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Bilder für Millionen

Mittwoch, 06. Januar 2010

Wie ist das eigentlich mit der Fotografie, dem Ruhm, der Ehre und den Millionen?

Ich betrachte die Anstrengungen derer, die eine Kamera ihr eigen nennen in den letzten Jahren mit einem lachenden und einem weinenden Auge.
Das Auge lacht, wenn ich sehe, wie einige wenige Menschen versuchen, mit Hilfe eines Fotoapparates das einzufangen, was um sie herum geschieht und sie bewegt. Die Ergebnisse sind sehenswert. Sehenswert, weil die Bilder erkennen lassen, dass da jemand seine Emotionen, seine “Landschaft” des täglichen Lebens, seine Lieben und seine An-Sichten versucht einzufangen. Dafür bedarf es keines großartigen Wissens um Technik - ein gutes Auge und die Fähigkeit “auf den Punkt zu kommen” reichen aus, um ein Bild zu machen, das den aufmerksamen Betrachter fesselt.
Das Auge lacht, wenn ich die Entwicklungen derer verfolge, die versuchen die Bilder umzusetzen, die in ihren Köpfen schlummern. Inszenierte Fotografie ist auch immer ein bisschen Selbstentblößung vor der betrachtenden Menge. Wer den Mut hat, seine “Traumbilder” umzusetzen und zu zeigen, verdient Respekt. Wer frustriert darüber, dass die Ergebnisse nicht das Bild im Kopf zeigen, anfängt, sich mit seinen Möglichkeiten und dem Technikgedöns auseinanderzusetzen, verdient meine Achtung. Wer loszieht und wissbegierig anderen Löcher in den Bauch fragt, entsprechende Bücher liest und aus seinen Rückschlägen lernt, der ist auf dem besten Weg, ein Fotograf zu werden. Und wer dann noch einsieht, dass ein Fotograf niemals aufhört zu verzweifeln, zu lernen und nach dem einen Bild zu suchen, der hat sogar meine Hochachtung.

Das Auge weint jedoch, wenn ich die Massen an nachgestelltem, automatisierten, abgekupferten und meist schlecht ausgeführten Bildern sehe, die versuchen mein Auge zu beleidigen und zu überfluten. Das ist allerdings keine neue Entwicklung, die gab es bereits in den 30iger Jahren.
Mein Auge weint, wenn ich lesen muss, dass man nur mit dieser und jener Ausrüstung diese und jene (natürlich bejubelnswerten) Fotos machen kann.
Mein Auge weint, wenn es Behauptungen liest, die sagen, dass jeder nachmachen kann und soll, dabei diese und jene technischen Werte zu setzen hat, dieses und jenes Buch zu lesen und diesen und jenen Workshop zu besuchen hat und dann ganz schnell reich und berühmt wird.

Gute Fotografie kommt von innen. Nicht aus Büchern, nicht mit der Hilfe einer Bildbearbeitungssoftware, nicht aus einer Kamera. Sie kommt aus der Seele, entsteht aus Leidenschaft und Liebe und wächst mit den Träumen von Bildern, Bildern, Bildern.

Und was war jetzt mit dem Ruhm, der Ehre und den Millionen?
An dieser Stelle möchte ich auf einen älteren Artikel in der Zeit verweisen. Nehmt Euch die Zeit, die sechs Seiten ganz zu lesen.

Nachtrag: Eben habe ich gesehen, dass Michael K. Trout unabhängig von mir auch einen kleinen Senf zum Thema im weitesten Sinne veröffentlicht hat ;)

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Künstler leben

Samstag, 18. Juli 2009

Gestern trafen sich Künstler und Piraten für einen Gedankenaustausch in einer Kneipe in Darmstadt.

Ich will jetzt gar nicht großartig über die Gesprächsinhalte berichten - nur so viel sei gesagt, es war ein sehr angenehmes Treffen mit angenehmen Diskussionen und einem sehr regen, tatsächlichen Austausch von Meinungen, Ideen und Sichtweisen.

In dieser Runde ist mir eines aufgefallen: Von denen, die Kunst und Kultur nutzen, wissen wir sehr wenig.
Warum kauft ein Mensch eine CD und warum lädt er sich Musik im Internet herunter? Warum ist er auf der einen Seite bereit für Kultur zu zahlen, auf der anderen Seite nicht?

