Zwischenruf #11 Alles Lüge!

Wir sind ja so einiges gewohnt in Hessen. Handkäs mit Musik, den blauen Bock mit seinen Bembeln, den dazugehörigen Äppler, einen polemischen Koch, eine schwindelnde Ypsilanti…. also könnte man schon sagen, die Hessen stecken so einiges weg. Ich bin nur “Beutehessin” - vielleicht muss ich mich ja deswegen gerade mal so richtig aufregen?

Bemerkenswert, ja richtiggehend gut fand ich die Tatsache, dass sich der Herr Thorsten Schäfer-Gümbel in seinem doch recht kurzen Wahlkampf auch um die Menschen zu bemühen schien, die im Netz herumgurken, twittern, bloggen und facebooken.
Der gute Mann wurde sogar von Robert Basic per Twitter interviewt, während er angeblich in der Warteschleife vom Drive-in beim großen, gelben M stand. So viel Nähe und Verbundenheit zum Volk sollte doch belohnt werden, das dachte sich sicher der ein oder andere, wären sonst die Prognosen, die im Netz gebastelt wurden, derart gut für ihn ausgefallen?
Seine durchaus als erfolgreich einzustufende Netzarbeit verdankt Herr Schäfer-Gümbel einer kleine und feinen Agentur, die ihm hilft, seine Internetpräsenz aufzubauen. Wie weit diese kleine Agentur ihm hilft, habe ich heute morgen festgestellt - anscheinend lässt Herr Schäfer-Gümbel für sich twittern…..
Facebook_normal
oliverbarracuda: Hallo an die ersten 2004 Follower. Weil wir die Regierungsübernahme 2014 planen, lade ich Follower 2014 in Wiesbaden zum Essen ein
about 8 hours ago · Reply · View Tweet
Ooops? Da war wohl jemand falsch eingeloggt? Der Tweet wurde auch ganz fix gelöscht. Dumm nur, dass man ihn immer noch findet, wenn man sich die Mühe macht, die Twitter-Suche anzuschmeißen. Eigentlich sollte nämlich der Tweet von diesem Herrn hier kommen…
Portrait_twitter_2_normal
tsghessen: Hallo an die ersten 2004 Follower. Weil wir die Regierungsübernahme 2014 planen, lade ich Follower 2014 in Wiesbaden zum Essen ein
about 8 hours ago · Reply · View Tweet
Für mich steht fest: Ich will mit dem gar nicht essen gehen! Wer weiß, wer mir da dann gegenübersitzt?
Portrait_twitter_2_normal
tsghessen: Wir unterhalten uns dann übers Internet, Politik und Beteiligungsmöglichkeiten für Bürger im Netz.
about 8 hours ago · Reply · View Tweet
Oder vielleicht sollte ich doch mit ihm essen gehen? Ich könnte ihm erklären, wo der Unterschied zwischen Redenschreibern und Fake-Twittern liegt. Und das man es als Fake nicht einfach hat im großen welt weiten web?
Nachtrag: Hier behauptet noch jemand, er habe nicht vor, die Leute zu verscheißern…..
  • Share/Save/Bookmark

Tags: , , , , , ,

37 Antworten zu “Zwischenruf #11 Alles Lüge!”

  1. JoM Sagt:

    hmm, wenn man sich das Interview mit Rober durch liest, stösst man ja auch auf oliverbarracuda … er nennt ihn seinen Obama (der ihn zu twitter gebracht hat). Ich kann mir durchaus vorstellen, dass er als zwischenstation fungiert … tsg schreibt normalerweise per mail etc, oder man bespricht sich halt, und die kampagnen-firma bringt das dann ins netz … ob und wie weit sich das nun vom Redenschreiben entfernt/unterscheidet ist schwer zu sagen … ich würde es mal gleichsetzen … somit wäre es auch nicht unbedingt eine lüge mit dem MCD, denn es ist ja gut möglich, dass tsg dieses eine mal selbst dran war

  2. juf Sagt:

    Hey, Sie sind ja unter die investigativen Journalisten gegangen. Respekt! Noch peinlicher als der Fehler des Ghost-Writers ist aber das Heranschmeißen an die Twitterer. Für das Essen hat Herr Schäfer-Gümbel bestimmt einen Ghost-Bezahler: den Steuerzahler.

