Impossible B&W 2.0 – Test des 600er Films

16. Juni 2015 | Von | Kategorie: Tipps & Ratschläge

Impossible B&W 2.0 – der 600er Film im Test. Die 2. Generation des schwarzweißen Impossible-Filme ist seit kurzer Zeit auf dem Markt. Einige Anwender sind begeistert, andere enttäuscht. Wir haben nun den Impossible B&W 2.0 der 600er-Reihe ausführlich getestet. Ein kurzes Fazit vorweg: Viel Licht und viel Schatten.

Stärken des neuen Impossible B&W 2.0  600er-Films

Schneller als je zuvor entwickelt die neue Generation des 600er Schwarzweiß-Films. Hierbei ist er nach dem „Ausspucken aus der Kamera nicht mehr so lichtempfindlich wie bisher. Dabei ist der Film sehr scharf und detailgetreu. Es fehlt ein wenig an den Mitteltönen, aber das kann man bei einem gut durchzeichneten schwarzweißen Sofortbild-Film leicht verschmerzen.

Mit jeder 600er-Kamera kommt dieser Film zurecht – das war zu erwarten. Dabei benötigt er in der Aufnahmesituation Licht, Licht und nochmals Licht. Da in der Regel die Kameras der 600er-Klasse einen integrierten Blitz haben, ist die Lichtanforderung kein Problem. Der 600er-Film steht also nicht für die Fotografie im Dunkeln, sondern ist nach wie vor eine Variante der Sofortbild-Fotografie. Dies hat schon zu den Zeiten von Polaroid für Verwirrung gesorgt und wird es auch weiter in der Impossible-Ära tun.

Deutlich verbessert hat sich auch der für die Sofortbildentwicklung notwendige Temperatur-Bereich. Gerade das hat in der Vergangenheit vielen Sofortbild-Fotografen das Vergnügen ein wenig verhagelt. Mindestens 20° C, nach Möglichkeit mehr, führte zu gut ausentwickelten Bildern – Temperaturen über 24° C konnten schon einmal zur Gelbstichigkeit der weißen Bereiche führen. Etwas besser verhält sich nun der Impossible B&W 2.0 in der 600er Version. Weiß bleibt weiß bei der 2. Generation, obwohl gelegentlich eine leichte Cremefarbigkeit zu erkennen ist. Und auch ab 18° C geht die Entwicklung gut und zügig voran. Auch bleiben Schärfe und Kontrast weitgehend unbeeinflusst von der Entwicklungstemperatur. Das ist ein richtiger und guter Schritt in die Zukunft der Impossible-Fotografie.

Was Fans der alten Generation beim 2.0 vermissen werden

Seit der 600er Film 2010 auf den Markt kam, hat er mit den Jahren schon einige Evolutionsschritte durchlaufen. Er wurde immer besser und immer zuverlässiger. Dabei hat er mit seiner ganz eigenen Abbildungsart viele begeisterte Sofortbild-Enthusiasten auf seine Seite ziehen können. Mehr noch! Er hat sozusagen eine ganz neue Fan-Gemeinde „gegründet“. Mit ihm wurde die Sorfortbild-Fotografie immer jünger und aktiver. Nun liegt die 2. Generation des Films im Ladenregal und das mit einem neuen, kontraststarkem und scharfen Bildausdruck. Fans des alten Films werden sich nun an eine neue Abbildungsart gewöhnen müssen.

Viele Fans der alten Generation fanden den etwas unscharfen, weichen Bildausdruck sehr charmant. Impossible B&W 2.0 steht für Schärfe. Ist es jetzt vorbei mit dem weichen Charme des Alten? Ja und nein. Ab jetzt wird man sich in der Sofortbild-Fotografie an alte Fotoregeln erinnern müssen, wenn man den Neuen in die Richtung des Alten bringen möchte.

Sonne im Rücken …

Sonne im Rücken, kann Fotografen entzücken. Mit der Sonne im Rücken verwandet sich der Impossible B&W 2.0 für 600er Kameras zu einem echt scharfen Film (siehe Bild 1). Wer das nicht möchte, kann durch etwas mehr Seitenlicht oder gar Gegenlicht dem Impossible B&W 2.0 wieder den etwas verträumten Bildausdruck „beibringen“, wie er bei der Vorgängerversion so beliebt war. Mit der 2. Generation der schwarzweißen Impossible-Filme wir man wohl oder übel wieder etwas mehr mit den altbekannten Faustregeln der Fotografie arbeiten müssen. Gleichzeitig ergibt das natürlich etwas mehr Gestaltungsraum als bisher, wie die Bilder 2 und 3 zeigen. Aber ganz so verträumt wie bisher wird es dann doch nicht.