Warum hat eine Band 70.000 Downloads und nur ein paar wenige Kröten im aufgestellten Spendentopf? Warum wird die Aufforderung zu spenden, nicht ernst genommen und warum ist eine freiwillige Zahlung so schwer? Fühlt sich ein Gebraucher von Kunst und Kultur tatsächlich schlecht, wenn er nur einen einzigenEuro in den Spendentopf wirft? Möchte er sich nicht dem Verdacht ausgesetzt sehen, er sei geizig und spendet daher lieber gar nichts?

70.000 Downloads. Bei einem Euro pro Download wären das 70.000 Euro. Geld, das es den Musikern erlauben würde, mehr von der Musik zu produzieren, die von den Menschen, die sie heruntergeladen haben augenscheinlich ja sehr gemocht wird. Geld, das es ihnen ermöglichen würde, ins Studio zu gehen anstatt einem Job nachzugehen, der ihre Kreativität behindert, wenn nicht sogar auffrisst.

Im Vergleich: Der Stand gestern zu meinem “Bedient Euch” war 89 Downloads und in der Sammelbüchse befinden sich 69,50 Euro. Diese knapp 70 Euro verteilen sich auf drei Menschen, die gesagt haben “Ich zahle für das Bild” und zwei, die gesagt haben “Ich will Dich unterstützen, das Bild selber gibt mir nichts, ich habe es auch nicht heruntergeladen”. Nach Adam Riese bleiben also 84 Menschen übrige, die das Bild heruntergeladen haben, aber auch ausgedrückt haben, dass es für sie nicht den Wert hat, dafür zu bezahlen.

Der Kommentar von Mikel im Nachbarblog war es letztendlich, der bei mir jetzt eben den Impuls ausgelöst hat, diesen Artikel herunterzuschreiben.

Ich glaube nicht, dass das Problem juristisch-politisch zu regeln ist. Wir bräuchten ein Bewusstseinswandel. Das Wissen um künstlerisches Leben. Und das fängt bei Gesangsvereinen an, die Noten kopieren und hört bei dem Gestöhne über die Künstlersoziakasse auf. Von den Problemen mit der Gema und anderen Verwertungsgesellschaften gar nicht zu reden.

Wo ist es denn, das Bewusstsein, dass Menschen, die Kunst schaffen, von irgendetwas leben müssen? Wo ist die Wertschätzung den Menschen gegenüber, die teilweise wirklich unter Extrembedingungen Kunst schaffen? Wo ist der Respekt vor der Arbeit des anderen? Und wie kann man einen Wandel des Bewusstseins herbeiführen?

Ich finde es auch nicht in Ordnung, wenn Menschen kriminalisiert werden, weil sie sich etwas “für umme” aus dem Netz ziehen. Aber ebenso wenig finde ich es in Ordnung, wenn Stimmen laut werden, die sagen “Wenn Du von Deiner Kunst nicht leben kannst, dann musst Du halt richtig arbeiten - denn wenn Du etwas ins Internet stellst, dann machst Du das doch in dem Bewusstsein, dass es einfach genommen wird”

Wenn alle Künstler, die sich im Netz herumtreiben, beschließen würden ab sofort, jetzt und gleich nichts mehr zu produzieren - wie arm würde unsere Kultur plötzlich werden? Ihr wollt Musik, ihr wollt Bilder, ihr wollt Worte, ihr wollt Kunst und Kultur. Was seid ihr bereit dafür zu geben. Und unter welchen Gesichtspunkten seid ihr nicht bereit etwas zu geben? (Und an dieser Stelle rede ich nicht vom “Nichtgefallen” - wenn mir etwas nicht gefällt, dann will ich es nicht haben, auch nicht für umme”)

Müssen Künstler tatsächlich erklären, wie sie leben, damit ihre Arbeit geschätzt wird? Müssen wir einen Seelenstriptease machen, damit wir wertgeschätzt werden? Müssen wir Menschen mit unserem Kontostand bedrängen, damit sie einen Euro für etwas bezahlen, das sie gerne haben möchten? Müssen wir lautstark jammern und klagen?

Fragen über Fragen - für die ein oder andere Antwort wäre ich dankbar.

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Bedient Euch

Freitag, 26. Juni 2009

Die Urheberrechtsdiskussion und auch das ausführliche Telefonat mit einem Piratenkapitän haben mich auf die Idee gebracht, auszuprobieren, ob Menschen tatsächlich, wie an so vielen Fronten erklärt, bereit sind, für Fotografie im Internet zu zahlen.