  3. Tilla Sagt:

    @ JoM
    Moment! Ich habe nicht gesagt, dass das Interview gelogen war! Ich finde es nur sehr bedenklich, wenn nicht gesagt wird, dass jemand in meinem Auftrag für mich unter meinem Namen irgendwo irgendwelche Worte ablässt. Das hinterlässt einen seltsamen Nachgeschmack. Ich war nicht die einzige, die diese Aktion heute morgen im Twitter hinterfragt hat - Antwort hat, glaube ich, niemand bekommen. Da hat jemand seinen Job sehr schlecht erledigt!

  4. mikel Sagt:

    http://mikelbower.de/blog/index.php/c76/sperren
    da hat er noch ganz wütend geantwortet, der Oliver…

  5. Tilla Sagt:

    @juf
    Nur weil ich etwas nicht dauernd mache, heißt das ja nicht, dass ich es nicht kann ;) Ja, da hat jemand den Job des Vergrämers kopiert… nur Tauben sind es nicht, die hier vergrämt werden…

  6. Tilla Sagt:

    Klasse! Danke! Das lässt mich doch hoffen, dass nicht nur ich die dünne Haut habe! Ich werde den Link noch oben einbauen ;)

  7. Stefan Sagt:

    Es gibt allerdings auch Politiker, die authentisch ins Netz gehen. Zum Beispiel der SPD-Kandidat Duisburg - Jürgen C. Brandt.

    Er erlaubt nicht nur Kommentare in seinem Blog und zum Programm, die nur sehr grob moderiert werden. Zudem wird wohl am 04.02. wenn ich das richtig in Erinnerung habe - auch ein Chat mit ihm auf seiner HP möglich sein.

    Find ich gut, zumal die Unterschiede in Duisburg eklatant sind: die Linke will nicht, dass man mit dem Kandidaten offen redet, der CDU-Mann hat erst gar keine Website :-)

  8. Tilla Sagt:

    @Stefan
    Ich hab ja gar nichts dagegen, dass sich Politiker das ein oder andere Helferlein gönnen.
    Sie sind ja auch nur Menschen. Aber sie sollten dazu stehen! Transarenz ist das Zauberwort! Und das ist hier nicht passiert.

  9. Stefan Sagt:

    Eben. Meine volle Zustimmung.

    Aber deswegen sage ich Dir ja: Es sind nicht alle so :-)

  10. Oliver Zeisberger Sagt:

    Es ist ganz banal und tatsächlich recht doof gelaufen. Von mir. TSG hat mich heute früh gebeten die Nachrichten für ihn zu versenden, weil es vor dort, wo er zu dem Zeitpunkt heute morgen war, nicht funktionierte. Ich war beim Boarding am Flughafen und wollte daher die Nachricht noch vor dem Abflug und dem Abschalten der Geräte twittern, zumal während des Fluges der 2014. Follower möglicherweise schon dazu gekommen wäre.

    Mir ist dann in der Hektik der Fehler unterlaufen, es tatsächlich mit dem falschen Login abgesetzt zu haben. Gelöscht habe ich es in Twitter, weil die Nachricht unter meinen Namen gar keinen Sinn macht. (Nachher hätte mir noch jemand unterstellt, dass ich selber die Regierungsübernahme in Hessen plane und jemanden zum Essen einladen würde. Auf eine solche Idee käme ich überhaupt nicht ;-) )

    Dass der Tweet über die Suche noch zu finden ist, und dass meinen Tweet zu dem Zeitpunkt schon einige Follower gesehen haben werden, war mir auch klar. So stieg ich dann in Flugzeug…

    Dass TSG hin und wieder meine Hilfe in Anspruch nimmt, ist hinlänglich bekannt. Er hat das ja auch schon im Interview mit Robert Basic getwittert. Dass es am Flughafen heute früh so gelaufen ist, lässt mich zerknirscht zurück.

    Die Tweets stammen aber von TSG und darum sollte es doch eigentlich auch gehen, oder? Er benutzt normalerweise dazu Twibble und in Ausnahmefällen mich, wenn das Versenden bei ihm an irgendetwas hakt.

    Wo getwittert wird, passieren Fehler.

    So, dann jetzt wieder weiter mit Verschwörungstheorien… ;-)

  11. Wenn Politiker mit Ghostwriter twittern…? : netzpolitik.org Sagt:

    [...] zu löschen. Dann erschien der “offizielle Beitrag” beim richtigen Twitter-Account. Tilla Pe fiel das auf und schaute mal nach. Denn eigene Tweets kann man löschen, aber die Suchfunktion von Twitter zeigt diese trotzdem [...]

