Stolpersteine in der Schwarzweiß-Negativentwicklung – Fragen und Antworten

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Wie bringe ich meine Entwicklerlösung auf die richtige Temperatur?

Da gibt es zwei praktische Lösungen.

  • Die Entwicklerlösung in Flasche oder Messbecher anmischen und in ein Wasserbad stellen.
    Das kann ein Spülbecken, eine Schüssel oder ein Topf voll heißem Wasser sein. Mit dem Thermometer wird kontrolliert, wann die Entwicklerlösung die richtige Temperatur hat.
  • Die Entwicklerlösung mit temperiertem Wasser anmischen. Man nimmt einen großen Messbecher, füllt ein bisschen warmes und ein bisschen kaltes Wasser hinein, so lange, bis die gewünschte Temperatur erreicht ist. Am einfachsten geht das, wenn man dem warmen Wasser so lange kaltes Wasser hinzufügt, bis das Thermometer die richtige Temperatur anzeigt. Die wenigen Milliliter kalter Entwickler machen nichts mehr aus.

Wie halte ich bei einer längeren Entwicklung die Temperatur meiner Chemie?

Man nimmt ein größeres Gefäß (5-10 Liter Fassungsvermögen), füllt temperiertes Wasser, das ca. 2° C wärmer ist als die angestrebte Entwicklertemperatur, hinein und stellt die Dose in dieses Wasserbad. Bei normaler Raumtemperatur kühlt das Wasserbad nur sehr langsam ab, so hat der Entwickler immer die richtige Temperatur. Das Wasser aus dem Wasserbad kann man später zum Blumen gießen verwenden.

Mein Film sieht nicht klar, sondern milchig aus, was ist passiert?

Die Wahrscheinlichkeit ist hier sehr hoch, dass der Fixierer ausgelaugt war und nicht mehr richtig durchfixieren konnte. Das ist aber kein Problem. Man setzt frischen Fixierer an und fixiert den Film einfach nochmal nach, bis der Träger klar ist. Das funktioniert auch bei Filmen, die schon getrocknet sind.

Wie entwickele ich Rollfilm?

Grundsätzlich genau so wie Kleinbildfilm. Es geht sogar etwas einfacher, denn man muss weder eine Patrone knacken noch den Filmanfang zurechtschneiden. Die handelsüblichen Spulen lassen sich auf drei Breiten verstellen. Für Kleinbildfilm, 127er Rollfilm und 120er Rollfilm. Man zieht die Spule soweit auseinander, dass ein Rollfilm passt. Dann löst man vorsichtig den Klebestreifen, mit dem man den Film zugeklebt hatte und trennt den Film vom Schutzpapier. Man spult den Film ohne das Schutzpapier ein. Ob man im Dunkeln tatsächlich den Film und nicht das Schutzpapier eingespult hat, merkt man daran, dass man versucht zu zerreißen, was nicht aufgespult wurde. Lässt es sich zerreißen, dann war es das Schutzpapier und der Film sitzt an der richtigen Stelle. Lässt es sich nicht zerreißen, dann ist das passiert, was selbst altgedienten Fotografen ab und zu noch passieren kann, man hat das Schutzpapier aufgespult. Jetzt die Ruhe bewahren, die Spule öffnen, das Schutzpapier aus der Spule nehmen, die Spule wieder zusammenfügen und den Film aufspulen. Alles wird gut.

Auf meinem Film ist nichts drauf, was ist passiert?

Dafür kann es ganz unterschiedliche Antworten geben. Grundsätzlich ist es so, dass man die Randbelichtung, also die Zahlen und Herstellerangaben am Rand eines Films, nutzen kann, um zu erforschen was schief gegangen sein kann. Erscheint die Randbelichtung klar, dunkel und lesbar so hat man vielleicht einen unbelichteten Film entwickelt. Das kommt gar nicht so selten vor wie man meint. Oder man hat den Film hoffnungslos unterbelichtet. Kann man die Randbelichtung nicht oder nur sehr schlecht erkennen, ist wohl bei der Entwicklung etwas schief gegangen. Was dabei schiefgegangen sein könnte, erklären wir an separater Stelle ausführlich. Ist überhaupt keine Randbelichtung zu sehen, dann könnte es sein, dass man den Film aus Versehen zuerst mit Fixierer bedacht hat. Das ist sogar schon ganz alten Hasen passiert.

Mein Film ist schwarz, was ist passiert?

Auch hier gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Vielleicht hat der Film Licht bekommen. Dann sieht man allerdings auch keine Randbelichtung mehr. Wenn die Randbelichtung klar, dunkel und lesbar ist, so kommt als Fehler auch eine ganz furchtbare Überbelichtung in Frage. Ist die Randbelichtung nicht oder nur schlecht erkennbar, dann ist wohl bei der Entwicklung etwas schief gegangen. Vielleicht war der Entwickler zu heiß, die Entwicklungszeit zu lang oder die Arbeitslösung zu wenig verdünnt? Aber auch hier gehen wir an separater stelle noch einmal ausführlicher darauf ein.

Mein Film ist ungleichmäßig entwickelt, was ist passiert?