Ich stell Euch jetzt an dieser Stelle ein Bild in einer ordentlichen Auflösung unter CC Lizenz zur Verfügung,  das man auf A4 mit einem handelsüblichen Tintendrucker auf Fotopapier ausdrucken kann. Also ein echtes Bild. Auf meine Signatur müsst ihr in diesem Fall verzichten, aber ich denke, das kann man verschmerzen.

Ihr dürft dieses Bild für Eure private Verwendung herunterladen und auch ausdrucken. Ihr entscheidet, was es Euch wert ist und wenn ihr bereit seid, dafür zu zahlen, dann benutzt den PayPal-Button oder schickt eine Mail an tilla[punkt]pe[ät]gmx[punkt]de - ich würde Euch dann meine Kontoverbindung mailen.

In ein paar Wochen lasse ich Euch wissen, wie oft das Bild heruntergeladen wurde und wie viele Menschen beschlossen haben, es monetär zu würdigen.

Es ist ein Experiment für mich und sicher auch für viele Fotografen.

Das Vorschaubild:

Spuren II - Vorschaubild

Dieses Bild steht unter folgender Creative Commons Lizenz 88x312

Die Datei ohne Passepartout und Signatur in einer druckfähigen Auflösung steht hier zum Download bereit.(3,8MB)

Und hier könnt ihr einen Betrag bezahlen, der Euch überlassen ist:

Ich bin gespannt :)
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Ahoi - Oder doch nicht?

Mittwoch, 24. Juni 2009

140 Zeichen hin - 140 Zeichen her, es hilft alles nichts, das Thema ist zu umfassend und grundsätzlich auch viel zu wertvoll um nur in 140 Zeichen hin und her abgehandelt zu werden.

Am Montag habe ich eine unterstützende Unterschrift für die Piratenpartei in Hessen geleistet. Aus dem einfachen Grund: Wir brauchen (mal wieder) Bewegung in der Politik in Deutschland. Eine steife Brise kann da wirklich nicht schaden.

Meine Unterschrift bedeutet jedoch nicht, dass ich auch mit einem Kreuz bei den Piraten zur Wahlurne schreiten werde, zu unausgegoren sind mir bisher die erstrebten Ziele der Freibeuter.

Mein persönlicher Stein des Anstoßes: Die Piratenpartei fordert eine Veränderung des Urheberrechts.

In den verschiedenen Diskussionen ist mir aufgefallen, dass Urheberrecht und Nutzungsrecht gern in einen Topf geworfen werden. So rennt die Information durch die Presse, dass in den USA eine alleinerziehende Mutter fast 2 Millionen Dollar Strafe zahlen soll, weil sie illegal Musik aus dem Internet gezogen hat. Die USA hat zwar ein anders lautendes Urheberrecht als wir hier in Deutschland, nichtsdestotrotz ist die Entscheidung des Geschworenengerichts nicht auf Basis eines Urheberrechts getroffen worden, sondern weil der/die Inhaber der Nutzungsrechte geklagt haben.

Und ich muss ehrlich sagen, wenn ich falsch parke, muss ich meinen Strafzettel auch bezahlen. Auch, wenn ich das Schild nicht gesehen habe. Dummheit schützt vor Strafe nicht. Ob die Höhe der Strafe gerechtfertigt ist oder nicht, soll aber nicht Inhalt der Diskussion sein, die ich an dieser Stelle anstrebe. Nur so viel sei gesagt - sollte eine Zahlung der Strafe erfolgen, so wird der/werden die Künstler davon nichts zu sehen bekommen - er hat/sie haben  die Nutzungsrechte verkauft.

Und da kommen wir auch schon zum Casus Knaksus springenden Punkt. Wenn ich ein Bild verkaufe, verkaufe ich das Bild. Nicht mein Urheberrecht, das ist in Deutschland auch gar nicht möglich. Der Käufer des Bildes darf jetzt mit dem Bild machen, was er will. Er kann es mit ins Bett nehmen, an die Wand hängen, es feierlich verbrennen oder mit Gewinn weiterverkaufen.  Von dem Überschuss sähe ich in diesem Fall keinen Cent. Ist ja auch in Ordnung so. Er darf es jedoch nicht vervielfältigen und dann die einzelnen Bilder verschachern - in diesem Moment greift mein Recht zu sagen “Das will ich nicht”. (Jetzt mal unabhängig vom kommerziellen Aspekt gesehen.) Es ist das Recht des Urhebers bestimmen zu können, was mit seinem geschaffenen Werk passiert. Und es ist das Recht des Urhebers, Rechte an der Verwertung zu vergeben. Letztendlich lebt er genau davon. Wenn der Käufer nun ein ganz sympatischer Mensch ist, der das Bild auf Geburtstagseinladungen drucken will, weil er es so toll findet, dann kann er mit mir darüber reden und verhandeln. Ich kann es ihm erlauben, ich kann ihm für diese Erlaubnis Geld abknöpfen, wenn ich will, oder ganz einfach begeistert sein, dass er mein Schaffen verbreiten will und mich daran freuen. Wie auch immer ich dieses Nutzungsrecht regele, ist meine Sache, meine Angelegenheit. Das Recht des Urhebers.