  12. Chemiestudent online Sagt:

    TSG Twitter Fake?…

    TSG twitterte und twittert immer noch ein bisschen vor sich hin. Aber war er es denn selbst, der da twitterte? Es gibt berechtigte Zweifel:

    Zwischenruf #11 Alles Lüge! spuer-sinn.net

  13. Casi Sagt:

    Finde es auch grundsätzlich nicht dramatisch, wenn man über einen Mittler seinen eigenen Content twittern lassen würde, aber dann sollte man das doch auch so kommunizieren. Bin mal gespannt, was bei dieser Sache rauskommt und wie sich TSG selbst dazu äußert.

  14. Tilla Sagt:

    Sehr geehrter Herr Zeisberger, das ist ja alles schön und gut und klingt auch wunderbar einleuchtend (muss es ja auch, sonst hätten Sie ihren Beruf verfehlt). Ich muss mich allerdings Casi anschließen und mich auch wiederholen: Wer als Mittler auftritt, muss sich als solcher zu erkennen geben. Transparenz ist das Zauberwort. Daran gibt es meiner Meinung nach nichts zu rütteln.
    Eine Verschwörungstheorie müssen wir hier gar nicht anzetteln - für mich liegt klar auf der Hand, was gelaufen ist. Ein i.A. wäre angebracht gewesen, hätte aber selbstverständlich die Volksnähe “angekratzt”.

  15. mikel Sagt:

    @Oliver: Das Banale ist genau der Punkt. Da steht ICH. Kein Mensch verlangt von einem Oppositionsführer in einem Landtag, dass er twittert. Keine Zeit dafür findet, was auch immer. Aber wenn da steht ICH, dann erwartete man ICH, den TSG und nicht sonst wen.
    Die SPD hat ein Glaubwürdigkeitsproblem. Ein großes. Sie hat ab sofort noch eines.
    Es geht nicht darum, dass Du den Account verwechselt hast. Es geht noch nicht einmal darum, dass TSG twittern lässt, es geht darum, dass es heimlich passiert, hintenherum, intransparent, wegen nichts und wieder nichts.
    Den ganzen Bahoy um die ach so netzaffine Seite des TSG im Print, nichts als PR.
    Von Dir die PR. und noch nicht einmal gekonnt.
    Ihr könnt es nicht. und damit meine ich nicht die Account-Verwechslung, geschenkt. Es ist die Verdummverkaufung. Die Intransparens, das Vorgaukeln von persönlicher Kommunikation, die SO nicht funktioniert.

    Ich sagte es anderswo bereits: Amateure. Die Agentur samt Oppositionsführer.

  16. Editlore Sagt:

    Wird etwas aufgedeckt und sei auch nur der Zufall im Spiel, ist gleich von Verschwörungstheorien die Rede (wenn auch mit Augenzwinkern). Dieser ganze TSG Schwachsinn vor der Wahl war doch wirklich nur PR, für die sich auch dieser Blogverkäufer Robert Basic hat kaufen lassen. Nicht nur Otilie wurden dauernd Märchen erzählt.

  17. aebby Sagt:

    Sehr geehrter Herr Zeisberger,

    Ihrer Aussage

    Die Tweets stammen aber von TSG und darum sollte es doch eigentlich auch gehen, oder? Er benutzt normalerweise dazu Twibble und in Ausnahmefällen mich, wenn das Versenden bei ihm an irgendetwas hakt.

    Wo getwittert wird, passieren Fehler.

    So, dann jetzt wieder weiter mit Verschwörungstheorien…

    möchte ich folgendes entgegnen. Es geht hier nicht um Verschwörungstheorien sondern um Enttäuschung. Ein Fehler wäre es, wenn sich jemand versehentlich mit einem falschen Account einloggt, also beispielsweise Herr Schäfer-Gümbel vom Privat PC versehentlich wegen eines noch gesetzten Cookies den Account seiner Frau benutzt hätte. Im Auftrag eines anderen zu twittern verstößt hingegen gegen die Geschäftsbedingungen von Twitter. Der Kerngedanke der Plattform ist die Echtheits- und Echtzeitvermutung, mithin der Anschein einer direkten Kommunikation. Ohne diese implizite Echtheits-Vermutung wäre Twitter reizlos …

  18. Michi Sagt:

    Ach, Sie vergrämen nun giornalistis?