  • Wenn der Film entlang einer Seite heller oder unterentwickelt ist, dann deutet es darauf hin, dass zu wenig Entwicklerlösung in der Dose war.
  • Flecken auf dem Film, in denen keine oder kaum Entwicklung statt gefunden hat, deuten darauf hin, dass falsch eingespult wurde und sich der Film in der Spule an diesen Stellen berührt hat.
  • Die Dose wurde gar nicht oder zu wenig bewegt.

Wie wichtig ist die richtige Temperatur?

Wichtig. Dabei kommt es nicht auf die Stellen nach dem Komma an, so gutmütig ist dann doch schon jeder Entwickler. Die Stellen vor dem Komma sind jedoch in Kombination mit der dazugehörigen Entwicklungszeit wichtig für ein gutes Ergebnis. Jeder Entwickler braucht eine gewisse Grundtemperatur, damit die darin enthaltene Chemie arbeiten kann. Je kälter ein Entwickler, desto langsamer arbeitet er. Ist er zu kalt, arbeitet er nicht. Ist er zu warm, arbeitet er zu schnell. Es gibt noch andere Faktoren, die wir ausführlich in einem separaten Blogartikel behandeln werden.

Wie wichtig ist eine konstante Temperatur?

Wichtig. Wie man die konstante Temperatur halten kann, ist weiter oben beschrieben. Sollte die Chemie während der Entwicklung zu stark abkühlen, dann kann die Entwicklung des Films komplett stoppen. Wird die Chemie zu warm, beschleunigt sich die Entwicklung, der Film wird dann nach der angestrebten Entwicklungszeit überentwicklet aus der Dose kommen. Auch Geübten ist dies schon passiert, die ihre Dose in der Rauchpause zum Schütteln mit auf den winterlichen oder sommerlichen Balkon mitgenommen haben.

Einmal- oder Mehrfachentwickler? Pulver- oder Flüssigentwickler?

Die Antworten gibt es hier.

Brauche ich Netzmittel? Wenn ja, welches?

Ob man Netzmittel braucht, hängt von den Entwicklungsergebnissen ab. Hat man gegen Kalkrückstände und/oder Wasserflecken auf den Negativstreifen zu kämpfen, dann empfiehlt sich die Verwendung eines Netzmittels. Wir empfehlen Kodak Photo-Flo.

Wie lange muss man zwischenwässern?

Zwischenwässern muss man tatsächlich nur ganz kurz. Entwicklerlösung aus der Dose (bitte in einen Kanister, nicht in den Ausguss) schütten, Wasser einfüllen, bis 10 zählen und wieder auskippen.

Wie lange sollte man schlusswässern?

Das letzte Bad sollte der entwickelte Film mindestens 10 Minuten genießen dürfen. Schließlich dient es dazu, den Fixierer komplett auszuschwemmen. Ungenügend gewässerte Filme werden im Lauf der Zeit von den Fixierer-Rückständen regelrecht zerfressen.

Muss man beim Zwischenwässern und beim Schlusswässern auf die Temperatur achten?

Nein.

Wie beugt man Wasserflecken vor?

Sollten sich nach der Entwicklung Wasserflecken auf den Negativstreifen zeigen, benutzt man am besten ein Netzmittel. Man kann auch bereits getrocknete Negative nochmal wässern und dann durch das Netzmittel ziehen, um die Wasserflecken weg zu bekommen.

Was mache ich, wenn der Film in der Spule nicht weiter will?

Das ist eine tückische Sache. Man spult den Film ein und plötzlich geht es nicht mehr weiter. Man ruckelt vorsichtig, dann etwas stärker, es dauert nicht lange, dann steht einem der Schweiß auf der Stirn und die Angst in den Augen. Auch hier gilt: Ruhe bewahren. Die häufigste Ursache für einen festsitzenden Kleinbild-Film liegt darin, dass der Filmanfang so abgeschnitten wurde, dass ein Perforationsloch zerschnitten wurde. Diese Kante führt nun dazu, dass sich der Film in der Spule verhakelt. Also die Spule (im /DunkelnWechselsack!!) öffnen, den Film herausnehmen, die Kante noch einmal sauber mit der Schere anschneiden und ein weiteres Mal einspulen. Wenn man hektisch wird und in einem Wechselsack arbeitet, kann auch das feuchtwarme Klima Schuld an einem störrischen Film sein. Dann hilft nur Geduld, aber es funktioniert. Wenn gar nichts mehr geht, dann packt man den Film lose in die Dose, verschließt sie lichtdicht und kann dann den Wechselsack und sich selbst lüften und gegebenenfalls trocknen.

Rollfilme haben keine Perforation, die sich mit der Spule verfangen kann. Allerdings ist das Trägermaterial dünner und der Filmstreifen breiter. Wennman Rollfilm nicht von Anfang an akurat in die Spule fädelt, dann kann dies dazu führen, dass sich der Film biegt und beult und darum hakelt.

Was darf man in den Abfluss kippen, was nicht?

Die Warnzeichen auf den Chemieflaschen sprechen eine deutliche Sprache. Ätzende und/oder grundwasserschädigende Stoffe gehören nicht in den Ausguss sondern in die fachmännische Entsorgung.
Ob jemand nun auch das Wasser, das zum Zwischen- und Schlusswässern verwendet wurde, zur Entsorgung gibt, statt es in den Abfluss zu kippen, ist seine persönliche Gewissensentscheidung.