Jetzt kommt die Piratenpartei und will mir dieses Recht beschneiden. Die Argumente, die sie bringen, beziehen sich aber meiner Meinung nach auf die Art und Weise wie die Verwertung geistigen Eigentums gehandhabt wird.

Liebe Leute, das Urheberrecht ist nicht schuld daran, wenn Plattenlabel ihre CDs gegen Kopien schützen. Es liegt in ihrem wirtschaftlichen Streben, so viele CDs wie möglich zu verkaufen, denn sie haben Geld eingesetzt, das sie wieder heraushaben wollen und sie müssen einen Teil des Geldes auch an den Künstler abtreten, der ihnen das Nutzungsrecht/Verwertungsrecht für seine Musik verkauft hat, damit er etwas zu beißen hat. Ob es nun unsinnig erscheint, dies über einen Kopierschutz zu erwirken oder nicht - das steht nicht zur Debatte.

Das Urheberrecht ist auch nicht schuld, wenn eine Verwertungsgesellschaft horrende Zahlungen für öffentliche Konzerte verlangt. Nicht umsonst läuft zurzeit eine e-Petition, die das Verhalten der GEMA zum Inhalt hat.

Und wenn ein Fotograf von Lebensmitteln arme Blogger verklagt, weil sie seine Bilder unerlaubt auf ihren Rezeptseiten zeigen, dann ist daran auch nicht das Urheberrecht schuld. Der Fotograf nutzt einzig und allein aus, dass so viele Leute meinen, wenn etwas im Internet steht, dann kann man es sich einfach so nehmen. Er kann so handeln, weil er neben dem Urheberrecht das Nutzungsrecht an seinen Bildern hat.

Verkaufe ich das Nutzungsrecht an einem Bild exklusiv an ein Unternehmen und findet dieses Unternehmen das entsprechende Bild woanders, dann muss ich erstmal beweisen, dass ich mich an die Absprache der Exklusivität gehalten habe. Das Unternehmen als Inhaberin des Nutzungsrechtes, das es ja von mit gekauft hat (zur Erinnerung, damit ich meinem Bäcker die Brötchen bezahlen kann) zieht dann gegebenenfalls gegen den, der das Bild “gezogen” hat vor den Kadi. Nicht ich.

Wenn ich die Piratenpartei richtig verstanden habe, dann möchten sie gerne, dass Kultur für alle zugänglich und umsonst ist. Sie haben sich u.a. die Förderung der Kultur auf die Flagge geschrieben.

Die Frage, wovon denn dann die Kulturschaffenden leben sollen, wurde allerdings noch nicht zu meiner Zufriedenheit beantwortet. Und warum mein Recht zu entscheiden, was mit meinen Werken passiert, beschnitten werden soll, erschließt sich mir auch noch nicht. Fakt ist - Kunst muss finanziert werden. Künstler müssen finanziert werden. Wie sollen sie sich selbst finanzieren, wenn ihnen die Grundlage entzogen wird?

Die heutige Regelung der Verwertungsrechte wird einem fairen Ausgleich zwischen den berechtigten wirtschaftlichen Interessen der Urheber und dem öffentlichen Interesse an Zugang zu Wissen und Kultur jedoch nicht gerecht.

Hier ist plötzlich die Rede von Verwertungsrechten. Richtig! Auch ich bin nicht einverstanden, wie mit bestimmten Verwertungsrechten (Nutzungsrechten) umgegangen wird. Aber deswegen muss ich doch kein Urheberrecht ändern?

Als Fotografin mache ich u.a. freie Langzeitprojekte. Ich stecke Zeit und Geld in diese Projekte. Wenn ich ein solches Vorhaben abgeschlossen habe, bedeutet das nicht gleichzeitig, dass jetzt der Rubel rollt, ich muss noch mehr Zeit und Geld in die Kommerzialisierung stecken. Wenn ich von Langzeitprojekten spreche, dann bedeutet das tatsächlich Langzeit. Jahre. Bis Geld fließt (wenn überhaupt) können durchaus noch ein paar Jahre mehr vergehen.