  19. Michael K. Trout Sagt:

    ich bin erstaunt, wie nahe meine Satire-Serie “Kunstgeldilanda” am echten Leben ist. PR-Arbeit ist nichts verwerfliches. Aber gerade dieser Vorfall zeigt, daß in der Öffentlichkeitsarbeit eine neue Ehrlichkeitsstruktur notwendig wird.

    Es mag sein, daß ich noch zu sehr dem alten Ethikgedanken der journalistischen Arbeit anhänge und bisher auch bezüglich Öffentlichkeitsarbeit diesen Grundsätzen folgen wollte. Schadet es denn, wenn eindeutig klar gestellt wird, daß ein Politiker zwar durch das Internet “anfassbar” wird, aber gleichzeitig um Verständnis bittet, daß er auch Helfer einsetzt?
    Wenn diese Struktur offen dargelegt wird, könnte eine neue Kommunikationskultur entstehen. Transparenz wird durch das Internet wichtiger den je. Twitter ist die derzeit schnellste Transparenzplattform. Dies bedeutet aber auch, daß ethische Grundsätze eingehalten werden müssen und das Medium nicht verbogen werden darf. Verbiegungen führen zu Blechschäden und es ist unglaublich aufwändig, diese Dellen wieder so zu richten, daß keine Spuren bleiben.

  20. bagelcat Sagt:

    >> Aber gerade dieser Vorfall zeigt, daß in der Öffentlichkeitsarbeit eine neue Ehrlichkeitsstruktur notwendig wird.

    Das ist ein guter Punkt. Den “Vorfall” als solchen hielt ich eher für nicht bemerkenswert. Leute mit solchen Jobs benötigen nun mal Helferlein wenn sie wirklich so intensiv Kontakt halten wollen. Das ist für mich auch nicht Verwerflich da ich davon ausgehe, dass jeder seriöse Mensch sehr wohl vorab weis, welche Nachrichten hier unter seinem Namen abgelassen werden.

    Aber das Internet und die Web2.0 Dienste haben tatsächlich ihre eigenen, neuen Regeln der Interaktion entwickelt und es wird Zeit, dass die “Alteingeingesessenen” sich bei der Nutzung solcher Dienste auch damit auseinandersetzen.
    Richtig ist auch, das Twitter das Ghostwriten eigentlich nicht zulässt. Aber das sollte man twitterintern diskutiert werden wie man so etwas regeln kann. Man/Wir können so oder so davon ausgehen, dass Menschen in solchen Positionen ihre Vertreter haben. Könnte man also “legalisieren” und bei entsprechenden Postings kenntlich machen. Das wäre ja kein Problem.

    Fazit: Die “EliteE muss wohl sehr aufpassen, inwieweit die althergebrachten Strukturen auf die neuen Dienste anwendbar sind. Die neuen Dienst müssen aber auch darüber nachdenken, wie sie strukturell für diesen Personenkreis in ihrem Alltag gut anwendbar sind. Wichtig für die Dienste ist eine Präsenz dieser Menschen ja.

  21. ::BK:: bembelkandidat » Politik 2.0. Mißton: wenn Politiker twittern lassen | Sagt:

    [MARKED FOR SPAM BY ANTISPAM BEE]
    [...] - anscheinend lässt Herr Schäfer-Gümbel für sich twittern…..” wie Tilla von spuer-sinn.net [...]

  22. Michael K. Trout Sagt:

    bagelcat, mit dem Fazit wurde eindeutig klar gestellt, an was unsere heutige Kommunikationsstruktur leidet. Web 2.0 scheint auf den ersten Blick eine unglaublich leicht und schön zu bedienende Kommunikationsstruktur zu sein … und unvermittelt stellen wir fest, daß neue Regeln entstanden sind, die einen neuen Umgang mit der Kommunikationskultur erfordern.

    Ich selbst bin seit langer Zeit im Pressegeschäft und weiß sehr genau, wie Botschaften gestaltet werden müssen. Ein Bild ist ein Bild und kann als Bild nicht lügen. Ein Text ist ein Text und als Text wahr. Der Kontext aus Bild und Text stellt eine eigene Wahrheit dar, aber es ist immer wichtig zu hinterfragen, welche Wahrheit dargeboten wird.

    Web 2.0 legt den Schluß nah, daß Wahrheit und Person dicht beieinander liegen. Seltsamerweise ist bekannt, daß Politiker “ihre” Reden zumeist nicht selbst geschrieben haben und trotzdem akzeptieren die Zuhörer das gesprochene Wort.
    Aus heutiger Sicht war es vielleicht ein Fehler das “ICH” von TSG als absolute Wahrheit zu manifestieren. Wenn das “ich” (hier bewußt in Kleinschreibung) im Sinne der Redenvorlage bei dem Einsatz von Helfern Verwendung gefunden hätte, dann wäre der Aufschrei nicht so groß geworden.