Impossible B&W 2.0 for 600 – problematisch mit dem Instant Lab

Impossible hat zum Umgang zum Impossible B&W 2.0 for 600 in Verbindung mit dem Instant Lab bereits auf den englischen Web-Site etwas gesagt. Angeblich ist der B&W 2.0 auf das Instant Lab Universal optimiert – vom Standard-Lab ist keine Rede. Aus diesem Grund haben wir das einmal genauer unter die Lupe genommen.

iPhone & Instant Lab & Impossible B&W 2.0 for 600

Ein einfaches, aber gut fotografiertes Bild mit dem iPhone konnte mit der alten Film-Generation ohne Probleme mittels Instant Lab zum kleinen Impossible-Kunstwerk gemacht werden. Mit dem Impossible B&W 2.0 scheint das nicht mehr ganz so einfach zu funktionieren. Hier ein iPhone-Bild unserer mittlerweile allseits bekannten Espresso-Tasse auf der Bank mit unseren Erdbeeren … nicht ganz das, was wir erwartet und haben wollten.

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Bild vom iPhone, per Instant Lab auf Impossible B&W 2.0, 600er Film, belichtet

Kodak T-Max 400 & Schärfe-Entwickler JOE & Scan & Instant Lab & Impossible B&W 2.0 for 600

Mittlerweile werden viele Filme gescannt und mittels Instant Lab auf Impossible-Film übertragen – zum Bespiel, um daraus einen Emulsionslift zu machen. Es hat sich eine ganze Kunst-Szene um diese Arbeitsweise gebildet. Demnach ist es angebracht, auch diesen Einsatzfall zu testen.

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Negativ (Kodak T-Max 400, entwickelt in JOE) gescannt und per iPhone und Instant Lab auf Impossible B&W 2.0, 600er Film, belichtet

Auf dem Beispielbild ist gut zu erkennen, dass es beim Bild aus einem Film-Scan zu einer Überschärfung kommen kann. Da es sich ursprünglich um ein im Schärfe-Entwickler JOE entwickeltes Negativ (Film: Kodak T-Max 400) handelt, haben wir natürlich die Sache mit der Schärfe geradezu herausgefordert – aber ein Test auf Herz und Nieren erfolgt nicht mit Samthandschuhen. Nicht uncharmant, aber man muss es wissen und sich darauf einstellen. Recht schnell kann jedoch ein Bild einen extrem grafischen Charakter annehmen. Instant Lab in Verbindung mit Impossible B&W 2.0 for 600 ist offensichtlich deutlich mehr dem Kreativbereich zugeordnet, als bisher.

Fazit: Licht und Schatten

Der Impossible B&W 2.0 for 600 ist bezüglich Schärfe und Kontrastverhalten der beste bisher vorgestellte Impossible-Film. Daran gibt es wenig zu rütteln. Wer jetzt mit der Impossible-Fotografie anfängt, wird seine helle Freunde mit der neuen Film-Generation haben. Einfach zu handhaben und schöne Bildergebnisse mit der Polaroid-Kamera können überzeugen. Hier sprechen wir eine Kaufempfehlung aus.

Die Nutzer von Instant Labs werden enttäuscht sein. Wir haben auch versucht über das Customer-Setting der Lab-Belichtungszeit bessere Bildergebnisse zu erhalten – leider ohne Erfolg. Das ist für uns unbefriedigend. Ganz besonders die schlechten Ergebnisse mit normalen iPhone-Bildern geben hier den Ausschlag für unsere Enttäuschung. Da es aber noch andere Filme von Impossible gibt, ist das Arbeiten mit dem Instant Lab keinesfalls vergebens. Wer vom Film gescannte Bilder mittels Instant Labs auf den Impossible B&W 2.0 for 600 bringen möchte, muss mit einigen Eigenarten der neuen Film-Generation leben – aber gerade im künstlerischen Bereich bieten sich hier diverse Einsatzmöglichkeiten.

Insgesamt ist der Impossible B&W 2.0 for 600 ein vollkommen neuer Film, den man nicht mit dem Vorgänger vergleichen sollte. Im Grund zeigt sich hier wieder das, was auch alle Evolutionsstufen der Vorgängerversion gezeigt haben: Impossible-Filme sind immer für eine Überraschung gut.

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