Dies schließt insbesondere eine drastische Verkürzung der Dauer von Rechtsansprüchen auf urheberrechtliche Werke unter die im TRIPS-Abkommen vorgegebenen Fristen ein.

Unter diesen Umständen wäre ich gezwungen, nur noch lukrative und schnelle Projekte zu machen. Ohne Anspruch, denn Anspruch dauert und kostet. Und ich bin nur ein kleines Licht von vielen unter Heerscharen von Schriftstellern, Musikern, Fotografen…… wie war das also mit der Förderung und Erhaltung der kulturellen Werte?

Liebe Piratenpartei. Ich würde Euch wirklich gerne wählen. Also seid so gut und setzt Euch mit dem Thema Urheberrecht noch einmal gründlich auseinander. Fragt Kunstschaffende, Kulturschaffende nach ihrer Meinung, ihren Erfahrungen und Ansichten. Nutzt die Chance und fragt Eure Wähler in spe, wie der richtige Weg aussehen könnte.

In diesem Zusammenhang möchte ich noch auf zwei Beiträge einer Musikerin zu diesem Thema hinweisen. Karan bringt sehr gut weitere und ähnliche Gedanken zu Papier Blog. :)

Ich habe diesen Beitrag auf die in meinen Augen wichtigsten Aspekte verkürzt und ihn vereinfacht., weil ich es als kontraproduktiv erachte, seitenlange Abhandlungen zu bloggen, die einzig meine Meinung widerspiegeln. Lieber wäre mir eine Diskussion zu dem Thema, gerne auch von den Piraten :)

Sparbrötchen, die alles klasse und Geiz geil finden, die nicht bereit sind, für die Leistung anderer zu zahlen  und diese Meinung hier unflätig zum Besten geben wollen, werden gelesen, unter der Rubrik “die Stimme des einfältigen Volkes” abgelegt und nicht freigeschaltet. Also spart Euch unflätiges Gebahren, denkt eine Runde drüber nach und postet dann sinnvolle Argumente.

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Traumtanz

Mittwoch, 03. Juni 2009

bewege ich dich?

weiße rosen
tüllen lautlose schreie
schweben durch schatten

träume kiffen
sich licht

ein cello tanzt
mich geigen

(c) michael -mikel- bauer
tp740li

Klick macht größer

Wie schon bei “Wo ist mein Paradies, Eva?” hat hier auch wieder
Michael Mikel Bauer die passenden Worte zum Bild gefunden.

Entstanden ist das Bild im Rahmen des Filmtests für den
Rollei Universal 200.

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Kuss der Sonne

Montag, 01. Juni 2009

tp737re

Klick macht das Bild wie immer größer.


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Wo ist mein Paradies, Eva?

Donnerstag, 28. Mai 2009

ungestillt
das Licht
hinter Glas
wärmt nach
kalter Nacht
sieh mich nicht an
meine Sehnsucht
kriecht durch
kahle Wände

wo bleibst du
bist du warst Du

komm

(c)michael -mikel- bauer

tp713li

Wenn Künstler zusammenarbeiten, entstehen solche Kombinationen.
Das Bild ist im Rahmen des Filmtest für den Rollei Universal entstanden und mit einer Paul Zeh Bettax aus dem Jahr 1934 aufgenommen worden. Mit dem Bild bin ich emotional aus verschiedenen Gründen sehr verbunden, deswegen fiel es mir sehr schwer, die passenden Worte zu finden. Aus diesem Grund sandte ich es ohne weitere Informationen an Michael Mikel Bauer und dieser hat es geschafft ohne Federlesen meine Intentionen in Worte zu bringen. Danke. Dieses Bild wird ab jetzt immer mit diesen Worten in Verbindunge stehen.

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Bilder anschauen

Montag, 27. April 2009

Das Season Magazine hat die zweite Werkschau oben.

Geht Bilder gucken.

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Ich sehe was, was Du nicht siehst

Dienstag, 21. April 2009

Ich bin ja zu allen Schandtaten bereit, fotografiere leidenschaftlich gern, mit fast allem, was man mir in die Finger gibt, probiere aus, teste und will wissen, warum, wieso, weshalb. Neugierde in Bestform. Wenn es sein muss, fotografiere ich auch mit einem Schuhkarton oder durch ein Knäckebrot.