    Trotz aller Wellen, die sich hier und jetzt erheben, ist genau diese Diskussion wichtig. Und es ist gut, daß nicht das Schweigen, sondern die kommunikative Klärung den Vorgang begreiflich macht.

    Schauen wir aber noch einmal kurz auf die Anwendung von Botschaften. Als Fotograf habe ich häufig Interview-Bilder auf Vorrat produziert. Politiker, Botschafter, Firmenvorstände waren darunter. Kein Mensch stört sich daran, ob die Bilder on stock oder on stage gemacht wurden. Wichtig für die Öffentlichkeit ist ausschließlich die Visualisierung. Und es ist auch nicht wichtig, wer die Bilder gemacht hat, weil es dabei nur auf die handwerkliche Brillanz ankommt. Zudem ist der auf dem Bild zu sehende Mensch der Ursprung der Botschaft. Das ist Fakt.

    Umgesetzt auf Sprach-/Text-Botschaft wird jeder Empfänger glauben können, daß der Botschaftsursprung aus der “richtigen Quelle” kommt, wenn kommuniziert wird, daß auch ergänzend Helfer am Werke sind. Und genau hier muß für die Zukunft eine neue Kommunikationskultur und Offenlegung der Handlungsweisen einsetzen. Dann hat Web 2.0 und alternative Presse ihren richtigen Stellenwert gefunden.

  23. Michael K. Trout» Blogarchiv » Wird Schoss-Verschwinden zum Staatsskanal? Sagt:

    [...] Spiritualverlautbarung. Vorgänge dieser Art scheinen sich zu häufen, wie bereits Tags zuvor ein Vorgang aus der Deutschen Landespolitik zeigt. Unklar bleibt, was diese auf Schoss weisende Spur zu bedeuten [...]

  24. Sarah Krüger Sagt:

    @Oliver Zeisberger

    Ich hätte da auch noch eine Nachfrage. Sie schreiben:

    “[...] TSG hat mich heute früh gebeten die Nachrichten für ihn zu versenden, weil es vo[n] dort, wo er zu dem Zeitpunkt heute morgen war, nicht funktionierte [...]”

    1. Auf der einen Seite schreiben Sie, dass Sie nur “in Ausnahmefällen” und auch nur “hin und wieder” für TSG Nachrichten twittern. Auf der anderen Seite sprechen Sie im gleichen Zusammenhang von NachrichtEN, die sie versenden sollten. Für mich klingt das so, als wären sie den ganzen Tag dafür zuständig gewesen.

    2. Wenn Herr TSG Ihnen “heute früh” mitteilen konnte, dass Sie doch bitte das Twittern für ihn übernehmen sollen, warum schafft er es (technisch, zeitlich) nicht, “zu dem Zeitpunkt” selbst die Twitterbotschaft zu versenden?

    However, ich war tatsächlich der Meinung, dass TSG einer der wenigen Politker ist, die selbst twittern, zumal es erstens wie bereits angedeutet ein freiwilliger Zusatzkanal ist, den kein Politiker nutzen MUSS. Und zumal es zweitens gut zu ihm gepasst hätte (vom Alter und dem “Neuanfang” her). Jetzt werde ich mich jedes Mal fragen, ob die Nachricht gerade eben wirklich von ihm kam oder nicht. Ich finde schon, dass das einen Unterschied macht… Da ist selbst ein Hubertus Heil noch authentischer, der zwar nur “Werbung” twittert (das Instrument also auch nicht verstanden hat), aber bei dem man vermutet, dass er das wenigstens noch selbst tut (Vertrauensvorschuss)…

    Aber egal, meine Meinung braucht Sie eh nicht weiter zu interessieren, da ich 1. nicht aus Hessen komme und 2. die SPD sowieso nicht wählen werde, solange der rechte Flügel die Oberhand hat…

    Herzliche Grüße
    Sarah Krüger

  25. AitschPi Sagt:

    Hm, Ghostwriter kannte ich schon. Ghosttwitter jetzt auch. Kann ich dann eigentlich auch Ghostregierer werden, wenn die es doch mal so weit schaffen?!

