewusst ein. Über den Lichtschacht kann ich Perspektiven wählen, auf die ich entweder so nicht ohne Weiteres kommen würde oder für die mich schrecklich verbiegen müsste, würde ich das Bild mit einer digitalen Spiegelreflex machen. Digital hätte ich kein quadratisches Format - ich müsste nachträglich schneiden oder eine digitale Mittelformatkamera benutzen - damit hätte ich aber dann auch schon wieder zwei Kameras dabei.”

Sie lächelte und legte die Krabben zurück ins Brötchen. ” Ich hätte eine ungewollte Perfektion, denn ich kann mit einem digitalen Werkzeug nicht den Abbildungscharakter der Lubitel nachahmen. Wenn ich es nachträglich über ein Bildbearbeitungsprogramm versuche, würde mich das Stunden kosten und das Ergebnis würde mich nicht befriedigen. Das gilt auch für die Farbgebung.  Für die Perspektive, die mir jetzt vorschwebt, müsste ich meinen Körper schmerzhaft verdrehen und hätte wohl trotzdem nicht das, was mir vorschwebt, denn ich müsste mir den Bildausschnitt für einen nachträglichen Schnitt genau überlegen. Letztendlich wäre es digital sicher auch ein gutes Bild, man würde wohl auch meine Handschrift erkennen können, aber ich wäre nicht zufrieden und damit hätte ich einen Kandidaten für die Tonne.”

“Du meinst also, dass die Kamera mit deinen Vorstellungen, deinen Bildentwürfen harmonieren muss, sonst machst du das Bild nicht?” Sein Gesichtsausdruck war zweifelnd. “Klingt komisch”, antwortete sie “aber ich glaube, so ist es tatsächlich. Du pinselst die Wand in Deinem Wohnzimmer ja auch nicht mit Wasserfarbe an, wenn du gerade nicht die Wandfarbe zur Hand hast, die Du eigentlich bräuchtest, oder? ” Sie wischten sich die Hände ab und verließen den Brötchenimbiss.
“Soll ich Dir tragen helfen?” fragte er.

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Ende, aus, zappo und vorbei

Montag, 09. Februar 2009

Spaß hat es gemacht, für 48 Stunden Holgas über Twitter zu verkaufen :)
Und ich hätte nie gedacht, dass es tatsächlich funktioniert! Zahlreiche dieser Schätzchen sind für einen Supersonderpreis “über den Tisch” gegangen - ich bin begeistert.
Wenn ich nur meine Ivar-Regalteile auch so gut loswerden würde…

Das bedeutet jetzt aber nicht, dass es keine Holgas mehr gibt - es gibt sie nur eben nicht mehr bei mir, sondern drüben im Spürsinn-Laden.

Danke an alle, die meine penetrante Werbung nicht übel genommen haben ;)
Danke an alle, die zugeschlagen haben und damit bewiesen haben, dass Twitter Sinn macht. :)

Und denkt dran - ich will Eure Fotos sehen!

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Neid macht erfinderisch

Donnerstag, 30. Oktober 2008

Heute kam Post. Ein geheimnisvolles Päckchen aus dem hohen Norden.
Darin liebevoll eingepackt: eine Kamera. Aber nicht etwa irgendeine Kamera sondern eine ganz besondere Kamera. Ein Unikat sozusagen! Eine Original-Bernie-Leihkamera, die ich jetzt ausprobieren darf!

Der Lieblingsmensch erbleichte angesichts des Schmuckstücks gleich aus zwei Gründen. Zuerst, weil die Original-Bernie-Leihkamera ein Spezial-Umbau des Kameramodells ist, das ihm eines der liebsten ist.
Zum anderen, weil es ihn sofort und ohne Umwege in den Fingern juckte, dieses Spezialgerät auszuprobieren. Dieser Wunsch stand klar lesbar in seinem Gesicht und ich sah mich gezwungen, den absehbaren Handlungen sofort und ohne Verzögerung einen Riegel vorzulegen.

“Die Kamera probiere ich aus. Finger weg!”

Lang hat er nicht geschmollt. Er verschwand auf dem Dachboden und tauchte nach wenigen Minuten, bewaffnet mit Schraubenziehern und dem letzten Flohmarktschnäppchen wieder auf.
Still schraubte er hier, putzte da und bohrte dort. Vor 10 Minuten dann kam der befriedigte Ausspruch: “Ich hab jetzt die Variante de Luxe! Mit Gelbfilter und Blitzanschluss!”

Die Ergebnisse beider Kameras sind sicherlich demnächst hier und dort zu bewundern!

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