Was mich aber so gar nicht reizt, das ist die Infrarotfotografie.
Nebenan bei Spürsinn haben sie gerade einen Artikel darüber veröffentlicht und mit Bildern geschmückt, die der Lieblingsmensch gemacht hat. Ich war auf der Fototour, bei der diese Bilder entstanden sind, dabei. Ich habe sogar durch die Kamera geschaut. Und nichts gesehen. Nur schwarz.
Ich fotografiere doch nicht, was ich nicht sehe?

Für meinen Geschmack wird zuviel Bohei um die Infrarotfotografie gemacht. Was ist schon Besonderes dabei, wenn man Reflexionen mit der Kamera einfängt, die das menschliche Auge nicht sieht? Die dazugehörige Technik stört mich in meinem Entfaltungsspielraum. Es gibt beste Jahreszeiten für diese Art der Fotografie, beste Tageszeiten und man muss außerdem noch Filter mit sich herumschleppen, mit denen man sonst nicht viel anfangen kann. Etliche Ergebnisse sind ja ganz hübsch, aber ich persönlich finde nichts Faszinierendes an Bäumen mit weißen Blättern.

Als ich das erste Mal den Begriff “Wood-Effekt” im Zusammenhang mit Infrarotfotografie hörte, dachte ich noch, dass Holz besonders gut/detailliert/spannend abgebildet wird. Okay, das ist schon ein paar Jahre her, aber die Assoziation habe ich immer noch. ;)

Nichtsdestotrotz werde ich mich auch irgendwann einmal auf das Experiment Infrarot einlassen. Allerdings werde ich keine Bäume fotografieren, sondern mir Menschen als Motive suchen. Den so genannten”Wachs-Effekt”, der auftritt, fotografiert man Menschen mit dieser Infrarotgeschichte, den finde ich nämlich wieder spannend und dazu fallen mir auch eine ganze Menge Bilder ein, die mich reizen und die ich umsetzen möchte.

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Wie ein streunender Hund

Montag, 23. März 2009

Er ist so alt wie mein Papa, hat mit meiner Mutter zusammen Geburtstag und macht fantastische Fotos.

Daido Moriyama wurde 1938 geboren. Mit 20 fing er an als freischaffender Grafikdesigner zu arbeiten, knapp zwei Jahre später studierte er Fotografie bei Takeji Iwamiya. Als ich geboren wurde begann Daido Moriyama seine Selbstständigkeit als Fotograf. Er traf mit dem gleichaltrigen Takuma Nakahira zusammen, mit dem er in der Folge oft und gerne gemeinsam ausstellte.

Er fotografierte, was ihm vor die Linse kam. Seine Bilder aus japanischen Städten sind oftmals “aus der Hüfte” entstanden - Moriyama hat die goldenen Regeln der Lomografie schon befolgt, bevor es die Lomografie als Kunstrichtung überhaupt gab.
Daido Moriyama gilt als einer der wichtigsten japanischen Fotografen nach 1945. Sein Stil ist rauh und expressiv, seine sind Bilder grobkörnig, beherrscht von harten Kontrasten, bewusst unscharf und oft sehr extrem angeschnitten.
Ganz bewusst hat er in den 60er und 70er Jahren fotografisch “wie ein streunender Hund” nach der Identität seines Landes und seiner Landsleute gesucht - in einem Japan, dass geprägt war von jahrhundertealter Tradition und gleichzeitig aufgewühlt von dem  modernen Einfluss, der aus dem Westen und vor allem aus den USA herüberschwappte. Dabei hat sich Moriyama nicht auf Gegebenheiten oder Örtlichkeiten festgelegt. Seine Bilder entstanden auf Reisen durch Japan, in ländlichen Gegenden ebenso wie in den explodierenden Großstädten, in Stripclubs, Theatern, billigen Bars und Randbezirken der Gesellschaft. Er fotografierte Alltäglichkeiten ebenso intensiv wie Besonderheiten. Ob Akt oder Straßenszenen, wichtig war (und ist!) ihm die Darstellung des rasanten Wandels und des sich daraus verändernden Lebens in seinem Japan.

Moriyamas Bilder halfen der japanischen Fotografie über die Grenzen des Landes bekannt zu werden. Er hat zahlreiche Bücher veröffentlicht, einige davon bekommt man demnächst bei Spürsinn.
2004 erhielt Daido Moriyama  den Kulturpreis der DGPh. Wer übrigens ein Abo bei foto.tv hat, der kann sich dort auch einen Film anschauen!

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