  26. Daniel Florian | Thorsten Schäfer-Gümbel und die “Twitter-Affäre” Sagt:

    [MARKED FOR SPAM BY ANTISPAM BEE]
    [...] Ist es also tatsächlich ein Riesenskandal, dass TSG nicht selber twittert, sondern dies durch eine Agentur erledigen lässt, wie Tilla Pe findet? [...]

  27. JoM Sagt:

    So ganz kann ich die Aufregen nicht verstehen. OK, es wurde nicht kenntlich gemacht, dass auch Helferlein am Werk sein können, ABER - und da muss ich Sarah widersprechen - das ändert - zumindest für mich - nichts an der Authentizität. Wer im Endeffekt jetzt den Text auf die Reise schickt, ist doch wirklich egal, solange die Person in diesem Fall TSG dazu steht. Lange Reden kann ein Politiker schlecht überprüfen ob alles passt, und muss sich dann darauf verlassen, dass es schon passt. Eine 140 Zeichen-Twitter-Nachricht aber ist mühelos zu überprüfen. TSG wird also zu 100% dazu stehen. Und damit kommt sie für mich auch von ihm.

  28. Oliver Zeisberger Sagt:

    Ich will gerne weitere Auskünfte zu den Fragen geben.

    Seine Tweets schreibt TSG auf einem E61i. Ein alternatives Gerät (Laptop oder so) hat er unterwegs in der Regel nicht dabei. Seine Tweets lassen sich aber über Twibble nicht immer problemlos an Twitter versenden. Zum Teil gibt es kryptische und nicht dokumentierte Fehlermeldungen, das “Bitte warten”-Rädchen dreht sich ohne Unterlass. Twibble hängt sich auf und das Gerät muss komplett neu gestartet werden. Das dauert. Tweets lesen funktioniert problemlos.

    Per SMS lassen sich die Tweets nicht versenden, da sich die Rufnummer des Gerätes bei Twitter bisher nicht registrieren lässt. Wir verstehen nicht warum. Twitter sagt, die Rufnummer sei schon verwendet. Wir konnten bisher nicht herausfinden, wieso das so ist. Im tsghessen-Account ist sie jedenfalls nicht als Device hinterlegt. Es erscheint uns unwahrscheinlich, dass die Rufnummer zuvor bereits zum Twittern verwendet wurde.

    Die Möglichkeit zur Nutzung der mobile Website oder der regulären Website von Twitter mit dem E61i ist in Nordhessen beinahe nur vollkommen zufällig möglich. Wenn TSG twittert, dann meistens im Auto. Die UMTS- oder GPRS-Einbuchung ist dort häufig so wackelig, dass das Absetzen der Tweets auch nach mehrmaligen Versuchen nicht klappt.

    Am Dienstag hat mich TSG angerufen, weil er die Tweets wieder einmal nicht versenden konnte. Er hat mich dann also gebeten, die beiden Tweets zu verschicken. Dabei ist mir dann der oben genannte Fehler passiert. Extrem ärgerlich. Aber nicht zu ändern.

    Wir haben es heute besprochen und ab nun werden (bis ein anderes Gerät oder eine andere technische Lösung an Bord ist) Tweets gekennzeichnet, die er nicht mit den eigenen Fingern in sein E61i eintippt, sondern die von mir oder anderen dann für ihn abgetippt werden. Das Fremd-Tippen ist nicht besonders effizient, es erschien uns für den geschilderten Fall aber als eine gangbare Lösung. Dass nach meinem Fehler für einige Twitterer in Frage steht, ob die Tweets ursprünglich von TSG kommen oder nicht, dass haben TSG und ich als ein Problem verstanden.

    Falls jetzt der Vorschlag eines Gerätewechsels in den Sinn kommt: Wie dem ein oder anderen möglicherweise aufgefallen ist, trägt TSG wegen einer sehr starken Sehschwäche eine recht heftige Brille. Da wechselt man nicht mal eben das Handy, wenn die Bedienung des Gerätes ansonsten bereits aus dem effeff funktioniert…

  29. Das PM-Blog » Politiker lassen twittern - Skandal?! Sagt:

    [...] musste auch Schäfer-Gümbel erfahren. Dieser Tweet löst den Zwischenruf #11 Alles Lüge! [...]

  30. Michael K. Trout Sagt:

    Oliver Zeisberger, ich finde die Auseinandersetzung mit dem Thema mehr als lobenswert. Hier ist eindeutig zu erkennen, daß an der neuen PR-Kultur gearbeitet wird. Aus journalistischer Sicht sehe ich das als großen Fortschritt an, zumal durch diesen “Fehler” ausgelöst eine Offenheitsstruktur entsteht, von der sich andere Politikbetreiber große, dicke Scheiben abschneiden können.
    Persönlich danke ich dafür.

    Weiter oben habe ich bereits meine Gedanken zur Kommunikationskultur geschrieben. Aber ist es nicht an der Zeit, auf Grundlage des Web 2.0 das Ganze in neuen Perspektiven zu sehen? Moderne Technik ist die eine Sache. Old Fashion Medien haben auch ihren Charme. Kennzeichnung von Kommunikationsbestandteilen, die “gefälscht” werden können, ist ein sehr guter Schritt zur Glaubwürdigmachung. Da ich scheibend und fotografierend unterwegs bin, hat mich übrigens sehr erstaunt, daß in letzter Zeit Bildanfragen kamen, die Analogaufnahmen mit Negativnachweis forderten … um der Schönung oder Fälschung entgegen zu treten. Analoge Fotografie für das Internet? Zuerst mußte ich schlucken, dann hat sich mir der Sinn erschlossen. Hier wird beweisbar, was sonst nur Vermutbar ist. Interessant.

    Wenn “wir” alles glauben, was uns präsentiert wird, können wir unbeschwert glauben und leben, müssen jedoch mit den Folgen leben, wenn sich das als Betrug heraus stellt. Eine interessante Erkenntnis, wenn wir sie einmal auf die aktuelle Bank-Diskussion anwenden.

    Wer Öffentlichkeitsarbeit betreibt, muß sich so weit der Öffentlichkeit öffnen, daß keine Zweifel an seiner Kommunikation entstehen kann. Agenda 2014? Ich denke, hier stehen wir am Anfang einer sehr spannenden Entwicklung. Deshalb sehe ich die jetzigen Skandalrufe als Entwicklungshilfe an, die etwas positiv beeinflußt in Gang bringen, was sonst im alten Sud noch lange geköchelt hätte. Aufbruch und Wende sind abgedroschene Worte, aber durchaus Programmpunkte für Politik2014 … und bereits wichtige Einflußfaktoren für Wahl2009.

    Nochmals meinen Dank dafür, daß nicht Verteidigung und Rechtfertigung, sondern perspektivische Auseinandersetzung jetzt das Handeln bestimmen.

  31. Twittern und Twittern lassen : reichelS.ORG Sagt:

    [...] Story wird, skandalträchtig in dem einen oder anderen Blog verbraten. Was??? TSGHessen twottert gar nicht [...]

  32. Ina (Blogpaten) Sagt:

    Hallo in die Runde, :-)
    also als Obama, Coldplay oder Paulo Coelho mir bzw. meinem Twitter-Account followten bin ich NICHT davon ausgegangen, dass die das jetzt persönlich waren. Zunächst bin ich da immer skeptisch beim Twittern mit “VIPs”. ;-) Ich finde aber auch, dass zwischengeschaltete Agenturen schon mal irgendwo erwähnt werden sollten, gerade in dem Fall, wenn ein Politiker damit wirbt, dass er selbst twittert. Was ist ansonsten schon passiert durch einen Tweet im falschen Account? Uns wurde nur bestätigt, dass eben auch Agenturen mit im Spiel sind. Nichts Neues eigentlich. Für tiefer gehende Dialoge ist Twitter eh das falsche Medium, meiner Meinung nach. Also warum die ganze Aufregung um einen kleinen Tweet?

  33. Tilla Sagt:

    @Ina und alle anderen, die sagen “Das hätte man sich doch denken können” oder gar “warum die Aufregung über eine solche Kleinigkeit”.

    Grundsätzlich ist das, was usus ist nicht immer rechtens oder moralisch einwandfrei.
    Weil aber so viele Leute sagen, es sei “nicht so schlimm”, dauerts auch nicht mehr lang, bis es als rechtens angesehen wird.
    Grundsätzlich sind solche Kleinigkeiten (und hier reden wir von einer Kleinigkeit!) ähnlich wie eine Heftzwecke. Sitzt man drauf, dann tut es weh, aber es wird einen nicht umbringen. Nichtsdestotrotz ist es kein angenehmes Gefühl und im schlimmsten Fall kann sich der Pieks auch entzünden.

    Gerade in der politischen Landschaft in Deutschland geht doch jeder davon aus, dass Politiker erst einmal mit Argwohn zu betrachten sind. Wo kommt das denn her? Sind es nicht auch die Kleinigkeiten, die den Samen für diesen Argwohn legen?
    Wer es besser machen will, wer anders sein will als andere, der muss sich beweisen. Auch in kleinen Dingen. Und er muss dabei sehr peinlich genau vorgehen. Denn die Haut der Wähler ist verdammt dünn!

    Ich kann mich an dieser Stelle jetzt nur noch Michael K. Trout anschließen:
    “Nochmals meinen Dank dafür, daß nicht Verteidigung und Rechtfertigung, sondern perspektivische Auseinandersetzung jetzt das Handeln bestimmen”.

  34. Ina (Blogpaten) Sagt:

    @Tilla
    absolute Zustimmung. Für echte Diskurse (die braucht es meiner Meinung nach an allen Möglichen Ecken und Enden unserer Gesellschaft - Armut, Arbeitslosigkeit, Migration, Integration, Krankheit, Tod, Umweltzerstörung, Pharmaindustrie, Nahrungsmittelindustrie, Waffenlobby, Lobbyismus….) finde ich jedoch Twitter nicht geeignet. Das wollte ich zum Ausdruck bringen. Da gibt es bessere Möglichkeiten z.B. mit Blogs und Wikis. Natürlich gehört zum offenen Dialog zunächst die Bereitschaft überhaupt in Dialog kommen zu wollen und sich zu öffnen. Und sobald man sich mit kritischen Themen öffentlich auseinandersetzt eben auch eine Portion Mut und Zivilcourage und will man als “Offliner” das Internet für einen Dialog nutzen, eben auch Übung im Umgang mit Web-2.0-Tools und Kenntniss der Spielregeln der Online-Vernetzungsgemeinschaft.

  35. ute Sagt:

    Just am selben Tage, hatte ich einen anderen Blogeintrag bei mir verfasst, wo es um “Ghosttwittern” geht. (Allerdings war das zeitlich eher, als ich ihn bloggte, wie ich nachvollziehen konnte)

    Ich sehe zwischen beiden Fällen einen massiven Unterschied:

    @Oliver den ich schon sehr lange kenne und der mein vollstes Vertrauen hat, ist nicht der Mensch der den “Tippkasperl” von einem Politiker spielen wird. Das hat er nicht notwendig!

    Aushelfen - in solchen Fällen aber, ist die “normalste Sache der Welt”!

    So cool und entspannt wie TSG bei seinen Interviews per Video war oder auch im Live-Twittern mit Robert Basic, hat auch er es nicht notwendig, eine “Nanny” zum twittern haben zu müssen!

    Kommen wir jetzt zum Thema, wo ich wirklich sage:

    Gehts noch?

    Nein - In dem Falle, geht es gar nicht mehr!

    Anm.: Bei besagtem Beispiel handelt es sich um eines der bekanntesten Internetunternehmen der Welt.

    Ein absolutes “NO GO” und eine Verarsche sondergleichen, was hier betrieben wurde!

    Und ich habe hier keine Vermutungen aufgestellt, sondern war direkt mit dem Fall (indirekt) in Verbindung und hab auch die schriftliche Bestätigung darüber vorliegen, weil es “eng” wurde.

    HIer geht es zum Artikel:

    http://www.spuer-sinn.net/blog3/sackgasse/

    Ps: Ich sage immer meine Meinung geradeaus und hätte auch keine andere zum TSG - Fall, wenn der Vorfall einer mir völlig fremden Person passiert wäre.

    Kein Zusammenhang mit dem, dass ich Oliver kenne! Eher Zufall..

  36. blog.unkreativ.net » THE TSG-EFFECT Sagt:

    [...] Januar 29th, 2009 Goto comments Leave a comment Ja ja, der Axe-Effekt war gestern. Heute ist TSG in aller Munde und eigentlich wollte ich gar nichts dazu schreiben. Schon gar nicht, nachdem der Blogger, der [...]

  37. Tilla Sagt:

    Hier ist meiner Meinung nach alles gesagt worden, was in meinen Augen wichtig war. Ich habe keine Lust auf weitere Verlinkungen, die nur dazu dienen, dass das Thema an anderer Stelle wiedergekäut wird.
    Danke an Oliver Zeisberger, der sich zur Diskussion gestellt hat, danke an alle anderen, die sich vernünftig und nachvollziehbar geäußert haben, danke an alle, die wie ich der Meinung sind, dass eine gebetsmühlenartige Karuselldiskussion kontraproduktiv ist.